"Für die nächsten 30 Jahre"

Sieger des Architektenwettbewerbs stellen ihre Pläne für den Reuttener Untermarkt vor

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Freuen sich über den Auftrag zur Planung: Sylvia Hartl und Clemens Koller.

Reutte – Der Willenserklärung des Gemeinderates der Umgestaltung des Untermarktes folgend, wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben.

Nun stehen die Sieger fest: Sylvia Hartl und Clemens Koller haben ein Konzept erstellt, das von der Jury, der Mitglieder des Gemeinderates und Fachleute angehörten, an erster Stelle gereiht wurde. Bürgermeister Alois Oberer hatte die beiden Planer eingeladen, um das Konzept dem Gemeindeparlament vorzustellen. 

So könnte der Zeillerplatz rund um die neue Galerie im Untermarkt aussehen.

So fand sich dann ein kleines Grüppchen – nur zehn der 19 Personen hatten am Donnerstagabend den Weg gefunden – von Entscheidungsträgern ein, um sich darüber zu informieren, wie es im Untermarkt einmal aussehen wird und welche Gedanken hinter all den Planungen stecken. Diesen war ein Architektenwettbewerb vorausgegangen. Elf Architekturbüros und Landschaftsplaner waren eingeladen, fünf einheimische und sechs auswärtige Büros. Zehn Vorschläge wurden im Rahmen dessen abgegeben. Eine Jury, bestehend aus sechs Gemeindevertretern – alle Fraktionen waren vertreten – und vier Fachpersonen traf nach eingehender Beratung die Entscheidung. 

Den Lech-Fluss zum Vorbild nehmend, schufen die beiden Preisträger einen fließenden, farblich dezent abgestimmten Verlauf der künftigen Fahrbahn, die nahtlos in den Bereich für die Fußgänger übergeht. Drei „Inseln“ sollen den Freiraum für Bevölkerung und Gäste attraktiv machen. Abgeschattete Bereiche werden sich mit solchen voll blühender Pflanzen abwechseln, ein neues, dezentes Lichtkonzept soll für Stimmung und eine Möblierung für Komfort sorgen. Der Untermarkt soll als „Ganzes“ wirken, nichts soll in den Vordergrund treten. Die Aufenthaltsqualität in diesem wichtigen Ortsteil soll damit entscheidend erhöht werden. Auch eine längere Aufenthaltsdauer sei erstrebenswert und gerade für die Wirtschaftsbetriebe wichtig.

 Von der Neugestaltung sollen Anrainer, Geschäfte, Fußgänger und Radfahrer profitieren, ohne dass der Autoverkehr ausgesperrt wird. Alle Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt, so lautet die Prämisse bei Begegnungszonen. Die Zahl der Parkplätze wird reduziert. Bei der Neugestaltung wird es zwei Zonen geben. Die erste reicht vom Kreisverkehr beim Hotel Hirschen bis zum „Biomarkt“. Zone zwei erstreckt sich von hier bis zur Einmündung in die Bahnhofsstraße beim Tourismusverband. Wer in Zone eins einfährt, wird dies über eine leichte Rampe tun. Pflasterungen sollen in verschieden bearbeitetem Granit erfolgen.

Nun heißt es, in die Detailplanung einzutreten. Die vorgestellten Pläne dienen lediglich als „Richtschnur“. Es gelte, mit den Hauseigentümern und Wirtschaftstreibenden Details zu klären. Doch die Richtung ist klar: „Was wir hier machen, ist für die nächsten 30 Jahre“, meinte Bürgermeister Oberer. Wenn alles abgeschlossen ist, werde sich Reutte zusammen mit den Neugestaltungen im Obermarkt, in der Linden- und Mühler Straße äußerst attraktiv präsentieren und dabei mehr denn je einen städtischen Charakter versprühen. Ein Gedanke, der Oberer besonders gut gefällt: Die Stadterhebung am Ende aller Maßnahmen sei nicht auszuschließen. 

Fünf Millionen Euro stehen für die Neugestaltung zur Verfügung. „Nach einer ersten Schätzung der Planer wird es diese Summe aber nicht brauchen“, erklärte Oberer und fügte ein „hoffentlich“ an. 2020 wird es bereits losgehen, bis Ende 2021 soll sich der Untermarkt völlig neu präsentieren.

niko

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