Steigende Steuereinnahmen

Ein sportliches Volumen

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Die Gemeinde Schwangau steht finanziell gut da. Ein Grund dafür: Die seit einigen Jahren beständig steigenden Einnahmen.

Schwangau – Bevor der Gemeinderat die Jahresrechnung 2016 mit einem Gesamtvolumen von knapp 17,5 Millionen Euro – ein laut Bürgermeister Stefan Rinke „sportliches Geschäftsvolumen“ – genehmigte konnte, stellte der Rathauschef die aus seiner Sicht größten Posten kurz vor.

„Wir treiben schon was um“, so Rinke mit Blick auf die Zahlen. Im Verwaltungshaushalt sind dies 13,1 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt weitere 4,3 Millionen Euro – zusammen jene sportlichen 17,424 Millionen Euro. Dabei komme der Gemeinde vor allem die vorsichtige Planung von Kämmerin Christian Gschwend zupasse, die insbesondere die Einnahmen immer niedriger ansetze, als diese sich dann entwickeln würden. So betrug allein die Differenz zwischen Ansatz und Ergebnis beim Gewerbesteueranteil fast 900.000 Euro und lag damit nochmals um 300.000 Euro höher als im Vergleich zum Vorjahr. 

Damit deckten die Einnahmen aus Steuern und Zuweisungen (600.000 Euro) die Ausgaben des Verwaltungshaushaltes mit 46 Prozent. Insgesamt seien die Steuereinnahmen stabil geblieben und höher als ursprünglich geplant ausgefallen, erklärte Bürgermeister Rinke weiter. Dabei konnte er sich mit Blick auf die Entwicklung seit 2010 einen Kommentar nicht verkneifen. Sind doch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seit seinem Amtsantritt 2014 um über 600.000 Euro angestiegen. Ein Kurvenverlauf, der allerdings noch unter Rinkes Vorgänger Reinhold Sontheimer nach einer dreijährigen Phase der relativen Stagnation begonnen hat. 

Einnahmen steigen

Insgesamt aber kannten die Gewerbesteuereinnahmen seit 2010 in Schwangau nur eine Richtung – nach oben. Ebenso wie die Kur- und Fremdenverkehrsbeiträge, die ebenfalls seit 2010 angestiegen sind. Insgesamt machen die Einnahmen aus Steuern und Steuerbeteiligungen sowie den Kur- und Fremdenverkehrsbeiträgen 64 Prozent und damit knapp Zweidrittel der gesamten Einnahmen des Verwaltungshaushaltes aus. Prozentual gleich geblieben (ca. 20 Prozent), aber dennoch von knapp zwei auf mittlerweile 2,62 Millionen Euro gestiegen, sind die Personalkosten, wie Verwaltungschef Rinke anmerkte. 

Daneben ist die Kreisumlage der größte Einzelausgabeposten mit insgesamt 1,6 Millionen Euro. Im Vergleich zu 2015 ist die Kreisumlage erneut gestiegen (220.000 Euro). Bei den Einrichtungen der Gemeinde, die Kosten deckend arbeiten müsse, fällt vor allem der Kindergarten heraus. Dieser schloss das Jahr mit einem Defizit von 259.000 Euro ab. „Das ist ok“, merkte Rinke an, nachdem die Arbeit der Kindertagesstätte nie durch die Beiträge der Eltern deckend gehalten werden können. Nach den Mehreinnahmen konnte Schwangau zum zweiten Mal in Folge 3,5 Millionen Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zuführen.

Zusammen mit den Personalkosten beträgt die Zuführung damit fast die Hälfte aller Ausgaben des Verwaltungshaushaltes. Weiters habe die Gemeinde rund 1,6 Millionen Euro investiert, wobei im Ansatz noch fast vier Millionen Euro dafür veranschlagt worden waren. Unter anderem wurde in die Digitalisierung des Rathauses, die Löschwasserversorgung des Gymnasiums in Hohenschwangau und den Brandschutz in der Grundschule investiert. Auch in die Breitbandförderung flossen rund 135.000 Euro. 

Schulden sinken

Am Ende des Jahres habe der Schuldenstand demnach rund drei Millionen Euro betragen, oder 931 Euro pro Einwohner Schwangaus. Bezogen auf die Schulden, die die Gemeinde bei diversen Zweckverbänden hat, liegt die Summer allerdings bei fast fünf Millionen Euro oder 1541 Euro Pro-Kopf. Zum Vergleich: Der Landesdurchschnitt liegt bei 627 Euro, im Ostallgäu bei immerhin 679 Euro. Rechnet man die Schulden gegen die Rücklagen auf – derzeit 6,8 Millionen Euro – sind die Schulden bar gedeckt, so Rinke.

Abschließend genehmigten die Schwangauer Gemeinderäte die Einnahmeüberschüsse aus den Photovoltaikanlagen auf dem Bauhof (3733,13 Euro), auf dem Rathaus (2056,01 Euro) sowie den Jahresverlust auf der Grundschule mit 751,76 Euro. In der Wasserversorgung ergab sich ein Bilanzverlust von 241.717 Euro, die Bilanzsumme liegt bei 1,9 Millionen Euro und der Jahresüberschuss bei 24.677 Euro.

gau

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