Räte genehmigen Außenbewirtung in der Hinteren Gasse nur mit Auflagen

Füssener Innenstadt: "Das ist sicher nicht optimal"

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Die Tische und Stühle stehen für Gäste bereit. Doch nach Ansicht der Bauausschussmitglieder soll eine begrünte Holzverkleidung den Bereich vom Hof abschirmen.

Füssen – Ein Restaurant in der Reichenstraße darf seine Gäste künftig in seinem Hinterhof bewirten – allerdings mit Auflagen. Denn die Räte machten sich in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses unter anderem wegen der Gestaltung und des Schallschutzes Sorgen.

„Die Bewirtung kann der Bauwerber machen, weil er die nötigen Stellplätze hat“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Bei der näheren Beurteilung stellte sich jedoch heraus, dass bereits drei Parkplätze eingerichtet wurden, die im genehmigten Bebauungsplan noch als Grünfläche eingezeichnet sind, informierte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Nun sei die Frage, wie die Stadt hier weiter vorgehen soll.

Aufgrund verschiedener rechtlicher Grundlagen werde die Stadt dabei keine Rückendeckung des Landratsamtes Ostallgäu bekommen. „Dem Landratsamt Ostallgäu ist das egal.“ „Ich persönlich werde nicht zustimmen, dass drei Stellplätze nachträglich genehmigt werden“, erklärte Dr. Martin Metzger (BfF). Schließlich sei die Idee gewesen, dort ein Stück Grün zu erhalten.

Auch die Bewirtschaftung dort sah er kritisch. Denn die Hauswand werde den Hall weiterleiten. „Das ist sicher nicht optimal für die Drumherumwohnenden.“ Vor allem, wenn bis spätabends gefeiert wird. „Das finde ich nicht gut“, so der Stadtrat. „Ohne Schall- und Sichtschutz geht das gar nicht“, meinte auch Herbert Dopfer (Füssen-Land). Der Bauherr sollte sich da an der „Ritterstube“ orientieren. Er sei zwar nicht gegen einen Biergarten. Aber: „Wenn wir es nicht schaffen Qualität herzubringen, machen wir den nächsten Fehler.“ 

Doch so gut funktioniere der Schallschutz auch in der „Ritterstube“ nicht, warf Magnus Peresson (UBL) als Anwohner ein. „Die Ritterstube ist sehr stark frequentiert. Die zwei Meter hohe Mauer bringt überhaupt keinen Schallschutz. Die ganze Gegend wird beschallt. Das toleriert man, aber es ist nicht angenehm.“ 

Holzverkleidung als Lösung?

Trotzdem könnte der Ausschuss die Bewirtschaftung unter der Voraussetzung genehmigen, dass eine 1,80 bis zwei Meter hohe Holzverkleidung aufgestellt und begrünt werde, schlug Angeringer vor. Die Emissionen bewertet das Landratsamt Ostallgäu als Fachbehörde und legt auch die Betriebszeiten fest.

Von Angeringers Vorschlag hielt Michael Schmück (CSU) allerdings nichts. „Das gibt ein Gefriemel. Etwas Schönes, Sinnvolles kann gar nicht entstehen.“ Fehler seien hier allerdings schon in der Vergangenheit gemacht worden, wandte Peresson ein. Als in dem Gebäude noch die Sparkasse war, sei der Garten ein „Idyll“ gewesen, das nach und nach zerstört wurde. „In urbaner Hinsicht ist das eine absolute Fehlentwicklung.“ Und auch der Fassadenanstrich in diesem Bereich sei alles andere als gelungen. „Aus dem ganzen Ding hätte man was Schönes machen können, wenn der Architekt gewollt hätte. Warum schreit da niemand?“ 

Der Anstrich wurde nicht mit der Stadt abgestimmt, erklärte der Bauamtsleiter. Deswegen könnte sie jetzt aber eine andere Farbgestaltung fordern und sich dabei auf die Altstadtsatzung beziehen, schlug er vor. Unter dieser Auflage und den angesprochenen Änderungen stimmte der Ausschuss mit drei Gegenstimmen der Stadträte Metzger, Peresson und Schmück dem Antrag zu. 

Und auch beim Hermes-Wandgemälde, das die Arbeiter im Zuge der Umbauarbeiten auf der anderen Seite des Gebäudes übermalt hatten, gibt es etwas Neues. „Der Restaurator ist bis Herbst so beschäftigt, dass er es nicht schafft“, informierte Iacob. „Er wird es aber machen."

kk

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