Verkehrschaos: Stadtrat Jürgen Doser und Bürgermeister Iacob streiten um Lösungen

"Wir haben ein Problem!"

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Ein gewohntes Bild im Sommer: Stau in der Innenstadt. Stadtrat Jürgen Doser fordert daher Bürgermeister Paul Iacob nun zum Handeln auf.

Füssen – Wenn es um die Lösung der Verkehrsprobleme in Füssen geht, werden Bürgermeister Paul Iacob (SPD) und Stadtrat Jürgen Doser (FW) in diesem Leben wohl auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen: Während Iacob eine „große Lösung“ favorisiert, ist Doser für „kleine Schritte“.

Einmal mehr deutlich wurde das vergangene Woche im Bauausschuss, als beide kurz, aber heftig aneinander gerieten. Auslöser des Disputs waren frühere Aussagen Iacobs über die vier Ampelanlagen zwischen Kaiser-Maximilian-Platz und Pulverturm-Kreuzung. Diese würden seiner Meinung nach gut funktionieren und mit dem hohen Verkehrsaufkommen fertig werden, so Iacob seinerzeit. 

Dem widersprach Doser vergangene Woche im Bauausschuss vehement: „Es war eine Katastrophe für Füssen und die umliegenden Gemeinden“, sagte er. „Wir haben ein Problem!“ Vor allem die jüngste Ampel in der Theresienstraße habe das Problem noch verschärft, da durch sie der Stauraum verringert und der Verkehrsfluss gebremst werde. „Vielleicht beauftragen wir mal einen Experten, der es kann“, meinte er spitz. 

Dem widersprach Iacob. „Im Gegensatz zu den Jahren vorher hatte ich dieses Jahr keine Probleme in der Schwangauer Straße“, so Iacob, der nach eigenem Bekunden heuer wegen des schlechten Wetters häufig mit dem Auto über die Sebastian- und Schwangauer Straße ins Rathaus gefahren ist. Er sei erstaunt über den guten Verkehrsfluss an den Ampeln gewesen. „Das habe ich so nicht erwartet“, sagte er. 

Einig waren sich beide immerhin darin, dass Füssen ein Verkehrsproblem hat. „Das stimmt“, betonte Iacob. „Aber dann müssen wir Schloss Neuschwanstein sprengen. Aber mit einer Ruine verdienen wir kein Geld.“ Über die Lösung der Problematik gingen die Meinungen aber bereits wieder weit auseinander. So forderte Doser, endlich kleinere und längst beschlossene Maßnahmen umzusetzen. Er sei seit sieben Jahren im Stadtrat und genauso lange drehe man sich in dem Gremium im Kreis. „Ich laufe seit sieben Jahren gegen die Wand“, kritisierte er. 

Konkret schlug er vor, den Zebrastreifens beim Luitpoldpark-Hotel zu entfernen oder zumindest zu verlegen und den Luitpoldkreisels in Richtung Kaiser-Maximilan-Platz zweispurig auszubauen. Da sei vielleicht keine hundertprozentige Lösung, so Doser, „aber wir können eine kleine Verbesserung erreichen.“ 

„Dann müssen wir Schloss Neuschwanstein sprengen. Aber mit einer Ruine verdienen wir kein Geld.“ 

Paul Iacob, Bürgermeister

Auch Dr. Martin Metzger (BfF) wunderte sich in diesem Zusammenhang darüber, dass offenbar nur bestimmte Beschlüsse auch tatsächlich umgesetzt würden.

 Bürgermeister Iacob hingegen hofft weiterhin auf eine Umgehungsstraße für Füssen. Nur diese könnte die Probleme Füssens endgültig lösen. „Unsere Stadt ist der Katalysator“, spielte er auf die zahllosen Besucher der Königsschlösser vor allem im Sommer an. Innerstädtisch pocht er bis dahin weiterhin auf einen Gesamtkonzept für den Verkehr, unter anderem mit einem Durchstich durch den Von-Freyberg-Park (der Kreisbote berichtete). 

Eine Sondersitzung des Füssener Stadtrates dazu soll am 27. November stattfinden, kündigte er vergangene Woche an. „Wir können an diesem Tag alle Maßnahmen planerisch über die Bühne bringen“, so Bürgermeister Iacob.

Matthias Matz

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