Produktpalette soll erweitert werden

Schönegger Käsealm übernimmt mit "Sulzberger Käserebellen" die Käserei Reutte

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Josef Krönauer (Inhaber Sulzberger Käserebellen) (v.l.), Dr. Johann Meier (Geschäftsführer Stegmann Emmentaler Käsereien) und Andreas Geisler (Geschäftsführer Sulzberger Käserebellen).

Reutte/Prem – Die Schönegger Käsealm expandiert: Die Käserei Reutte hat das Familienunternehmen mit Sitz in Prem zum 1. August über seine Tochter „Sulzberger Käserebellen“ übernommen. Es ist der vierte Standort in Österreich – und ein ganz besonderer für den Heumilchvorreiter.

Wenn es um das Thema Heumilch geht, dann macht Sepp Krönauer so schnell niemand etwas vor. Der Gründer und Inhaber der Schönegger Käsealm gilt hierzulande als Pionier auf dem Gebiet. Vor 30 Jahren setzte er als Erster in der Region auf Heumilchkäse. Mittlerweile zählt sein Familienunternehmen 170 Mitarbeiter, 500 Milchlieferanten aus dem Bregenzerwald, dem Großen Walsertal, Tirol und dem Allgäu liefern jährlich 45 Millionen Kilogramm Milch an die Sennereien. Der Umsatz liegt bei 50 Millionen Euro. Exportiert wird mittlerweile in 25 Länder. 

Seit dem 1. August stiegen diese Zahlen wohl noch einmal an. Da übernahm die Sulzberger Käserebellen Sennerei GmbH, die eine hundertprozentige Tochterunternehmen der Schönegger Käsealm ist, die Käserei Reutte. Sie ist die größte ihrer Art im Außerfern, verarbeitet jährlich rund sieben Millionen Kilogramm Milch von 80 Milchlieferanten und beschäftigt sechs Mitarbeiter. Bislang gehörte die Käserei der Stegmann Emmentaler Käsereien GmbH mit Sitz in Kempten, ein Tochterunternehmen der französischen Sodiaal-Gruppe. 

Neuer und alter Eigentümer kooperierten schon länger. Seit 2013 produziert die Käserei Schnittkäse für die Käserebellen. „Uns kam das Angebot damals gelegen, weil wir nach zusätzlichen Produktionskapazitäten gesucht hatten“, sagt Matthias Köpf, Marketingleiter der Schönegger Käsealm. 

Auch aus Sicht der Reuttener bot die Zusammenarbeit Vorteile, denn Stegmann selbst betrieb laut Köpf keine Heumilch-Linie, viele der Bauern lieferten aber ohnehin Heumilch. Als jetzt die Offerte kam, die Käserei komplett zu übernehmen, zögerte man in Prem nicht lange. „Bei uns hat es strategisch gut reingepasst“, sagt Köpf. 

Zum einen grenze das Einzugsgebiet der Käserei direkt an das eigene Verbreitungsgebiet, zum anderen passe der Erwerb zum Ziel, dass man sich gesetzt habe: Wachstum. Erst 2017 wurde das Reifelager in Steingaden erweitert, um für eine Ausweitung der Produktion gewappnet zu sein. 

In Standort investieren 

„Wir sehen viel Potenzial in der Käserei Reutte und möchten daher den Standort weiterentwickeln“, kündigt Andreas Geisler, neben Sepp Krönauer Geschäftsführer der Sulzberger Käserebellen, Investitionen an. „In Zukunft sollen in Reutte zusätzliche Käsespezialitäten hergestellt werden und der Käsereiladen das Aushängeschild für die Produkte sein – sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen.“ Nicht zuletzt stärke die Aufwertung der Käserei die gesamte Landwirtschaft in der Region Außerfern nachhaltig. 

Der neue Standort in Reutte ist der vierte in Österreich und gleichzeitig ein ganz besonderer für das Unternehmen. Denn er unterscheidet sich von den bisherigen in einem wichtigen Punkt. Während die Sennereien in Sulzberg, Thüringerberg und Zell am Ziller Genossenschaften gehören und nur gepachtet sind, ist die Käserei Reutte die erste, die komplett in den Besitz der Käserebellen und damit der Schönegger Käsealm überwechselt. „Rechtlich betrachtet ist das ein großer Unterschied“, betont Köpf. 

Im praktischen Ablauf werde sich dagegen nicht viel ändern, schon bislang sei ein Großteil der angelieferten Milch für die eigenen Produkte verwendet worden. Optimistisch in die Zukunft blickt auch Krönauer selbst: „Wir glauben an die Erfolgsgeschichte Heumilch und möchten sie gemeinsam weiterschreiben.“

Christoph Peters

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