Schwangaus Bürgermeister zieht Bilanz

Sparen und trotzdem investieren

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Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke.

Schwangau – Vor drei Jahre ist Stefan Rinke als neuer Bürgermeister von Schwangau angelobt worden. Nun nutzte Rinke die Maisitzung des Gemeinderates für eine Halbzeitbilanz. Für seine Ratskollegen zwar unerwartet, aber erfreulich. Insbesondere, weil sich diese Bilanz sehen lassen kann.

Es war, wie Ratsmitglied Johann Stöger feststellte, das erste Mal, dass ein Schwangauer Bürgermeister außerhalb der Bürgerversammlung Bilanz seines Tuns zog. Doch nicht nur dafür gab es Lob seitens der Gemeinderatsmitglieder. Vor allem die Vielzahl der Themen, die Rinke angepackt und vorangetrieben hatte, beeindruckte. Neun Seiten, vollgepackt mit Informationen, präsentierte Rinke in seiner Bilanz, um abschließend festzustellen, dass man sich nicht nur daran werde messen lassen müssen, „was wir getan haben. Sondern auch daran, was wir verhindert oder nicht getan haben“. 

Etwa das eine oder andere Bauvorhaben, das so nicht den Gemeinderat passieren durfte. Aber er müsse sich als Bürgermeister messen lassen an den Zielen, mit denen er angetreten sei, und die er erreicht habe oder eben noch nicht. Dabei ist mit die wichtigsten Punkte auf der Agenda Rinkes die Sicherung der Infrastruktur und Daseinsvorsorge. 

Sauberes Wasser 

Zu den kommunale Kernaufgaben gehören, so der Rathauschef, die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit sauberem Wasser, die Reinhaltung der Luft, eine intakte Verkehrsinfrastruktur und eine einsatzbereite Feuerwehr. Und da kann Rinke eine lange Liste vorweisen, etwa die Sicherung der Wasserschutzgebietes für die Kommune also das eigene Trinkwasser, wie Rinke hervorhob. Man habe mit den Planungen und der Altlastenbeseitigung begonnen. 

"Klare Marschrichtung" 

Beim Stichwort Feuerwehr erinnerte er an den gerade erst vorgelegten Feuerwehrbedarfsplan 2021, die Bauleitplanung für den Neubau des Feuerwehrhaus und dem damit verbundenen Vergabeverfahren für den Neubau. „Da haben wir eine klare Marschrichtung“. Die Gemeinde sei sogar ein Positivbeispiel, so Rinke. So habe das Wasserwirtschaftsamt Kempten Schwangau als beispielhaft hinsichtlich der Kanalbefahrung und Kanalsanierungsprogramms bzw dem Erhalt der Infrastruktur bezeichnet. 

Fortschritte habe die Verwaltung auch beim E-Government gemacht, der digitale Verwaltung und dem papierlosen Büro. „Das ist ein großes Thema“, betonte Rinke. Man habe es aber durch Überzeugungsarbeit geschafft, die Mitarbeiter zu motivieren, hier mitzuziehen: „Sie sehen die Vorteile“. Positive Effekte habe die Verwaltung auch beim Verkehr festgestellt: Es gebe deutlich weniger Beschwerden, seit die Verkehrsüberwachung Oberland im Gemeindegebiet aktiv ist. 

Neuen Radweg schaffen 

Ein Thema, das gerade erst diskutiert wurde und die Verwaltung und den Bürgermeister noch länger beschäftigen wird, ist die Schaffung neuer Radwege. Allein für einen Lückenschluss am Bannwaldsee habe man mit einem Dutzend Grundbesitzern reden müssen, die großteils bereit sind mitzuziehen. Aber dann gebe es eben einen, der die Notwendigkeit eines solchen Radweges nicht anerkenne und sich komplett verweigere. 

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Bilanz Rinkes sind die Finanzen. Die Gemeinde habe, erinnerte er, die Schulden halbiert und konsequent die Finanzen konsolidiert, darüber hinaus die Rücklagen verdoppelt und investiert. „Die Konsolidierung der Gemeindefinanzen hat hohe Priorität. Gleichzeitig dürfen wir in Schwangau die notwendige Investitionen nicht vernachlässigen“, sagte er. „Investitionen fördern die örtliche Wirtschaft und schaffen Lebensqualität für Einheimische und Gäste“, so Rinke weiter. Ebenso wichtig sei das schnelle Internet als wichtige Standortvoraussetzung. Es nutze den örtlichen Unternehmen, den Bürgern ebenso wie den Gästen. „Und es ist eine wichtige Standortvoraussetzung für die Zukunft des Dorfes“. 

Darüber hinaus tue man alles, um ein ursprüngliches und buntes Dorfleben zu fördern – hier erinnerte Rinke an die Vereinsjubiläen – und unternehme alles, um den Tourismus als Wirtschaftskraft nachhaltig zu entwickeln und die Bäuerliche Land- und Forstwirtschaft zu erhalten. Worte, die mehr als nur Balsam waren für die Schwangauer Gemeinderäte, wie das Lob Stögers, wie auch des dritten Bürgermeisters Peter Helmer bewiesen.

Oliver Sommer

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