Bürgermeisterkandidaten wollen gemeinsam für Reuttes Zukunft arbeiten

Kandidaten auf Kuschelkurs

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Moderator CR Mario Zennhäusern von der „Tiroler Tageszeitung“ (v.l.) und die Bürgermeisterkandidaten Elisabeth Schuster, Luis Oberer und Barbara Brejla.

Reutte – Schon beinahe als Kuschelkurs könnte man die Strategie der verschiedenen Gruppen im Wahlkampf des Bezirkshauptortes bezeichnen.

Auch eine Podiumsdiskussion der drei sich für das Bürgermeisteramt bewerbenden Listenführer Luis Oberer, Elisabeth Schuster und Barbara Brejla ging eindeutig in diese Richtung – man streute sich gegenseitig eher Rosen. Ob sich diese Taktik auszahlt, wird sich bei der Kommunalwahl am kommenden Sonntag, 28. Februar, nach Schließen der Wahllokale zeigen.

Gemeinsam in die Zukunft für Reutte zu arbeiten, war bei allen das Credo, große Konfrontationen für die Zukunft sind nicht zu erwarten. „Gemeinsam für Reutte mit Elisabeth Schuster“ heißt also somit auch die Gruppierung, die zuoberst am Wahlzettel stehen wird, mit der Amtsherausfordererin.

Neu formiert hat sich die „Bürgermeisterliste Luis Oberer“ mit dem amtierenden Gemeindeoberhaupt an der Spitze. Für ein Miteinander ohne Ausgrenzung plädieren auch „Die Grünen“ mit Bürgermeisterkandidatin Barbara Brejla. „Reutte neu denken“ will die „widererstandene“ SPÖ, die sich voll und ganz als Parteiliste versteht. Allen gemeinsam: den eingeschlagenen Weg der Zusammenarbeit weitergehen. Die Liste Schuster tritt an den vorderen Stellen mit „Altgedienten“ an.

Mit Ausnahme von Christian Senn haben bis zum neunten Platz alle schon, wenn auch nur als Ersatz, Gemeinderatsluft geschnuppert. Einige davon sind auch Mitglieder der Volkspartei, wie zum Beispiel ÖVP-Bezirksgeschäftsführer Klaus Schimana und Wirtschaftsbündler Ernst Hornstein.

Durchwegs Quereinsteiger

 Anders die „Liste Luis“. Hinter dem Listenführer, Bürgermeisters Luis Oberer, präsentieren sich durchwegs Quereinsteiger. Vom Neuen-Mittelschul-Direktor Gerfried Breuss über den Rechtsanwalt Dr. Michael Steskal bis zum Regional-Entwicklungs-Geschäftsführer Mag. Günter Salchner. Kaufmännische Angestellte, Bauleiter, Elektriker und Immobilientreuhänderinnen vervollständigen das Team.

Unverändert ist dagegen die Liste der „Grünen“. Mag. Barbara Brejla und Helmut Hein, bereits im Gemeinderat vertreten, schicken mit Soner Tiytili einen Vertreter der türkischen Gemeinde ins Rennen. Sie zählen auf ihre Stammwählerschaft.

Betriebsräte sind dagegen das Reservoir, aus dem die SPÖ schöpft. Listenführer ist der schon als Ersatzgemeinderat in Sitzungen aufgefallene 55-jährige Postbuslenker und Betriebsrat Helmut Triendl gefolgt von einem weiteren Betriebsrat, Gottfried Strauss, dem Montageleiter bei der AST. Verwandtschaftliche Bande verknüpfen den Ersten und die Dritte im Bunde: Ramona Triendl, die Nichte des Listenführers, ist Prozessbegleiterin bei der VIA-NOVA, einer sozialen Einrichtung und bringt damit viel Kompetenz in dieser Richtung mit.

Möglichst viele mobilisieren

 Die Gruppierung, die ihre Klientel am Entscheidungstag durch die entsprechende Motivation vermehrt zur Wahlurne bringen wird, hat entscheidende Vorteile, zumal das Mandat durch die Erweiterung des Gemeinderates auf 19 Mitglieder etwas „leichter“ zu erwerben sein wird.

Das gleiche gilt auch für die Direktwahl des Gemeindeoberhauptes. Der vordergründige Vorteil des Amtsinhabers durch die allgemein anerkannte Arbeit der vergangenen Amtsperiode ist realistisch betrachtet aber eher ein Nachteil. „Er hat das gut gemacht, er soll weitermachen“, ist in der Bevölkerung oft zu hören.

Ob diese Einstellung dazu führen könnte, den Wahltag einfach verstreichen zu lassen, „weil eh alles passt“, bleibt abzuwarten. Dem Bezirkshauptort steht am kommenden Sonntag auf jeden Fall ein spannender Wahltag bevor der für die kommenden sechs Jahre einige bekannte aber auch viele neue Gesichter für den Gemeinderat bringt.

niko

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