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Grundschulsanierung: Kosten für Lüftungsanlage steigen

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Von: Katharina Knoll

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Lehrer der Grundschule Schwangau
Die Gemeindeverwaltung hat die geplanten Bauarbeiten und den Zeitplan gemeinsam mit dem Planer-Team bereits dem Lehrerkollegium der Grundschule Schwangau unter der Leitung von Konrektorin Angelika Böhm-Umkehrer vorgestellt. © Christina Gerster

Schwangau – Teurer als geplant wird die Lüftungsanlage der Grundschule. Denn auch das Lehrerzimmer, der Kopierraum und die Toiletten sollen angeschlossen werden

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass eine gute Belüftung von Schulräumen erforderlich ist. Denn Aerosolpartikel spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 Viren. Um die Luft im Innenraum der Grundschule zu verbessern, hat sich der Gemeinderat für den Einbau einer zentralen raumlufttechnischen (RLT)-Anlage ausgesprochen. Dadurch soll eine wirksame Reduzierung von Virenbelastungen gewährleistet werden.

Gleichzeitig soll durch eine Wärme- und Feuchterückgewinnung die Energiebilanz des Gebäudes verbessert und ein hoher Wohlfühlkomfort im Innenraum erreicht werden. Aufgrund der Erfahrungen mit der Pandemie empfiehlt auch das Umweltbundesamt die Ausstattung von Schulräumen mit RLT-Anlagen, heißt es von Seiten der Gemeindeverwaltung.

Da auch das Lehrerzimmer, der Kopierraum und die Toiletten an die Lüftungsanlage angeschlossen werden sollen, hat das beauftragte Büro nun die Planungen aktualisiert. Es ergänzte außerdem das Leistungsverzeichnis um die Sanierung der Waschbeckenanlagen in den Klassenzimmern. Auch die Kaltwasserleitungen, die Warmwasserleitungen und der Durchlauferhitzer sollen erneuert werden, um das Gebäude unter anderem vor einem Legionellenbefall zu schützen, erläuterte Bürgermeister Stefan Rinke (CSU).

Dadurch erhöht sich jedoch die Kostenschätzung für die Lüftungsanlage inklusive Planungsleistungen von bisher ca. 282.083 Euro (brutto) auf etwa 341.676 Euro (brutto). Die Ratsmitglieder segneten die Mehrausgaben am Montagabend aber einstimmig ab.

In der Sitzung informierte die Gemeindeverwaltung die Räte ferner darüber, was außerdem noch im Inneren des Schulgebäudes geschehen soll. So werden im Zuge der Arbeiten neben den Wasserleitungen auch die Elektroverkabelung erneuert. Da das Schulgebäude im Jahr 1954 errichtet wurde, müssen diese ausgetauscht werden, so Rinke.

Fit fürs digitale Arbeiten

„Das wird genutzt, um im Gebäude alles für digitale Anschlüsse aufzurüsten”, sagte der Rathauschef. Dadurch soll es den Lehrern in Zukunft beispielsweise möglich sein, Beamer anzuschließen. Wie wichtig digitale Medien gerade im schulischen Bereich sind, habe sich schließlich in der Corona-Krise gezeigt. Um jedoch digitale Medien in der Grundschule integrieren zu können, muss die technische Infrastruktur passen.

Um die Sprachverständlichkeit zu verbessern und den Lärmpegel zu verringern, sollen außerdem absorptive Maßnahmen vorgenommen werden, die gleichzeitig als Verkleidung der elektrotechnischen Verkabelung dienen. Außerdem stehen Malerarbeiten an. Auf diese Weise soll das Innenleben der Schule wieder auf einen guten Stand gebracht werden. Die Planungen sind damit nun abgeschlossen, so dass im Februar die ersten Arbeiten ausgeschrieben werden können.

Umbau soll an Ostern starten

Über die anstehenden Bauarbeiten hat die Verwaltung bereits das Lehrerkollegium informiert. Die Planer stellten ihnen dabei die technischen Abläufe und den Bauzeitenplan vor. So sollen bereits im April, in den Osterferien, die ersten Arbeiten beginnen. „Es soll immer in den Ferien gebaut werden, damit der Schulbetrieb nicht gestört wird”, ergänzte der Bürgermeister. Läuft alles nach Plan sollen die Arbeiten bis zum Ende der Sommerferien im September 2022 abgeschlossen sein.

Das Investitionsvolumen für die Gesamtmaßnahme beträgt nach Informationen der Gemeindeverwaltung ca. eine Million Euro (brutto). Zusätzlich muss noch die IT-Hardware angeschafft werden. Die Gemeinde erhält für das Projekt staatliche Förderungen. Für die Erneuerung der Innenbeleuchtung können über die Nationale Klimaschutzinitiative bis zu 35.318 Euro gefördert werden, informiert die Gemeindeverwaltung. Aus dem „Bundesförderprogramm coronagerechte stationäre raumlufttechnische Anlagen” hat die Gemeinde Schwangau zudem einen Zuwendungsbescheid über 184.000 Euro erhalten.

Darüber hinaus hat sich die Grundschule Füssen-Schwangau für das Förderprogramm „DigitalPakt Schule 2019 bis 2024” beworben. Hier liegt laut Schwangauer Verwaltung bisher aber noch kein Förderbescheid vor.

kb

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