Träger investieren 20 Millionen Euro in das Füssener Krankenhaus

"Füssen wurde angepackt"

+
Auf der Gebäudelängsseite der Klinik Füssen zum Lech hin wurde in Modulbauweise der Interims-Bettenbau angegliedert und vor kurzem feierlich eröffnet.

Füssen/Marktoberdorf – „Das derzeitige Krankenhaus-Konzept steht mit diesen drei Standorten!“ Das Füssener Krankenhaus wird auch in Zukunft eine tragende Rolle innerhalb des Klinikverbunds Ostallgäu-Kaufbeuren spielen.

Das betonte Landrätin Rita Maria Zinnecker (CSU) jetzt im Redaktionsgespräch mit dem Kreisbote und verwies auf Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro in das Klinikum an der Stadtbleiche. „Füssen wurde angepackt!“ Die Investitionen von rund 20 Millionen Euro umfassen den Bau des Interims-Bettenhauses mit 70 Betten sowie den Abriss und Neubau des Bettenhauses (Bauteil III). Davon stammten acht Millionen Euro aus Fördergeldern, wie Kliniksprecherin Roswitha Martin-Wiedemann auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte.

Darüber hinaus soll der Bauteil V saniert und modernisiert werden, erläuterte Landrätin Zinnecker. „Die Sanierung umfasst insbesondere Brandschutzertüchtigung, Instandhaltungsmaßnahmen und Modernisierung der vorhandenen Nasszellen sowie Einbau neuer Nasszellen“, sagte dazu Kliniksprecherin Martin-Wiedemann.

Nach Abschluss dieser Arbeiten soll das Bettenhaus in den Bauteil V umziehen und Abriss und Neubau des alten Bettenhauses könne beginne. „Wir gehen von der Fertigstellung des neuen Bettenhauses in 2018 aus“, so Martin-Wiedemann. Konkrete Termine – auch was die Sanierung des Bauteils V angeht – könnten zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht genannt werden, da die Planungen noch nicht abgeschlossen seien.

Schlimme Schäden 

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der OP-Säle ist dagegen für August dieses Jahres vorgesehen, wie Zinnecker und Martin-Wiedemann sagten. Die Säle waren, wie mehrfach berichtet, im Herbst 2014 bei einem Feuer schwer beschädigt worden. Sanierung und Reparatur dauern deutlich länger als zunächst angenommen. „Die OP-Säle sind die große Herausforderung“, so Landrätin Zinnecker. Derzeit wird in Füssen deshalb in zwei Interims-OP-Sälen in Modulbauweise operiert.

Trotz der notwendigen Investitionen vor allem in das Füssener Haus gehen die Umstrukturierungsmaßnahmen im Klinikverbund weiter. Ziel sei es, dass Defizit weiter zu senken. So weisen die Wirtschaftspläne laut Zinnecker Defizite für 2015 von 6,9 und für 2016 von rund 4,6 Millionen Euro aus. Dieser Abwärtstrend würde sich laut Prognose weiter fortsetzen.

"Portalfunktionen" 

Auch an der Krankenhausstruktur mit den drei Häusern Kaufbeuren, Buchloe und Füssen werde nicht gerüttelt. Laut der Landrätin hätten die kleineren Kliniken eine „Portalfunktion“ für das Akutkrankenhaus Kaufbeuren.

Mit Blick auf die Defizite schwebt noch immer das Schlichtungsverfahren zwischen dem Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren über deren Köpfe. Wie berichtet, will Kaufbeuren rund 1,3 Millionen Euro vom Landkreis zurückerstattet haben, weil die Umstrukturierungsmaßnahmen, die dann in der Schließung der Kliniken Obergünzburg und Marktoberdorf mündeten, zu lange von der Landkreisseite blockiert wurden. Landrätin Zinnecker hingegen sieht die Forderung Kaufbeurens als „nicht gerechtfertigt“ an. Der Landkreis werde diesbezüglich zeitnah seine Stellungnahme abgeben.

Auch der Verkauf der ehemaligen Klinik in Marktoberdorf sei noch nicht vollzogen. „Es wird das wirtschaftlichste Angebot gewinnen“, so Zinnecker. Wie berichtet, hat die Stadt Marktoberdorf ein Vorkaufsrecht für das Areal, aber auch das Marktoberdorfer Bauunternehmen Hubert Schmid hatte sein Interesse bekundet. Eine Entscheidung hierüber soll „bald“ fallen. Im Übrigen hat Zinnecker den Posten als Kliniken-Verwaltungsratsvorsitzende an Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse abgegeben. Dieser Wechsel ist turnusmäßig geregelt.

Matthias Matz/Kai Lorenz

Auch interessant

Meistgelesen

Motorradfahrer schwer verletzt
Motorradfahrer schwer verletzt
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Mit dem Kreisboten die besten Sommerferien aller Zeiten erleben
Die Freiheit eines Christen
Die Freiheit eines Christen
Grenztunnel wird gesperrt
Grenztunnel wird gesperrt

Kommentare