Hell und zeitgemäß

Bergstation der Schwangauer Tegelbergbahn wird umgebaut

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Der Eingangs- und Wartebereich der Bergstation am Tegelberg soll zeitgemäß umgebaut werden. Mit Exponaten, Ausstellungstafeln und Filmen wird dort künftig der Drachenflugsport und seine Pioniere gewürdigt.

Schwangau – Dunkle Holzdecken, Metallgitter und wenig Licht: Seit dem Bau der Gipfelstation der Tegelbergbahn 1966/67 hat sich wenig getan. Doch das soll sich jetzt ändern: Seit Montag wird hier kräftig gewerkelt und gearbeitet.

Durch den Umbau des Eingangs- und Wartebereichs soll die Station nicht nur ein aktuelles Gesicht bekommen, die Besucher sollen auch besser gelenkt werden. Dafür investiert die Bergbahn einen guten sechsstelligen Eurobetrag, wie Frank Seyfried, Geschäftsführer der Tegelbergbahn, erklärte. Wer die Gipfelstation am Tegelberg betritt, fühlt sich in die sechziger Jahre zurückversetzt. „Wir wollen unseren Gästen ein Erlebnis bieten”, sagte Seyfried. 

So soll der neue Eingangs- und Wartebereich der Bergstation der Tegelbergbahn nach dem Umbau ausschauen.

Sie sollen sich wohl fühlen. Aber: „Das ist in einer 50 Jahre alten Wartehalle nicht so einfach.”„Das ist noch relativer Originalzustand“, bestätigte der beauftragte Architekt Alexander Beck. „Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß.“ Dazu kommt, dass in den vergangenen Jahren das Besucheraufkommen am Tegelberg gestiegen ist. „Die Leute stehen im Sommer zum Teil bis nach draußen an.“ 

Diejenigen, die ins Tal fahren wollen, mussten bisher durch dieselbe Tür wie die, die gerade auf den Berg gefahren sind. Und wer zum Panoramarestaurant wollte, musste sich erst durch eine Schlange hindurchkämpfen. „Das läuft nicht geordnet ab“, so Beck. Um die Besucherströme zu trennen, wird deshalb eine zweite Tür eingebaut. Und der Verkehr wird im Vergleich zur jetzigen Situation gespiegelt. Wer ins Tal fahren möchte, betritt die Seilbahnkabine von links. 

Wer auf den Berg hochfährt, verlässt die Kabine über die rechte Seite. Daneben soll der neue Eingangs- und Wartebereich durch Panoramafenster und helles Holz lichtdurchflutet und offen wirken und so eine angenehme Atmosphäre schaffen. Dabei ist Seyfried am wichtigsten, dass die Gäste sich wohl fühlen. „Das architektonische Konzept ist sehr zurückhaltend“, erklärte der Füssener Architekt. Das Ziel sei einen freien und großzügigen Raum zu schaffen mit Möbeln und Sitzgelegenheiten, die bewegt werden können. 

Sollten einmal mehr Besucher mit der Tegelbergbahn fahren, können die Angestellten die Möbel so aufstellen und mit Zugbändern verbinden, dass die Besucher wie am Flughafen gelenkt werden. Bisher sorgten dafür wenig ansehnliche Metallgitter. Und auch der alte Kiosk, der seit Jahren nicht mehr geöffnet ist, kommt weg. An seiner Stelle werden drei Panoramafenster eingebaut. Diese geben nicht nur den Blick auf den Forggen- und Bannwaldsee frei, sondern auch die Startrampe der Gleitschirm- und Drachenflieger. „Der Tegelberg ist eigentlich die Geburtsstätte des Drachenflugs“, erklärte Beck. 1976 versammelten sich hier 25.000 Zuschauer, um den Wettkampf um den Deutschlandpokal mitzuverfolgen. „So populär war das damals“, so der Füssener Architekt. Aber: „Das ist vielen nicht mehr bewusst.“ 

Deshalb will die Tegelbergbahn die Sportart und ihre Pioniere im sanierten Eingangs- und Wartebereich würdigen – und dadurch auch seine Gäste unterhalten. Dafür sorgen Originalexponate wie beispielsweise der erste Helm des Drachenflugpioniers und späteren Weltmeisters Jos Guggenmos – ein umfunktionierter Skihelm. Daneben werden Ausstellungstafeln und Filme, die auf drei Flachbildschirmen zu sehen sind, über das Drachenfliegen informieren. „Im Mittelpunkt stehen die Exponate“, so Beck. „Ich denke, das wird eine sehr schöne Sache.“ 

Seit Montag sind die Handwerker mit dem barrierefreien Umbau beschäftigt. „Bis zum 15. Dezember möchten wir fertig sein“, so Beck. Dann startet die Bergbahn in die Wintersaison. Um dafür fit zu sein, stehen derzeit die Revisionsarbeiten an. „Für uns macht es das nicht leichter“, erklärte der Architekt. Denn das Material und die Handwerker können nur am Morgen auf den Berg transportiert und abends wieder hinuntergebracht werden. Dazwischen laufen die Wartungsarbeiten an der Bahn. „Bisher läuft alles nach Plan”, erklärte Seyfried am späten Montagvormittag. Zwar könne immer Unvorhergesehenes passieren, aber man werde versuchen den Zeitplan einzuhalten.

Katharina Knoll

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