"No a Stickle, basst!"

Viel Muskelkraft und Koordination legten die Schwangauer Männer beim Aufstellen des Maibaums an den Tag. Foto: nis

Schwangau – Nicht nur einen neuen Bürgermeister hat das Dorf der Königsschlösser seit dem 1. Mai, sondern auch einen neuen Maibaum. Nur etwa alle sechs Jahre stellen die Schwangauer einen neuen Maibaum auf. Kein Wunder, dass das Baumaufstellen jedes Mal ein Mai-Volksfest ist. 

Gut eineinhalb Stunden brauchten Schwangaus Männer bis der Baum senkrecht in der Vorrichtung vorm Milchhäusle eingerastet war. Stück für Stück drückten die Trachtler und Zimmerleute den Stamm mit bis zu sieben Meter langen Stangen nach oben. Ausrichten mussten sie ihn dabei auch noch: „A bisserl no links! Stopp! Z‘fui, a Stickle no rechts! Ja, basst!“ lauteten die Kommandos. Gehalten wurde das Holzmonstrum von oben mit einem Kran und von links und rechts mit Seilen in starken Männerhänden. Die Feuerwehr achtete akribisch darauf, dass keiner in die Bannmeile des Baumes kam, der nicht direkt mit dem Aufstellen zu tun hatte. Zu gefährlich war‘s.

Mit einem schwarzen Vierergespann von Josef Kotz in Brunnen war der 31-Meter lange Baum vom östlichen Ortseingang bis zum vorgesehenen Standort gebracht worden. Die Stangen, die zum Aufstellen gebraucht wurden, brachte ein Zweiergespann aus dem selben Stall. Der Baum, auf dessen Spitze das Schwangauer Wappentier, ein weißer Schwan prangt, war mit festlich-grünen Girlanden ums dicke Ende geschmückt, die nach dem Aufstellen mittels einer Leiter wieder um den Stamm gewickelt wurden. 

57 Zentimeter-Durchmesser misst das Ende und 31 Zentimeter die Spitze. Mit zwanzig Innungs-, Handwerks- und Zunftzeichen ist der neue Baum, der ursprünglich hinter dem Alpsee gewachsen war, versehen und brachte damit vier Tonnen auf die Waage. Das Wetter hatte super mitgespielt: nicht ein Regentropfen war gefallen und sorgte damit auch für gute Laune bei der anschließenden Maifeier. jl

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