Schwangau feiert 1000 Jahre Coloman

Grafiker Werner Bögelmüller, Bürgermeister Reinhold Sontheimer, Pfarrer Markus Dörre, Tourismusdirektorin Petra Köpf und der erste Vorsitzende des St. Coloman, Vereins Martin Klopfer, stellen das Festprogramm vor. Foto: Knoll

Zum 1000 Mal jährt sich dieses Jahr der Tod des Heiligen Coloman, der Schutzpatron der Pilger und des Viehs ist. Zu diesem Anlass hat die Gemeinde Schwangau ein Festprogramm zusammengestellt, das Ende Mai beginnt und mit dem Colomansfest am 14. Oktober endet.

Besonders auf den Besuch von Altabt Burkhard Ellegast vom Stift Melk und auf den Gottesdienst mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa aus Augsburg freut sich Pfarrer Markus Dörre. Zudem wartet unter anderem mit dem Vortrag der Colomanexpertin Prof. Meta Niederkorn-Bruck aus Wien und mit der Jugendwallfahrt ein vielseitiges Programm auf die Schwangauer. Denn es sei vor allem ein traditionelles Projekt, machte Tourismusdirektorin Petra Köpf klar. Schließlich habe jeder, der in Schwangau aufgewachsen sei, eine ganz besondere Verbindung zur Wallfahrtskirche St. Coloman. Einsam steht die vor einem beeindruckenden Bergpanorama mit Blick auf die Königsschlösser auf einem Feld. Hier soll der irische Adelige Coloman auf seiner Pilgerreise nach Jerusalem gerastet und das Vieh gehütet haben, bevor er 1012 in Stockerau bei Wien als feindlicher Spion angeklagt und erhängt wurde. Da sich kurz nach seinem Tod Wunder ereignet haben sollen, wurde er auf der Burg Melk bestattet und von Bischof Megingaud am 13. Oktober 1014 „erhoben“, also heilig gesprochen. Schon früh bauten die Schwangauer zu seinen Ehren eine Kirche, die nach der Pest und dem 30-jährigen Krieg das Ziel von immer mehr Wallfahrer wurde. Deshalb plante Pfarrer Johann Lieb zusammen mit dem Baumeister Johann Schmuzer eine größere Kirche im Stil des frühen Barocks, die 1685 geweiht wurde. Da die Wallfahrer auch Vieh zum Segnen mitgebracht haben, hätte sich laut dem ersten Vorsitzenden des St. Coloman Vereins, Martin Klopfer, der traditionelle Umritt zu Pferd eben ergeben, der zu den ältesten Ritten in Bayern zählt. Auch dieses Jahr erwartet er wieder bis zu 250 Reiter in Tracht, die sich zu den zwei Umrundungen aufmachen. Daran habe sie weniger das Wetter, allerdings einmal eine Pferdekrankheit gehindert. Mit bis zu 10.000 Zuschauern rechnet auch Bürgermeister Reinhold Sonntheimer in diesem Jahr. Ob sich eine Gedenkmedaille zu prägen lohnt, hängt von den Kosten und möglichen Absatzzahlen ab. Das muss noch geklärt werden. Sicher ist allerdings, dass die St. Coloman Kirche durch Fotografien wie das Kalenderfoto der Daimler AG nicht nur in Schwangau bekannt ist, kommen die Fotos schließlich „in der ganzen Welt herum“.

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