Bewegte Geschichte: "Juwelier Wollnitza" feiert 125-jähriges Bestehen

Seit 125 Jahren auf hohem Niveau

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Das Team von „Juwelier Wollnitza“: Caroline Weese (v.l), Martina Bardzinski, Luitgard Huber-Prinz, Ralph Prinz, Gertraud Prinz, Hartmuth Bochinski (dahinter), Dieter Prinz, Sonja Zündt, Franziska Hummel, Carina Guggemos, Monja Alvisini, Hannah Ferchl, Andrea Lory und Barbara Hegermann.

Füssen – Anton Wollnitza gründete 1892 ein Uhren-, Goldwaren und Optiker-Geschäft in Hindenburg, Oberschlesien. In dieser Woche wird das Traditionsunternehmen, mitlerweile in der Füssener Fußgängerzone angesiedelt, 125 Jahre alt.

„Das Geschäft wurde ins Handelsregister eingetragen. Somit gibt es eine sichere Quelle dafür, wenn wir in Füssen zu diesem großen Jubiläum einladen“, erklärt Ralph Prinz. In der Lechstadt gibt es das traditionsreiche Geschäft „Juwelier Wollnitza“ seit nunmehr 75 Jahren. 

Das mittlerweile seit 1984 von Ralph Prinz in direkter Nachfolge seines Vaters Dieter Prinz geführte Geschäft am Füssener Stadtbrunnen, Hutergasse 1, hat viele Stammkunden. Sicherlich ein Grund dafür: Die exzellente Lage in der Fußgängerzone. 

Oben in der Werkstatt erledigt dort ein Team um Ralph Prinz schwierige Reparaturen. „Jede Uhr ist anders. Genau das aber macht unsere Arbeit so schön“, sagt der Uhrmachermeister. Im Gespräch mit dem Kreisbote fallen drei Begriffe, die für die Arbeit und den Umgang mit Kunden als sehr wichtig erachtet werden: Begeisterung, Freude und Leidenschaft. „Wir verbinden damit unseren Beruf“, betont Ralph Prinz. „Diese positiven Gefühle geben wir Tag für Tag im Geschäft an den Kunden weiter.“ 

Jeden Kunden empfängt im Juweliergeschäft Wollnitza eine familiäre Atmosphäre, in der er sich gut aufgehoben fühlt. Zur Freundlichkeit kommt fachliche Kompetenz. Die Inhaberfamilie Prinz und die Angestellten beraten bei Neukauf oder Reparaturen. „Jeder Kunde soll unser Juweliergeschäft zufrieden verlassen“, betont Prinz stellvertretend für die Belegschaft. 

Dieter Prinz hat schon früh sein Herz an Uhren verloren. Gerade historische Uhren begeistern den Uhrmachermeister. Zusammen mit seinem Sohn Ralph, der 1990 die Meisterprüfung zum Uhrmacher „mit besonderer Auszeichnung“ ablegte, hat er ein kleines Uhrenmuseum geschaffen. 

Ausgewählte Exponate zeigt im städtischen Museum eine Dauerausstellung. Diese Leidenschaft zeichnet auch den Sohn aus. Geschäftsinhaber Ralph Prinz erwarb Zertifikate, die ihn berechtigen, „alle großen Uhrmarken zu reparieren“, wie er betont. Er lässt die Begeisterung spüren, wenn er erklärt: „Mein Spezialgebiet ist weiterhin die fachgerechte und stilsichere Reparatur antiker Uhren.“ 

Viel Kreativität

Das Sortiment bietet dem Kunden moderne, sportliche und elegante Uhren. „Uhren sind heute nicht nur Zeitmesser, sondern sie dienen als Schmuck, der offensichtlich die Persönlichkeit seines Trägers widerspiegelt“, so Seniorchef Dieter Prinz. Tochter Sonja ist als Goldschmiedin im elterlichen Betrieb tätig. 

Sie entwirft mit viel Kreativität die hauseigene Kollektion, fertigt auf Kundenwunsch handwerklich meisterhafte Stücke und betreut den Bereich Schmuck. 

Auf hohem Niveau

„Es ist uns ein besonderes Anliegen, unseren Kunden jedes Jahr eine neue differenzierte Schmuck-Kollektion zu präsentieren“, betont Sonja Zündt. 

Ihre Mutter Gertraud ist mit kaufmännischen Aufgaben betraut. Im Familienunternehmen gilt das auch für Luitgard, Ehefrau von Ralph Prinz. „Wir bilden auch aus“, erklärt er. Das sei seit Generationen ein Merkmal des Juweliergeschäfts. „Als Ausbildungsbetrieb sichern wir uns für die Zukunft die fachlich kompetente und ganz persönliche Beratung auf höchstem Niveau.“ Die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens beginnt vor 125 Jahren in Oberschlesien. 

Nachfolger von Existenzgründer Anton Wollnitza in Oberschlesien wurde sein Sohn Alfred. Das 1892 eröffnete Geschäft wurde von Alfred Wollnitza ab 1935 geleitet. Nach Kriegsende kam er 1947 aufgrund einer Arbeitsbewerbung nach Schwangau, wo er zunächst mit Uhrenhandel und -reparaturen begann.

Am Tag nach der Währungsreform eröffnete Alfred Wollnitza schließlich in Füssen im ehemaligen Hotel „Sonne“ sein erstes Geschäft. Nur ein Jahr später stellte er den Antrag für eine Verkaufsstelle für Uhren und Schmuckwaren in Füssen Reichenstraße 37. 

1958 entstand der Geschäftsneubau in der Reichenstraße 33, wo Alfred Wollnitza zehn Lehrlinge mit besten Ergebnissen zur Gesellenprüfung führen konnte. 1983 erfolgte schließlich der Umzug in die Hutergasse, wo das Geschäft noch heute seinen Sitz hat. 

1984 übernahm Dieter Prinz das Fachgeschäft. Ebenfalls 1984 gelang seinem Sohn Ralph der Bundessieg im Uhrmacherhandwerk. Im September 1992 wurde als offizielles Geschäftsjubiläum „100 Jahre Juwelier Wollnitza“ gefeiert. 

1998 wurde der Ladenumbau im Untergeschoss abgeschlossen. 2004 feierte Juwelier Wollnitza unter Dieter Prinz die Geschäftstätigkeit über 20 Jahre in Füssen mit der Sonderausstellung „Die Geschichte lebt“. Thema waren die Füssener Uhrmacher.Nach der Geschäftsübergabe 2009 an Ralph Prinz erfolgten durch den neuen Inhaber die Neugestaltung und Modernisierung der Uhrmacherwerkstatt. 

Chris Friedrich

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