Zeit- und Kostenrahmen eingehalten

Punktlandung auf dem Tegelberg

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Mit einem zünftigen Hebauf haben die Verantwortlichen am Freitag die Sanierung der Wartehalle der Bergstation der Tegelbergbahn gefeiert.
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Mit einem zünftigen Hebauf haben die Verantwortlichen am Freitag die Sanierung der Wartehalle der Bergstation der Tegelbergbahn gefeiert.
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Mit einem zünftigen Hebauf haben die Verantwortlichen am Freitag die Sanierung der Wartehalle der Bergstation der Tegelbergbahn gefeiert.
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Mit einem zünftigen Hebauf haben die Verantwortlichen am Freitag die Sanierung der Wartehalle der Bergstation der Tegelbergbahn gefeiert.
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Mit einem zünftigen Hebauf haben die Verantwortlichen am Freitag die Sanierung der Wartehalle der Bergstation der Tegelbergbahn gefeiert.
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Mit einem zünftigen Hebauf haben die Verantwortlichen am Freitag die Sanierung der Wartehalle der Bergstation der Tegelbergbahn gefeiert.

Schwangau – Die wilden Siebziger sind vorbei. Modern und hell präsentiert sich mittlerweile die Wartehalle an der Bergstation der Tegelbergbahn. Das hat die Bergbahn zusammen mit den Handwerkern, Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU), den Bürgermeistern und Tourismusdirektoren sowie geladenen Gästen jetzt mit einem Hebauf gefeiert.

Dabei freuten sich Geschäftsführer Frank Seyfried und Beiratsvorsitzender Peter Helmer besonders, dass den Handwerkern eine Punktlandung gelungen ist: In nur sechs Wochen brachten sie die Arbeiten über die Bühne und blieben dabei auch noch im Kostenrahmen von etwa 400.000 Euro. 

Dunkle Holzdecken, Metallgitter, ein geschlossener Kiosk und wenig Licht: Besucher der Tegelbergbahn wurden bisher im Charme der siebziger Jahre begrüßt, wenn sie an der Bergstation aus der Kabine gestiegen sind.

Das wollte die Tegelbergbahn ändern. „Das Ziel war neben der Optimierung der Besucherströme einen hellen, freundlichen, offenen Ort zu schaffen, an dem sich die Besucher wohl fühlen“, erklärte Seyfried. „Das ist zu 100 Prozent gelungen“, freute sich der Geschäftsführer und dankte allen Handwerkern, die zusammen eine „fantastische Arbeit geleistet“ hätten. 

„Wir haben versucht, einer alten Halle ein neues, modernes Gesicht zu geben“, erklärte der beauftragte Architekt Alexander Beck. Dabei sei die Wirkung des Lichts das zentrale Element gewesen.

Neben drei Panoramafenstern, die den Blick auf den Bannwald- und Forggensee freigeben, prägen jetzt helle Holzdecken und Holzmöbel das Bild. „Wir haben heimisches Holz verarbeitet und die alten Betonwände der Bergstation herausgearbeitet“, so Beck. 

Dabei wurden nachhaltige Baustoffe verwendet. Daneben wurden die Abläufe neu geordnet. Bisher mussten die Gäste, die ins Tal fahren wollten, durch dieselbe Tür wie die, auf den Berg gefahren sind. Und wer zum Panoramarestaurant wollte, musste sich erst durch die Warteschlange hindurchkämpfen. 

Um die Besucherströme zu trennen, gibt es nun eine extra Tür mit Windfang. Ein- und Ausgang wurden zudem gespiegelt. Wer ins Tal fahren möchte, betritt die Seilbahnkabine jetzt von links. Wer auf den Berg hochfährt, verlässt die Kabine über die rechte Seite. Ein „flexibles Konzept für Schwach- und Starklasten“ regelt zudem den Besucherandrang. Ist dieser größer, können Bahnmitarbeiter die losen Holzmöbel mit Zugbändern verbinden, so dass die Besucher wie am Flughafen gelenkt werden. 

Daneben versüßt ihnen eine Ausstellung über den Drachenflugsport die Wartezeit. Diese soll „das Gefühl des Fliegens und die Entwicklung des Sports vermitteln“, informierte Architekt Beck. Denn: „Man kann fast sagen, dass der Tegelberg der Geburtsort des Drachenflugs in Deutschland ist.“ 

Baier stellt Pokal aus

Die Besucher der Tegelberg-Bergstation erfahren unter anderem mit Hilfe von Filmen mehr über diesen Sport am Tegelberg, wie Hängeleiter fliegen und was Thermik eigentlich ist. Auch erfolgreiche Drachenpiloten der Region, wie Bob Baier aus Pfronten und Rosie Brams aus Kaufbeuren, werden vorgestellt. 

Zudem ist der erste Flughelm des Pioniers Jos Guggenmos, ein umfunktionierter Skihelm, und der Deutschlandpokal 1979 ausgestellt. Letzterer hatte Bob Baier gewonnen. „Der Deutschlandpokal war damals der Wettbewerb, zu dem die ganzen internationalen Piloten gekommen sind“, erklärte Baier beim Hebauf. Manche reisten sogar bis aus Neuseeland an. „Ich hatte damals einen ganz guten Lauf“, blickte der WM-Bronzemedaillengewinner von 2003 zurück. 

Dass er den Pokal damals gewonnen habe, sei deshalb schon etwas ganz Besonderes gewesen. Für die Ausstellung hat er ihn nun als Exponat zur Verfügung gestellt. „Bei mir steht er auch nur im Schrank“, so Baier. Zur Ausstellung sagte er: „Das haben sie richtig toll gemacht.“ 

Im Zeitplan

Für den Umbau der Wartehalle brauchten die Handwerker die geplanten sechs Wochen, obwohl sie mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hatten, blickte Architekt Beck zurück. Pünktlich zum Baustart wurde die Horner Gabel wegen Straßenarbeiten gesperrt. 

Kaum waren die Fensteröffnungen in den Wänden, brachte das Wetter Schnee, Wind und Kälte mit sich. Hinzu kamen die Revisionsarbeiten an der Tegelbergbahn, die eine enge Abstimmung nötig machten, und einige Überraschungen während der Arbeiten. „Wir konnten aber alles schultern, ohne Zeit zu verlieren“, so der Architekt. 

Und auch bei den Finanzen schaut es gut aus. „Ich wage zu behaupten: Es wird eine Punktlandung. Das, was wir davor angesetzt haben, wird die Baumaßnahme auch kosten.“ Diese Nachricht freute Seyfried und Helmer ganz besonders, wie sie erklärten. „Das ist heutzutage eine Seltenheit vor allem bei Arbeiten am Berg“, meinte der Beiratsvorsitzende. 

Etwa 400.000 Euro habe der Beirat für dieses Projekt genehmigt. Das sei aber „nur der Beginn der Qualitätsoffensive am Tegelberg“, kündigte Helmer an. Der Beirat habe außerdem 1,5 Millionen Euro für die Erneuerung der zwei Fahrgastkabinen beschlossen, die eine komfortablere Beförderung der Gäste möglich machen sollen. „An der Kapazität wird sich allerdings nicht viel tun“, so Helmer. 

Die Arbeiten dafür sollen im Herbst beginnen. Daneben steht der Umbau der Talstation an, für die Beck gerade Pläne erarbeite. Weiter sieht Seyfrieds Konzept bessere Parkmöglichkeiten, eine attraktive Gastronomie und ein modernes Sportgeschäft vor.

kk

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