Investitionen ohne neue Schulden

Schwangau – Es sei ein solider Haushalt, meinte kürzlich die Schwangauer Kämmerin Christiane Gschwend, den sie den Gemeinderäten vorgelegt habe. Einer, der ohne Neuverschuldung auskomme, der keinen Nachtragshaushalt benötige und der Zuführungen in die Rücklagen ermögliche. 

Zu Beginn der Haushaltsberatungen, die schon zuvor in zwei Sitzungen des Finanzausschusses vorbereitet worden waren, ergriff Bürgermeister Reinhold Sontheimer (CSU) das Wort. Er betonte, wie solide man gearbeitet habe, um diesen Haushalt verabschieden zu können. Vor allem machte er auf die knappe Million aufmerksam, 435.000 Euro, die man den Rücklagen zuführen könne. Auch gebe es keine Neuverschuldung, so Sontheimer weiter, trotz Investitionen wie dem Umbau des Kurhauses zum Brauhaus. 

Auch durch die Situation bei den Kreiskliniken (der Kreisbote berichtete) werde kein Nachtragshaushalt nötig werden, erklärte der Kreisrat. Dafür allerdings werde die Kreisumlage im kommenden Jahr um 1,5 Punkte ansteigen. Dass dies nicht heuer schon geschehe, berichtete Sontheimer, der bei den Beratungen in Marktoberdorf dabei war, sei vor allem der sogenannten Drohverlustrückstellung zu verdanken. Die bilde man nun im Landkreis, um das Klinikdefizit auffangen zu können. 

Kämmerin Christiane Gschwend betonte, dass man auch in der Finanzplanung Schwangaus keine Streichungen für heuer vornehmen müsste. Man habe das Ergebnis unter anderem dadurch erreicht, dass etwa Haushaltsposten wie die Mittagsbetreuung auf das kommende Jahr verschoben wurden. Oder Fahrzeugneu-beschaffungen für den Bauhof nun über Leasing liefen anstatt einem Neukauf. Allerdings würde der Anstieg der Personalkosten den Verwaltungshaushalt mit einer halben Million Euro belasten, im Gegenzug werde dieser mit rund 400.000 Euro aus den Kurbeiträgen und der Wassersatzung entlastet.

Insgesamt sinke die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde auf etwa 1600 Euro, die Gesamtverschuldung liegt bei 5,4 Millionen Euro. In Zahlen wuchs, im Vergleich zu 2012, der Gesamthaushalt um 561.000 auf 12,598 Millionen Euro an, davon entfallen 10,124 Millionen auf den Verwaltungshaushalt, aus dem laufende Aufgaben wie etwa die Personalkosten bestritten werden müssen. Die Investitionen liegen mit 16,19 Prozent im selben Bereich wie im Vorjahr (16,16 Prozent), was einer Summe von etwas mehr als zwei Millionen Euro entspreche. 

Insgesamt rechnet die Kämmerin mit einer gewissen Sicherheitsmarge mit geringeren Einnahmen aus der Schlosssteuer sowie bei der Lohn- und Einkommenssteuer. Dagegen kann Schwangau mit höheren Schlüsselzuweisungen rechnen, etwa 50.000 Euro. Reduziert habe man das Wunschprogramm beim Kindergarten, demgegenüber wird die Gemeinde heuer in den Straßenbau im Krehtalweg und 2014 im Gipsmühlweg investieren, ebenso ins ehemalige Kurhaus, wo noch die Tiefgarage saniert werden muss. Langfristig erhält auch die Feuerwehr viel Geld: heuer die Ausrüstung für 175.000 Euro, im nächsten Jahr sind 1,8 Millionen Euro für den Neubau des Feuerwehrhauses eingeplant, 2015 dann der neue Digitalfunk und 2016 schließlich das neue Löschfahrzeug LF8. 

Unisono gab es lobende Worte seitens der Gemeinderäte für den von Gschwend vorgelegten Haushaltsplan, der so ohne Gegenstimme genehmigt wurde. Angeregt wurde lediglich, dass man doch bei solchen Punkten wie dem Friedhof darauf achten möge, das Defizit weiter zu senken, ebenso wie bei der Therapiehalle. Außerdem sei bei den Stromkosten noch Potential vorhanden, diese weiter zu drücken. gau

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