Großes Engagement für die Gemeinde

Schwangau zeichnet Anton Bartenschlager, Ernst Walz und Christine Velle mit dem "Silbernen Schwan" aus

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Bürgermeister Stefan Rinke (rechts) zeichnet Anton Bartenschlager (v.l.), Christine Velle und Ernst Walz mit dem "Silbernen Schwan" aus.

Schwangau – Mit dem „Silbernen Schwan” hat der Gemeinderat Schwangau jetzt Anton Bartenschlager, Ernst Walz und Christine Velle in seiner Weihnachtssitzung ausgezeichnet.

Auf diese Weise honoriert die Gemeinde jährlich das Engagement verdienter Bürgerinnen und Bürger, die im Hintergrund wirken und nicht im Rampenlicht stehen wollen. Gleichzeitig soll die Auszeichnung auch Motivation für alle sein, die Menschen helfen und in Ehrenämtern tätig sind, betonte Bürgermeister Stefan Rinke in seiner Laudatio.

Für den „Silbernen Schwan” hatten die Schwangauer Bürger Anton Bartenschlager vorgeschlagen, den „Mann für alle Fälle“, so Rinke. Denn: „Er ist immer zur Stelle, wenn eine helfende Hand gebraucht wird. Dabei war er nie an hohen Ämtern interessiert, sondern stand parat, wenn ein Helfer gebraucht wurde“, erklärte der Rathauschef. 

Für Bartenschlager sei ein aktives Dorfleben wichtig. Deshalb packe er selbst mit an. „Denn er weiß, dass vom Reden allein die Vereinsfahne nicht in die Kirche marschiert und sich die Bühne am Colomansfest nicht aufbaut“, unterstrich Rinke. Mit seinen handwerklichen Fähigkeiten und seinem Fuhrpark stehe Bartenschlager vor allem dem Trachtenverein, dem TSV und der Kirchenverwaltung zur Verfügung. Seit Jahrzehnten sei er Helfer bei Sportveranstaltungen in Schwangau und aktiver Vorturner beim Seniorensport. 

Den Trachtenverein unterstütze er nicht nur tatkräftig bei Festen oder mit der Fahnenabordnung, sondern sei als „echter Trachtler“ auch mit seiner Persönlichkeit ein Repräsentant seiner Heimatgemeinde. Zudem sei er als Feldgeschworener tätig. „Neben dem weltlichen Dorfleben engagiert sich der Toni auch sehr für das kirchliche Leben in Schwangau“, fuhr Rinke fort. „So war er insbesondere bei den Renovierungsarbeiten der Kirchen und der Glockenerneuerung dabei.” 

Chronist der Ortsgeschichte 

Auch beim Winterdienst um die Gotteshäuser engagiere er sich. „Seine Haltung und seine Heimatverbundenheit zeigen sich für mich besonders am Wurmfeiertag. Für den Toni ist es selbstverständlich, am Bittgang teilzunehmen und er gibt den notwendigen Hinweis, wenn der Prozession einmal die ,organisatorische Orientierung‘ fehlt, erklärte Rinke. Für dieses Engagement innerhalb der Gemeinde überreichte ihm Rinke den „Silbernen Schwan”. 

Auf Vorschlag des Schwangauer Gemeinderats zeichnet der Rathauschef anschließend Ernst Walz aus, den „Chronist unserer Ortsgeschichte“, so Rinke. Seit über zehn Jahren betreue Walz als Kurator die „Karl-Singer-Sammlung“. Unzählige Stunden verbrachte Walz dabei im Schulkeller mit der Sichtung und Dokumentation des Nachlasses des Ehrenbürgers Karl Singer. Sein großes Interesse an der Schwangauer Ortsgeschichte und seine Leidenschaft für historische Fotografie motivieren Walz zu dieser ehrenamtlichen Leistung. „Ernst Walz wirkt zwar überwiegend im Verborgenen, aber sein Ziel ist es, das Bewusstsein um die Vergangenheit auch in der Bevölkerung wach zu halten”, erklärte Rinke. 

Deswegen kuratiere er regelmäßig Ausstellungen, wie beispielsweise zum 40- und 50-jährigen Bestehen des Forggensees und zum 25. und 30. Todestags von Karl Singer. „Mit diesen Ausstellungen will Ernst uns vor Augen führen, dass es früher einmal anders war und es noch gar nicht so lange her ist, als die Schwangauer Bauern noch mit den Ochsengespannen aufs Feld gefahren sind und ein sehr einfaches Leben führten”, sagte Rinke. 

Daneben habe sich Walz auch stets im Dorfleben engagiert, sei es als Aufbauer beim Colomansfest oder bei der Ausgrabung des Kalkofens in Horn. Für diese Verdienste um Schwangau zeichnete Rinke Walz mit dem „Silbernen Schwan” aus. 

Helfende Hand im Hintergrund 

Als drittes honorierte der Rathauschef Christine Velles Engagement auf Vorschlag des Katholischen Frauenbundes. Der Spruch, jeder erfolgreiche Mann hat im Hintergrund eine starke Frau, treffe vor allem auf Velle zu – und das gleich in zwei Fällen, erklärte Rinke. „Du betreust gemeinsam mit Ernst Walz die Singer-Sammlung.” Velle unterstütze Walz bei der Archivierung der Fotosammlung von Karl Singer mit ihren tausenden von Dias und Fotos und bei der Vorbereitung der Ausstellungen. 

Daneben engagiere sie sich seit über 30 Jahren für den TSV Schwangau und sei als gute Seele zur Stelle, wenn eine helfende Hand gebraucht werde. Velle mache es immer Freude, etwas für andere zu tun. Deshalb war sie über Jahrzehnte die zentrale Ansprechpartnerin für die Veranstaltungen des TSV wie beispielsweise beim Tegelberglauf.

„Besonders hervorheben möchte ich, dass Christine bei ihrem Engagement keine offiziellen Ämter bekleidet hat”, sagte Rinke. „Sie hat immer hinter den Kulissen gearbeitet und ihrem Mann Herrmann Otto, unserem langjährigen TSV-Vorstand, nicht nur den Rücken frei gehalten, sondern ihn mit voller Kraft unterstützt.” Ihre Motivation habe Velle aus ihrer Begeisterung für den Sport gewonnen. 

„Liebe Christine, Du bist der Überzeugung, dass Sport die Gemeinschaft stärkt und eine gute Schule für das Leben ist.” Man lerne dabei auch Rückschläge zu verkraften und Niederlagen zu akzeptieren und dabei fair und sportlich miteinander umzugehen. „Das ist eine wichtige Fähigkeit, die Menschen bereits in jungen Jahren lernen sollten”, so der Rathauschef. „Deswegen liegen Dir, liebe Christine, ganz besonders die Kinder und Jugendlichen am Herzen. Dein Ziel ist es, junge Menschen für den Sport und den TSV zu begeistern, damit die Jugendlichen ein Ausgleich zur Schule finden und etwas fürs Leben lernen.” Für diese Förderung und ihren vielfältigen Einsatz überreichte ihr Rinke den „Silbernen Schwan”.

kb

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