Entscheidende Phase beginnt jetzt

Eine Schlitzwand soll Forggensee-Staudamm weiter stabilisieren

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Auf diesen Moment hatten alle Beteiligten gewartet, der Schlitzwandgreifer nimmt seine Arbeit auf. Rund 40 Meter wird sich diese Baumaschine mit dem Greifer in die Tiefe arbeiten, dann übernimmt die Schlitzwandfräse, im Bild dahinter zu sehen.
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Auf diesen Moment hatten alle Beteiligten gewartet, der Schlitzwandgreifer nimmt seine Arbeit auf. Rund 40 Meter wird sich diese Baumaschine mit dem Greifer in die Tiefe arbeiten, dann übernimmt die Schlitzwandfräse, im Bild dahinter zu sehen.

Roßhaupten – Die Bauarbeiten am Staudamm Roßhaupten befinden sich in einer entscheidenden Phase: Seit dieser Woche sind zwei Spezialmaschinen mit dem Bau einer so genannten Schlitzwand beschäftigt. 

Sie soll den Damm zusätzlich abdichten und stabilisieren. Günstige Witterungsverhältnisse vorausgesetzt, werden die Arbeiten bis ins Frühjahr 2019 dauern. Einem Aufstau des Forggensees im kommenden Jahr steht derzeit nichts mehr entgegen. 

Auf diesen Moment haben alle Beteiligten gewartet: Langsam senkt sich am Montag der gewaltige Schalengreifer zwischen die beiden Betonwände und frisst sich in den Damm. MC 94 und die etwas größere MC 96 sind nicht zu übersehen. Die beiden Raupenkrane sehen nicht nur gewaltig aus mit ihrer Spezialausrüstung, mit ihren 120 bzw. 200 Tonnen Gewicht und um die 500 Kilowatt Leistung (fast 700 PS) geht auf der elf Meter breiten Dammkrone auch kein Weg vorbei an den Baumaschinen. Umso mehr, als ihr Einsatz eine Weltpremiere darstellt.

Für die Ingenieure der Schrobenhausener Spezialbaufirma Bauer ist die Baustelle auf dem Staudamm eine Herausforderung, wie Projektleiter Stefan Jäger betont. Vor allem für die Schlitzwandfräse, die eigens für den Einsatz konstruiert wurde, weil sie hier versetzt zur Dammmitte arbeiten muss. Zusammen mit dem etwas kleineren Schlitzwandgreifer wird sie sich in den nächsten Monaten im 24-Stundenbetrieb und sieben Tage die Woche durch den Untergrund wühlen – die entscheidende Phase der Bauarbeiten am Staudamm. 

Zum Einsatz hätten die beiden Spezialtiefbaumaschinen eigentlich schon im Juli kommen sollen. Doch erst im Laufe der Arbeiten habe sich gezeigt, so Theodoros Reumschüssel von Uniper, in wie weit Planung und die vorgefundenen Verhältnisse zusammenpassen. Zwar habe es keine Überraschungen gegeben, was die Beeinträchtigungen am Felsuntergrund anbelangt. Doch erst mit den niedergebrachten Bohrungen im Rahmen der Baugrunduntersuchung habe man das Maß der Schäden feststellen und genauer lokalisieren können. Dadurch sei eine aufwendigere Versiegelung (in der Fachsprache: Vergütung) des Felsens notwendig geworden. 

Gesteinsschichten sind in der Regel kompakt und verschlossen, leiten also keine Flüssigkeiten weiter. Hier am Staudamm aber wurden die Schichten bei der Gebirgsbildung aufgestellt, weshalb das Wasser vor allem Klüfte auswaschen kann; hier dringt das Wasser dann in die Schichten und damit in den Untergrund ein. Mit Hilfe der bereits vorgenommenen Injektionen konnten die Auswaschungen repariert werden und der anstehende Fels ebenso wie der aufgeschüttete Staudamm wieder verfestigt werden. 

Im Zuge der Bohrungen habe man gleichzeitig ein hochmodernes Monitoringsystem im Untergrund eingebaut, erläutert Reumschüssel weiter. Gleich einem Vorhang durchzieht ein Netz aus Glasfaserkabeln den Staudamm und schlägt bei Unregelmäßigkeiten sofort Alarm. Erst nachdem das Monitoringsystem installiert worden war, hatten die Verantwortlichen mit dem Wiederaufstau des Forggensees begonnen, wobei die beiden Wasserstandsmarken 733 und 778 Meter über NN als kritisch angesehen wurden.

