Eine Million mehr an Fördergeldern - Erste Arbeiten werden ausgeschrieben

Schulsanierung: Füssener Stadtrat stimmt energetischen Änderungen zu

Grund- und Mittelschule Füssen
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Das teuerste Projekt der Stadt Füssen ist derzeit die Sanierung der Grund- und Mittelschule. Sechs Jahre werden die Bauarbeiten dauern, um die Schulen zu modernisieren. Durch ein neues Förderprogramm kann die Kommune jedoch mit höheren Zuschüssen rechnen.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Eine höhere Förderung, ein besserer Energiestandard und dazu noch eine kürzere Bauzeit: Am Dienstag hat der Stadtrat mehrheitlich die Änderung der Werkplanung für die Sanierung der Grund- und Mittelschule abgesegnet, um genau das zu erreichen. 

Anfang Juli wurde eine neue BEG-Förderung eingeführt, welche die bisherigen Förderprogramme von KfW und BAFA unter einem Dach vereint. Der Vorteil: Die Fördersummen fallen dadurch deutlich höher aus. „Die Anforderungen sind die gleichen, die erfüllen wir auch“, erklärte Philipp Müller vom Planungsbüro „f64 architekten“. Doch damit nicht genug: „Mit relativ geringen Optimierungs-Maßnahmen kommen wir schon in die nächste Förderstufe.“

Dafür müsste die Stadt nur den Fußboden im Untergeschoss der Mittelschule sowie die Pfosten-Riegel-Fassade im Erdgeschoss des Neubaus, in dem Mensa, Aula und Sporthalle unterkommen, besser dämmen. Das würde zwar Mehrkosten von rund 180.000 Euro bedeuten, dadurch würde sich aber auch die Förderung um rund 1,2 Millionen Euro auf etwa 8,4 Millionen Euro erhöhen. Außerdem verbessert sich die Qualität der Gebäudehülle, wodurch langfristig die Energiekosten sinken. Die Regierung von Schwaben habe zudem bereits grünes Licht für Fördermittel über gut 24 Millionen Euro gegeben, so Müller. Demnach verbleibt bei der Stadt ein Eigenanteil von ca. 20 Millionen Euro.

Durch die höhere Förderung könnte die Stadt die Preissteigerung, die aufgrund der langen Bauzeit von sechs Jahren zu erwarten ist, etwas abfangen. In einer ersten Kostenschätzung sind die Planer noch von einer Indexierung von zwei bis drei Millionen Euro ausgegangen.

Möglichst große Kostensicherheit

Weil die Baupreise in den vergangenen zwei Jahren aber extrem hoch gegangen seien, müsse die Stadt nun eher mit einer Preissteigerung von 5,5 bis 6,6 Millionen Euro rechnen. „100-prozentig genau lässt sich das natürlich nicht vorhersagen“, so Müller.

Aufgrund dieser Entwicklung schlugen die Planer den Räten auch vor, die fünf geplanten Bauabschnitte in drei Maßnahmenpakete zu packen und sie in drei Blöcken auszuschreiben. So soll die Stadt nicht nur möglichst wirtschaftliche Ausschreibungsergebnisse, sondern auch eine möglichst große Kostensicherheit erzielen. Denn innerhalb der genannten Ausschreibungspakete sollen jeweils 75 Prozent der Bauarbeiten vor dem jeweiligen Start vergeben werden. Ein weiterer Pluspunkt: Die gesamte Bauzeit würde sich um ca. sechs Monate verkürzen. „Wir wären dann zu Beginn des Schuljahres 2028/29 fertig“, informierte Müller. Voraussetzung ist allerdings, dass die Arbeiten Mitte kommenden Jahres starten.

Doppelte Win-win-Situation

„Das kann ich nur begrüßen“, kommentierte Jürgen Doser (FWF) den Plan. Dadurch bekämen auch Firmen aus der Region die Chance, das ein oder andere Angebot abzugeben.

Als „feine Sache“ und doppelte „Win-win-Situation“, bezeichnete Ilona Deckwerth (SPD) die Planänderung. Die Stadt spare sich dadurch nicht nur Geld, auch die Qualität der Schule würde verbessert und zudem noch etwas fürs Klima getan. Sie bedankte sich beim Verantwortlichen für die große Aufmerksamkeit und bat um einen raschen Baubeginn.

Kritischer sah Dr. Martin Metzger (BfF) die Sache. Er befürchtete durch die Dämmung des Bodens einen so großen Mehraufwand, dass sich dadurch die Arbeiten verzögern und die Kosten stark steigen könnten. „Auf die Bauzeit wirkt sich das überhaupt nicht aus“, beruhigte jedoch Müller.

Bedenken wegen hoher CO2-Bepreisung

Andere Bedenken hatte Peter Hartung (CSU). Da die Tiefgarage erst gegen Ende der Arbeiten gebaut wird, befürchtete er – je nachdem wie die Bundestagswahlen ausgehen –, dass die Kosten durch eine hohe CO²-Bepreisung in die Höhe schnellen könnten. „Beim letzten Bauabschnitt könnten wir richtig ins Klo greifen“, befürchtete er. Diese Arbeiten vorzuziehen sei aber nicht möglich, erklärte Philip Leube, ebenfalls vom Kemptener Planungsbüro „f64 architekten“. „Wir haben so wenig Platz, dass wir nicht zeitgleich arbeiten können.“ Zudem befinde sich an dieser Stelle aktuell der Verwaltungstrakt der Grundschule, der so lange wie möglich stehen bleiben müsse, ergänzte Müller.

Die Stadträte stimmten schließlich mehrheitlich der neuen Planung zu. Die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt sollen nun ausgeschrieben und vergeben werden.

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