"Was wäre wenn Situation"

Simon Doser gründet eine Gruppe um Hilfe in der Krise anzubieten

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Füssen – Wegen des Coronavirus sollen Menschen auf Abstand zueinander gehen. Experten raten, zu Hause zu bleiben, um die Ausbreitung von Covid-19 zu verlangsamen. Vor allem Risikogruppen wie Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. Um für die da zu sein, die Hilfe benötigen, beschloss Simon Doser aktiv zu werden.

Simon Doser

Er gründete die facebook-Gruppe namens CORONA HILFE FÜSSEN. Unter der Telefonnummer 08362/92 352 78 können sich nun hilfsbedürftige Menschen melden und ihr Anliegen formulieren.

„Ich habe nach Hilfen gesucht, lokal, in Füssen, und nichts gefunden. Deshalb kam der Entschluss die Gruppe zu gründen“, erzählte Doser gegenüber dem Kreisbote. Sein Ziel ist es, ehrenamtliche Hilfe anzubieten und zu koordienieren, freiwillige Helfer anzuleiten und auf die Quarantänen sowie eine mögliche Ausgangssperre zu reagieren. Innerhalb von zwölf Stunden habe er bereits einige hundert Mitglieder gewonnen, in drei Tagen fast 500. Am Donnerstag, 19. März, zum Redeaktionsschluss dieser Ausgabe waren es bereits 617 Mitglieder.

Viele in der Gruppe bieten Hilfe direkt an. Was jedoch auch Doser bewusst ist: Einige, insbesondere ältere Menschen, nutzen keine sozialen Medien wie facebook oder haben kein Internet. Aus diesem Grund richtete er am vergangenen Mittwoch auch eine öffentliche Telefonnummer ein. Diese dient dazu, so erklärte der ambitionierte Füssener, dass sich jeder direkt und einfach melden kann. Außerdem verteilen Mitglieder Poster und Flyer, um auf die Hilfe aufmerksam und die Nummer publik zu machen. Im Hintergrund stehen er und ein Team von Helfern um sich der administrativen Dinge anzunehmen. Auch gelte es die Datenschutzbestimmungen einzuhalten und die Privatsphäre der Helfer zu schützen.

Gemeinsam durch die Krise

„Wir wollen die Menschen zusammenbringen“, so Doser. Der erste Schritt werde demnach sein, dass er ein Hilfegesuch anonym auf der facebook-Seite veröffentlicht. Daraufhin können Helfer reagieren. Es werde ein passender Kandidat ausgewählt und der Kontakt hergestellt. Dabei gehe es um Vertrauen und Zuverlässigkeit, im Idealfall um Regelmäßigkeit.

Die Gesuche wie auch die Angebote sind vielfältig: Gassi gehen mit dem Hund zum Beispiel, Botengänge zur Post oder Apotheke und Kinderbetreuung sind neben Einkäufen zu finden. Auch bieten Menschen ein offenes Ohr oder Beratung an. „Die Seelsorge hat auch Potenzial“, bestätigte Doser. Telefonate für Ängstliche, Verzweifelte und einsame Menschen. Dabei denke er nicht nur an Senioren. Es helfe jedem, über die Krise sprechen zu können.

„Wir müssen auch die Interessen der Regierung vertreten“

„Die problematischen Bedürfnisse werden sich erst noch auftun“, sagte Doser. „Wir stehen alle vor großen Herausforderungen und müssen lernen, damit umzugehen.“ Damit die freiwilligen Helfer nicht in unnötige Gefahr geraten und sich ebenfalls geschützt fühlen, entwarfen Doser und sein Team eine Art Anleitung. „Wir müssen auch die Interessen der Regierung vertreten“, sagte der Administrator dazu. Dieser Leitfaden für Helfer beinhaltet Tipps und Regeln wie Abstand zu halten, Hygieneempfehlungen, Notfallnummern und was zu tun ist, sollte ein Helfer Symptome verspüren. Auch müsse einer Art Schweigepflicht zugestimmt werden, betonte Doser.

Abstand halten ist keine Diskriminierung!

Ein möglicher weiterer Schritt sei der Umgang mit einer eventuell noch kommenden Ausgangssperre. Da habe der engagierte Füssener zum einen Kontakt zu beiden Bürgermeisterkandidaten Christine Fröhlich (FWF) und Maximilian Eichstetter (CSU), die ihre Unterstützung bereits versichert hätten. Außerdem werde er mit der Polizei über Genehmigungen für Helfer sprechen. „Wir müssen uns auch die ‚Was wäre wenn Situation’ überlegen“, sagte Doser.

Zunächst gelte es aber für alle, sich bewusst zu machen: Abstand halten ist keine Diskriminierung!

Selma Höfer

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