vhs - 100 Jahre Wissen teilen

vhs Füssen feiert 100 Jahre vhs Deutschland

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Die Leiterin der vhs Füssen, Petra Schwartz und erster Vorsitzender, Bürgermeister Paul Iacob, freuen sich Festredner Thomas Gehring im Kaisersaal begrüßen zu dürfen.
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Die Leiterin der vhs Füssen, Petra Schwartz und erster Vorsitzender, Bürgermeister Paul Iacob, freuen sich Festredner Thomas Gehring im Kaisersaal begrüßen zu dürfen.
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Die Leiterin der vhs Füssen, Petra Schwartz und erster Vorsitzender, Bürgermeister Paul Iacob, freuen sich Festredner Thomas Gehring im Kaisersaal begrüßen zu dürfen.
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Die Leiterin der vhs Füssen, Petra Schwartz und erster Vorsitzender, Bürgermeister Paul Iacob, freuen sich Festredner Thomas Gehring im Kaisersaal begrüßen zu dürfen.
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Die Leiterin der vhs Füssen, Petra Schwartz und erster Vorsitzender, Bürgermeister Paul Iacob, freuen sich Festredner Thomas Gehring im Kaisersaal begrüßen zu dürfen.

Füssen – Seit mittlerweile einem Jahrhundert gibt es in Deutschland die Volkshochschule (vhs).  Mit Reden und Liedern aus dem Berliner Kabarett ehren Mitglieder und Gäste die vhs in Füssen am vergangenen Freitagabend im Kaisersaal des Kloster St. Mang.

Nach einer Ansprache von Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und einer Einführung von Petra Schwartz, Leiterin der vhs Füssen, hielt der Allgäuer Landtagsabgeordnete Thomas Gehring (Bündnis 90/Die Grünen) vor zahlreichen Gästen aus Gesellschaft und Politik die Festrede. Musikalische Einlagen sorgten zwischen den einzelnen Reden für Erheiterung und lockerten das Programm auf. Das Musikerpaar Miriam (Gesang) und John (Violine) Westerdoll gaben mit Prof. Dr. Herbert Wiedemann (Klavier) Liedern aus dem Berliner Kabarett zum Besten. Dabei handelt es sich bei dem Auftritt der Musiker als Trio um eine echte Premiere.

Der Auftrag an Reich, Länder und Gemeinden war seinerzeit, die Volksbildung in der Weimarer Republik zu fördern.

Bürgermeister Iacob erinnerte in seiner Ansprache an die Zeit des Wandels vor 100 Jahren. Nicht nur der Erste Weltkrieg sei zu Ende gegangen. 1918 wurde auch das Frauenwahlrecht eingeführt und die ersten Reichstagswahlen fanden unter der Beteiligung der Frauen statt. „Eine Zeit, obwohl Friede da war, eine Zeit der großen Unruhe. Es waren die ersten Schritte in die Demokratie. Und es ging langsam aufwärts bevor es dann erstmal wieder abwärts ging und der Zweite Weltkrieg begann“, so Iacob. 

1952 war es dann der Großvater des heutigen Bürgermeisters, der die vhs in Füssen ins Leben rief. Der Bürgermeister erinnerte sich, dass er als Kind selbst mit den Eltern zu Vorträgen der in der Einrichtung ging. Er lobte die Entwicklung der Demokratie und des Bildungssystem. „Heute ist ein Bildungssystem vorhanden, dass durch die vhs bereichert wird.“ 

Sein Dank gilt den einzelnen Kommunen für die Finanzierung der Bildungseinrichtung. Nur durch diese Unterstützung könne die vhs in ihrer heutigen Form angeboten und erhalten werden. Eine vhs ist wichtig für das Wohlempfinden der Bürger, sagte Iacob mit dem Verweis auf einen Artikel den er in der Zeitschrift „Zeit“ las. „Dort hieß es, die glücklichsten Kleinstädte haben drei bestimmte Einrichtungen. Ein Krankenhaus, ein Gymnasium und eine Volkshochschule.“

