Arbeitskreis Asyl freut sich über Fahrradspenden und engagierte Deutschlehrer

Hilfsbereitschaft ist da

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Die Füssener Zahnärztin Martina Moeller mit ihrem ersten Patienten aus Eritrea. Asylbewerber Fitsamietat Abraha (rechts) erklärt auf Englisch, welche Beschwerden Michaele Tseghans (2. von rechts) hat. Zahnarzthelferin Andrea (links) hat zusammen mit der Stadtverwaltung den Behandlungstermin organisiert.

Füssen – Jeden Montag ab 18 Uhr wird das Füssener Jugendzentrum zum Café, das  von den aktiven Leuten des Arbeitskreises „Asyl“ und Flüchtlingen aus Krisenstaaten besucht wird.

Man kennt sich mittlerweile, doch kein Abend läuft wie der andere ab. Zuletzt haben hier zwei Frauen aus Füssen vorbei geschaut, die sich ehrenamtlich „als Deutschlehrerinnen“ engagieren werden - und neu im Kreis der Asylbewerber sind weitere Männer aus Eritrea. 18.30 Uhr: Eine Gruppe junger Afrikaner schaut sich interessiert ein Fußballspiel im Fernsehen an. Andere stehen am Billardtisch und beobachten die Bahn der Kugel. 

Es gibt frisch gebrühten Tee. Vier-Augen-Gespräche kreisen um Themen wie Jobsuche oder den Umgang mit Ämtern. Die Kommunikation ist kein Problem, wenn die Flüchtlinge auf Englisch oder Französisch antworten können. „Wir freuen uns, dass die jungen Männer motiviert Deutsch lernen“, sagt Ingrid Stubbe, die den Unterricht koordiniert. Eben musste sie doch lachen, denn sie wurde von einem Neuankömmling mit „Gute Nacht“ begrüßt. Beide wiederholen dann gut gelaunt, wie die freundliche Begrüßung korrekt gewesen wäre: „Guten Abend!“ 

Für die ehrenamtlichen Lehrkräfte stellen die 14 neuen Asylbewerber aus Eritrea, die ihre Unterkunft in Füssen-West gefunden haben, ein Herausforderung dar. „In Eritrea wird ein afrikanischer Dialekt gesprochen: Tigrinja“, erklärt Stubbe auf Nachfrage des Kreisboten. „Wir sind schon froh, wenn einer von ihnen etwas Englisch spricht“, berichtet sie aus der Unterrichtspraxis. Das sei „zum Glück“ jetzt der Fall. Aber Bilder kommen dennoch zum Einsatz. 

Für die „Neuen“ stehen genügend Lehrkräfte bereit, sagt Stubbe. „Wir haben auch Springer, damit keine Stunde Deutsch ausfallen muss“. Erfreulich sei zudem die große Bereitschaft der Menschen aus der Umgebung gewesen, kostenlosen Fahrrädern vorbeizubringen. 

Schwierige Arbeitssuche 

Stubbe spricht auch Probleme an. „Wenn die Arbeitserlaubnis vorliegt, wird oft geglaubt, dass es jetzt sofort auch einen Job gibt. Die Suche danach ist derzeit schwierig, weil die Tourismussaison im November vorbei ist.“ 

Die dank der beiden Fußballclubs Türkgücü Füssen und FC Füssen gut integrierten Kicker aus Afrika wissen, dass sie auf den Ballsport auch in den Wintermonaten nicht verzichten müssen. Hallenfußball hat ihnen auch schon vor einem Jahr viel Spaß gemacht, wie zum Beispiel FC-Trainer Savas Uygur weiß. Im Café „Asyl“ kommen beim Kickern auch die zum Zuge, die noch keinen Verein haben. Nächste gemeinsame Aktion wird sein, in Wintermäntel- und -jacken zu schlüpfen, um sich am Montag zu treffen. „Jedes neue Gesicht ist herzlich willkommen“, sagt Stubbe.

Chris Friedrich

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