Füssener Bauhof ist gut auf den Wintereinbruch vorbereitet

Ein eingespieltes Team

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Klaus Kaiser kann sich auf die Mannschaft und den Fuhrpark verlassen. Er fährt selbst beim Schneeräumen mit und übernimmt als stellvertretender Leiter im Füssener Bauhof organisatorische Aufgaben.

Füssen – Auf den jetzt mit aller Macht hereingebrochenen Winter sind Klaus Kaiser und seine Mannschaft vom Bauhof gut vorbereitet. Der Stellvertreter von Bauhof-Leiter Adolf Zintl weist darauf hin, dass schon im Sommer gründlich kalkuliert wird und dass Streugut gekauft wurde. „Die Preise“, betont er, „sind dann günstiger.“

Gelagert in der Bauhof-Halle sind bis zu 600 Tonnen Salz und dazu etwa 500 Tonnen Split. Kaiser öffnet das Tor und zeigt auf die Berge: Links Salz, rechts Split. „Wir verwenden die beiden Materialien. Andere Städte setzten gern auch Granulat ein.“ In einer anderen Halle stehen die Fahrzeuge, die für den Einsatz gerüstet sind. Wenn es richtig ernst wird, können 30 Mitarbeiter vom Bauhof eingesetzt werden. „Ein eingespieltes Männerteam“.

Er selbst ist Jahrgang 1966 und seit 1998 dabei. Wer hier beschäftigt ist, hat meist eine handwerkliche Ausbildung gemacht. „Der Führerschein ist ebenfalls sehr wichtig.“ Den hat Kaiser aus eigener Tasche bezahlt. Zu dieser Zeit, sagt er, war das noch nicht so teuer. Heute lege man ungefähr 6000 Euro dafür auf den Tisch. „Im Dienstplan ist festgelegt, wer von uns um drei Uhr schaut, wie es draußen ausschaut“, so der Füssener. „Die nächste Aufgabe ist, die Kollegen zu verständigen.“

Dann wird in die verschiedenen Bezirke gefahren, um in den Straßen vor dem Berufsverkehr den Schnee auf die Seite zu schieben. „Diese Aufgaben auf den bekannten Strecken kann nicht immer maschinell geleistet werden. Wir wissen, wo Arbeit mit den Händen notwendig wird.“ Auch das komme regelmäßig vor, wie er an Beispielen erläutert: „Immer dann, wenn ein schwer zugänglicher Wege oder Überweg an Ampeln oder einem Zebrastreifen geräumt werden muss“.

Die hier eingesetzten Arbeiter kennen ihre „Handstrecke“ gut und kommen zügig voran, wie in den Berichten nachzulesen ist, die jeden Einsatz dokumentieren. Die Arbeit des Bauhof-Teams wird allerdings nicht immer nur gelobt, weiß Kaiser aus Erfahrung. „Es ist einfach so, dass man es nicht jedem recht machen kann“, sagt er ganz gelassen.

Unberechtigte Kritik

 Seine Mannschaft ernte aber auch durchaus unberechtigte Kritik. „Man kann nicht vorbeugen, sondern erst dann räumen, wenn Schnee gefallen ist“, betont er. „Frühmorgens sind die Straßen oft noch frei, aber ausgerechnet kurz bevor die Leute in ihr Auto steigen und zur Arbeit fahren wollen, fällt dann noch dichter Schnee, zum Beispiel zehn Zentimeter.“ Wenn sich Berufsverkehr und Räumungsdienst in die Quere kommen, sei das für beide Seiten natürlich ärgerlich. „Aber keiner kann im Allgäu erwarten, dass die Straßenverhältnisse wie im Sommer sind“, kommentiert Kaiser eingehende Beschwerden.

„Wir geben auch in einem langen Winter unser Bestes und wissen, dass viele Leute dafür sehr dankbar sind.“ Kaiser erklärt, wie ein Kollege einen Lkw mit Streuer auf der Ladefläche ausrüstet. Wenn es schneit, macht er etwa um vier Uhr morgens seine Strecke befahrbar. Der Winterdienst könne immer kostengünstig bewältigt werden, „weil wir uns schon länger auf eine gute Vertragspartnerschaft verlassen. Dadurch bleibt der Füssener Fuhrpark klein.“

Chris Friedrich

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