"Die vhs eröffnet Chancen"

Leiterin Petra Schwartz erinnerte in ihrer Rede an die Anfangsschwierigkeiten der vhs in Bayern. „Die Gesinnung der Entscheidungsträger trägt massiv zur Entwicklung der Volkshochschule bei“, sagte sie. „Die vhs macht das nicht-konfessionelle aus“, so Schwartz. Deshalb habe die Bildungseinrichtung in Bayern einen schweren Start gehabt. Vor dem Krieg gab es nur acht vhs in ganz Bayern. Auch nach dem II. Weltkrieg habe Bayern den letzten Platz bei der Förderung der Erwachsenenbildung eingenommen. 

„Heute ist das anders!“ Schwartz ist überzeugt: „Die vhs eröffnet Chancen. Davon profitieren alle.“ Die vhs sei mehr als ein Lernort, denn politische Bildung stärke die Urteilskraft der Menschen. Die Herausforderungen der Zukunft, sagte Schwartz, sei die Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen, die sich ergeben werden. Online seien bereits jetzt zahlreiche Lernangebote verfügbar. Egal ob Sprachen lernen, Videos mit Yoga-Kursen oder Rezepte auf Google. „Aber die persönliche Beratung, die Gruppe fehlt“, sagte Schwartz. Die vhs müsse sich mit der Digitalisierung entwickeln. „Die vhs wird sich verändern, aber nicht zum schlechten.“

Anderes Wertesystem

Auch auf die steigenden Zahlen der vhs-Teilnehmer mit islamischem Wertesystem müsste sich die vhs künftig verstärkt einstellen. „Wie erreicht man Menschen mit einem so anderen Wertesystem?“ Ihre eindeutige Antwort: „Die vhs braucht mehr Personal“. Die Existenz der vhs sei nicht selbstverständlich, sondern ein Kennzeichen von Demokratie, schloss Schwartz ihre Rede. „100 Jahre zeigen, wie einfallsreich die Volkshochschulen sind. Kontroverse kann man erlernen und die vhs kann Dialogprozesse in Gang bringen und fortsetzen.“ 

Chance auf Teilhabe 

Festredner Thomas Gehring bedauerte, dass die Erwachsenenbildung von der Politik zeitweise regelrecht diskreditiert worden sei. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hannes nimmermehr“, sei die Ansicht vieler Politiker auch heute noch. Edmund Stoiber (CSU) habe die Finanzierungshilfe sogar ganz streichen wollen. Nur ein Aufstand in der Fraktion habe das verhindern können. „Bei Bildung stehen Erwachsenen nicht so im Fokus wie Kinder und Jugendliche“, sagte er. Dabei sei Bildung eine Chance auf Teilhabe in der Gesellschaft.

„Ein Leben lang lernen. Das klingt wie das Adjektiv lebenslänglich und erscheint wie eine Strafe“, sagte Gehring. Doch es ist gerade in der Arbeitswelt elementar. Er selbst sieht genau da eine politische Verantwortung, da „die soziale Schere in der Bildung immer weiter auseinander geht. Politiker sind in der Pflicht für die Erwachsenenbildung etwas zu tun.“

"Es geht um Aufklärung"

„Demokratiebewusstsein braucht Erziehung. Dabei geht es um Aufklärung“, meinte der Landtagsabgeordnete. Der Bildungsauftrag der vhs sei es, ohne Phrasen aufzuklären. Jeder Teilnehmer könne durch das Angebot und die Kurse öffentlich sprechen, diskutieren, nachdenken und debattieren und somit seine Vernunft gebrauchen. Genau das „braucht eine funktionierende Demokratie.“ Diese politische Relevanz spiegle sich in den Sitzungen und Reformen des Landtages wider, berichtete Gehring. Er wisse, dass gute Erwachsenenbildung mehr Geld benötige und hoffe deshalb auf einen Zuschuss des Kultusministeriums im Rahmen des neuen Erwachsenenbildungsfördergesetz (BayEbFöG).

sh

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