Immer wieder habe Uniper auf die Reaktion des Dammes geschaut, so Reumschüssel, und erst nachdem klar war, dass es keine Schwierigkeiten gebe, weiter aufgestaut. Allerdings, so der Uniper-Vertreter, habe man durch den trockenen Sommer nur sehr langsam aufstauen können. Dabei muss das Unternehmen eine Mindestwassermenge an den Lech im Unterstrom des Sees abgeben, um Tier- und Pflanzenwelt nicht zu schädigen. Nur Anfang Juli habe man bei einem sogenannten Starkregenereignis genug Wasser aus den Zuflüssen erhalten, um „einige Meter zu machen“. 

Mitunter sei der Aufstau auch negativ gewesen, wenn das „Wasserdargebot“ aus dem Gebirge die Mindestabgabemenge unterschritt. 

Eigene Infrastruktur

Nun also ist der Moment gekommen, auf den ein halbes Jahr lang hingearbeitet wurde: Die Schlitzwand soll den Staudamm zusätzlich abdichten. Dafür mussten nicht nur die beiden Spezialbaumaschinen nach Roßhaupten transportiert werden. An der Baustelle ist auch eine Mischanlage für Beton und die Infrastruktur für den Tiefbau entstanden. Zunächst musste eine Leitwand für den Greifer gegossen werden, um die Standfestigkeit des Aushubs zu gewährleisten. 

Meter für Meter wird sich der Greifer in den Untergrund bis in 40 Meter Tiefe fressen. Dort beginnt der anstehende Fels, den nur die Fräse durchteufen kann. Nachdem die schweren Baumaschinen nur mittig auf der Dammkrone stehen können, die Schlitzwand aber auf der südlichen Hälfte entsteht, bekam die Schlitzfräse einen verdrehbaren Kopf. 

So kann parallel zum Raupenfahrgestell gearbeitet werden, während das Oberfahrzeug bis zu 90 Grad verdreht werden kann. Bis in 70 Meter unter der Geländeoberkante soll die Schlitzwand reichen. Mit zunehmender Tiefe wird eine Stützflüssigkeit aus Bentonit dafür sorgen, dass die lockeren Gesteinsschichten nicht nachrutschen und sobald die Fräse die Arbeit aufnimmt, entsteht ein Flüssigkeitskreislauf.

Dabei spült die Stützflüssigkeit das zerriebene Gestein nach oben, wo es über Rohrleitungen zu Absetzbecken geführt wird. Anschließend wird sie wieder in den Untergrund gepresst und beim Betonieren der Schlitzwand abschließend herausgedrückt und aufgefangen. Bentonit ist ein Tonmineral, das der Flüssigkeit die nötige Dichte und damit Standfestigkeit verleiht. 

Komplexer Vorgang

Die Schlitzwand als solche entsteht im sogenannten Pilgerschrittverfahren. Dabei werden je zwei 3,20 Meter lange und einen Meter breite lange Lamellen mit einem Abstand von ebenfalls 3,20 Metern gegraben bzw. abgeteuft. Anschließend werden die beiden Elemente mit Beton verfüllt und das fehlende „Zwischenstück“ gegraben. Auf diese Weise entsteht in den kommenden Monaten eine 300 Meter lange Schlitzbetonwand zwischen östlicher und westlicher Dammseite. 

Erst ab gravierenden Minustemperaturen müssen die Arbeiten eingestellt werden, da sowohl die Stützflüssigkeit als auch der Beton einfrieren könnten. So sind pro Schicht um die 15 Mitarbeiter auf dem Damm, neben den Maschinenbedienern auch Ingenieure, die den Suspensionskreislauf einerseits und den Vortrieb andererseits überwachen müssen. 

Zwei Tage, so ist der Plan, brauchen die beiden Maschinen für eine Lamelle, unterbrochen werden sollen die Arbeiten nur zwischen Weihnachten und Silvester und eben, wenn es zu kalt wird. Ende April, so die Planungen, könnte die Wand dann fertig sein.

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