Seehofer will B12-Ausbau unterstützen

Schwangaus Bürgermeister Reinhold Sontheimer (v.r.) und Landrat Johann Fleschhut begrüßten Ministerpräsident Horst Seehofer mit Staatssekretär Franz Pschierer und der Landtagsabgeordneten Angelika Schorer in Hohenschwangau. Foto: Knoll

Das Forstamt in Füssen bleibt in seiner jetzigen Form erhalten. Diese Zusage machte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vergangenen Freitag, als er im Rahmen seines Landkreisbesuchs zu einem Fachgespräch mit Landrat Johann Fleschhut (FW), Bürgermeistern und Behördenvertretern zusammen kam. Zuvor hatte Fleschhut dem Landesvater in einem Vortrag die Vorzüge und die Probleme des „Bergauflands“ Ostallgäu erläutert. Dabei forderte er unter anderem einen raschen vierspurigen Ausbau der B12 im Bereich Kaufbeuren/Marktoberdorf. Und Seehofer versprach konkrete Unterstützung für das Projekt.

Als Horst Seehofer gegen Viertel nach drei beim Hotel Alpenrose in Hohenschwangau ankam, da hinkte er dem eng gefassten Zeitplan seines Ostallgäubesuchs bereits eine halbe Stunde hinterher. Zuvor hatte er in Marktoberdorf das neue AGCO-Fendt-Werk eröffnet und sich sich in Rettenbach der Energiepolitik gewidmet. Am Rande des Alpsees in Ho'Gau stand nun ein Treffen mit Bürgermeistern und weiteren Entscheidungsträgern an, das Landrat Johann Fleschhut mit einem Vortrag über das Ostallgäu eröffnete. Der Landkreis sei ein „Bergaufland“, nicht nur wegen seiner Höhenlage. Eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent, hohe Lebensqualität, Bevölkerungswachstum durch Zuzug - „Bei uns geht es bergauf und das stetig“, gab er an. So waren die ersten Probleme, die er zu beklagen hatte, eher die der Stadt Kaufbeuren. Die habe unter der Schließung des Fliegerhorst stark zu leiden, die Politik habe Konversionszusagen gemacht. Doch bei einem vierspurigen Ausbau der B12 tue sich laut Verkehrsminister Peter Ramsauer nichts, solange der Bundesverkehrswegeplan nicht fortgeschrieben wird – ein Jahre dauernder Prozess. „Wo liegt denn die Qualität einer Konversionsunterstützung, wenn wir uns eh einreihen müssen?“, fragte der Kreischef. "Notwendigkeit mit Händen zu greifen" Hier hatte Seehofer ein Einsehen. Gelegentlich brauche die Bundesregierung ja die Länder, gab er Einblick in die politischen Enttscheidungswege. Dann müsse man Zusagen an Berlin eben mit den eigenen Interessen verbinden. Konkret: „Wir stimmen dem Fiskalpakt zu wenn wir dafür etwas beim Thema Verkehrsinfrastruktur bekommen“, so Seehofer. Er Versprach, seinen Parteifreund Ramsauer an seine Pflichten zu erinnern, denn die Wichtigkeit des B12-Ausbaus für die Entwicklung der Region, „ist ja förmlich mit Händen zu Greifen“, so der Ministerpräsident. „Ich werde neben der A94 auch die B12 als Argument ins Feld führen“, versprach er. Seine volle Unterstützung versprach er auch beim längst fälligen Digitalfunk für die Rettungsdienste, der in den nächsten Jahren „in ganz Bayern lückenlos“ eingeführt werden soll. Beim Problem der defizitären Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren hielt sich Fleschhut zurück, „wir haben heuer ein Defizit, das will ich Ihnen gar nicht sagen“, erklärte er und verzichtete darauf, die „besondere Geschichte“ des Kommunalunternehmens auszubreiten. Zumindest grundsätzliches Verständnis erntete er beim Landesvater, der klar machte, dass er intakte Krankenhäuser im ländlichen Raum für wichtig halte. „Wenn die Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen weg sind, sind irgendwann die Menschen weg“, sagte Seehofer. Forstamt bleibt so erhalten wie es ist Viel Dank erfuhr er entsprechend dafür, dass er die Bildungseinrichtung Gymnasium Buchloe mit ermöglicht hatte. Kinder des Gymnasiums luden den Ministerpräsidenten im Anschluss an das Gespräch persönlich zur Eröffnung im kommenden Jahr ein. „Wenn ich nur nach dem entschieden hätte, was man mir auf den Tisch gelegt hätte, wäre das Gymnasium Buchloe nie gekommen. Denn angeblich gab es ja die Kinder nicht“, betonte er die Wichtigkeit von Landkreisbesuchen. Wie leicht Entscheidungen fallen können, zeigte sich gegen Ende der Sitzung, als Seehofer zum Forstamt Füssen Stellung nahm, das der Zentralisierung der Forstämter zum Opfer zu fallen drohte. „Wenn wir alle einer Meinung sind, dann lassmer des“, hieß es da von Seiten den Ministerpräsidenten. Einen „substantiellen Erhalt“ forderte Fleschhut, „das was da ist, das bleibt auch da“, formulierte es Staatssekretär Franz Pschierer (CSU). Nach dem Gespräch trug sich Seehofer ins Goldene Buch des Landkreises ein und ließ sich – nun eine gute Stunde hinter dem Zeitplan – in rund zehn Minuten durch das Museum der Bayerischen Könige führen.

Auch interessant

Meistgelesen

Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen
Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Grenztunnel wird gesperrt
Grenztunnel wird gesperrt

Kommentare