448 Sportler starten bei 27. Füssener Stadtolympiade

"Das ist eine traurige Sache"

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Im Abseits vor dem Schutzpatron Prinzregent Luitpold am Kreisel: Siegfried Ellmauer. Der 77-Jährige wollte bei den 27. Füssener Sporttagen sein Bestes geben. Doch da die Konkurrenz fehlte, muss er pausieren.

Füssen – Der Startschuss für die 27. Füssener Stadtolympiade ist am vergangenen Donnerstag gefallen.

Heuer nehmen nach Angaben der Veranstalter 448 Sportlerinnen und Sportler daran teil. In den Vorjahren waren es noch 468 (2016) bzw. über 500 (2015) Teilnehmer. Die Wettbewerbe für die Teams laufen derzeit auf Hochtouren. Zum Finale am kommenden Samstag, 15. Juli, steht aber schon jetzt fest: die Kondition der jungen und jung gebliebenen Sportler reicht eigentlich immer aus, um auf dem Volksfestplatz die „Players Night“ zu feiern. 

Im Grunde gibt es bei den Füssener Sporttagen in Regie von Markus Gmeiner, dem Sportbeauftragten der Stadt Füssen, und der IFS (Interessengemeinschaft der Füssener Sportgemeinschaft) keine Verlierer. Das ist in diesem Jahr aber anders. 

Zu wenig Teilnehmer

Der 77-jährige Siegfried Ellmauer bekam einen Brief, in dem bedauert wurde, dass die Einzelolympiade entfällt. „Das ist eine traurige Sache“, kommentierte der frühere Radamateur. 

Der Senior war bei der Stadtolympiade schon sieben Mal dabei: ein Publikumsliebling. Jetzt muss er zwangsweise pausieren. „Es wäre mein achter Wettkampf gewesen. Ich wollte, wenn ich 80 Jahre alt werde, auf zehn Olympiaden zurückblicken können“, so der Mehrkämpfer, der früher elegant das kleine Ruderboot auf den Forggensee, um die Bananeninsel, gesteuert hatte. 

Für die Ü-30-Wettkämpfe treten zwei Teams an, die sich gut kennen. Im Curling hatte die Firmenmannschaft ZETKA Rieden die Nase vorn. Nach dieser Niederlage im Curlingwettkampf sieht aber das Sportstudio Füssen keinesfalls die Felle davonschwimmen. Die fitten „Studiosos“ von Sporttage-Sponsor Herbert Hiemer werden alles daran setzen, den bejubelten Titelgewinn aus dem Vorjahr zu wiederholen.

Dazu kommt wieder Frauenpower ins Spiel. Immer heiß her geht es traditionell, wenn im Weidach der Anpfiff zum Fieseln, Hockey auf einem Hartplatz, erfolgt. Das entschied nach dem Sieben-Meter-Schießen die Mannschaft „Kaschperltheater” für sich. Der Rasen weich, die Knochen hart: so ging es im Turnier der Kicker am vergangenen Sonntag zu. 

Weil sich die Fußballspieler der ersten Mannschaft des Kreisligisten FC Füssen auf mehrere Teams verteilen, ist es immer schwer, einen Favoriten auszumachen. Hinzu kommt: auch in den umliegenden Gemeinden gibt es Männer, die mit dem Ball umgehen können. Nicht zuletzt gilt dies auch für talentierte, technisch starke Frauen, die dem Ball nachjagen. Auch diese Teams erzielten mit Sonntagschüssen Tore. Und auch schon der Sportnachwuchs gibt beim Klettern, Asphaltstockschießen oder Hindernislauf sein Bestes. Für die stolzen Eltern und Verwandten sind sie auf jeden Fall die eigentlichen Stars der Spiele. 

Muskeln sind gefragt

Doch auch die vielen Teilnehmer beim Altstadtlauf am kommenden Freitag, 14. Juli, um 19.30 Uhr verdienen ebenso Anfeuerungsrufe wie die mehr oder weniger mit Muskeln bepackten Athleten im abschließenden Wettbewerb. Wer sich auf der taufeuchten Wiese im Weidach das Tauziehen anschauen will, der muss am Samstag, 15. Juli, früh aufstehen: Schon um acht Uhr geht es im Weidach los.

Chris Friedrich

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