Der SGS Außerfern blickt auf ein ereignisreiches erstes Jahr zurück

Kein leichter Start

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Die Geburtstagstorte anlässlich des ersten Geburtstags schneidet Geschäftsführerin Birgit Aldrian-Holzer (vorne) an. Mit dabei waren Obmann-Stellvertreter Klaus Witting (hinten v.l.), Pflegedienstleiterin Kathrin Schreck mit ihrer Stellvertreterin Alexandra Huber und SGS-Obmann Dr. Matthias König.

Reutte – Eine große Herausforderung für die Organisation des Sozial- und Gesundheitssprengels Außerfern (SGS) in den kommenden Monaten und Jahren wird es sein, Angebot und Nachfrage laufend abzustimmen. Das wurde vergangene Woche in einer Pressekonferenz deutlich.

In der speziellen geografischen Umgebung des Bezirks bleiben außerdem die langen Wegzeiten zu den Klienten eine organisatorische Herausforderung, die es in diesem Ausmaß in anderen Sprengeln nicht gibt. Darüber hinaus seien längerfristige Planungen schwierig. Das System müsse daher flexibel organisiert sein, um allen KlientInnen das benötigte Ausmaß an Leistungen mit dem verfügbaren Personal zukommen zu lassen. 

Nach einem Jahr seines Bestehens steht dies und vieles mehr auf der Agenda des SGS. Die Weichen für die Trennung vom Roten Kreuz wurden bereits in den Jahren 2013/14 gestellt und Anfang 2016 vollzogen. Um aber die Synergien mit dem Roten Kreuz weiterhin zu nutzen, bleibt die räumliche Nähe weiterhin bestehen.

Der SGS Außerfern hat die Büroräumlichkeiten in der Innsbrucker Straße angemietet. Im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte Geschäftsführerin Birgit Aldrian-Holzer in der vergangenen Woche, dass im Jahr 2016 praktisch finanziell bei Null gestartet werden musste. Die Ablöse von Fahrzeugen und Einrichtungen an das Rote Kreuz sei ein großer Brocken gewesen. 

Das Außerfern ist einwohnermäßig der kleinste Bezirk Tirols. 2016 lebten 32.036 Personen in 37 Gemeinden. Wie für periphere, dünn besiedelte Gebiete typisch, stellt die Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahre und die Prognosen für die Zukunft in vieler Hinsicht eine große Herausforderung dar. 

Großes Angebot

Der SGS betreut flächenmäßig das größte Gebiet in Tirol. Neben den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der Arbeitskreise (Unteres Lechtal, Oberes Lechtal, Tannheimertal, Vils/Musau und Zwischentoren) bietet der Sprengel ein breit gefächertes Angebot für pflegebedürftige Mitmenschen und deren Angehörige im ganzen Bezirk Reutte (mit Ausnahme von Jungholz) an. Aktuell sind 30 hauptberufliche MitarbeiterInnen (24 VZÄ) beim SGS beschäftigt. 

Zudem sind zahlreiche freiwillige Personen in den fünf Arbeitskreisen in den Regionen des Bezirkes unterstützend tätig.

Viele Senioren 

„Im Bezirk Reutte sind 18,6 Prozent der Bevölkerung älter als 65 Jahre, während es im Tiroler Durchschnitt lediglich 17,4 Prozent sind. Der Anteil der Personen über 75 wird bis 2030 um über 40 Prozent steigen. Damit klafft die Schere im Bezirk Reutte weitaus stärker auseinander als im Gesamttiroler Vergleich“, so SGS-Obmann Dr. Matthias König. 

Im vergangenen Jahr wurden von den MitarbeiterInnen der mobilen Pflege des SGS 26 000 Leistungsstunden und 7000 Stunden Wegzeiten geleistet. Das sei gegenüber 2015 eine Steigerung von 3,6 Prozent. Mit den 14 Dienstautos wurden mehr als 300.000 Kilometer im Jahr 2016 zurückgelegt. 

Die MitarbeiterInnen des SGS Außerfern haben demnach im Jahr 2016 ca. 400 KlientInnen betreut. Davon waren 188 Neuzugänge. Das heißt, dass die SGS fast täglich einen neuen Klienten aufgenommen und versorgt hat. 

Die Tendenz sei weiterhin steigend. Als erfreulich bezeichnete König, dass ca. 45 Prozent der KlientInnen, bei denen die Betreuungszeit im Jahr 2016 beendet wurde, sich wieder selbstständig versorgen könnten und gesund geworden seien.

ed

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