Dritte Klasse der Pfrontener Grundschule untersucht die Vils und ihre Lebewesen

Kleine Forscher in der Vils

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Mit Keschern und dick in warme Kleider eingepackt holen die Kinder der dritten Klasse die verschiedenen Lebewesen aus der Vils.

Pfronten – Die Vils fließt nur ein paar Hundert Meter entfernt an der Grundschule Pfronten vorbei. Sie ist zwar ein schnell fließendes alpines Gewässer, aber dennoch ist es möglich, sich an kleinen Kiesbänken gefahrlos mit Kindern aufzuhalten. Idealere Bedingungen für einen anschaulicheren Unterricht zum Thema „Leben im Fließgewässer“ gibt es also kaum.

Darum startete der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) jetzt dort für die dritte Klasse von Lehrer Andre Sommer das einjährige Biodiversitätsprojekt „Klassenzimmer Alpen“. Der LBV ist für seine Umweltbildungsarbeit vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit dem Qualitätssiegel „Umweltbildung.Bayern“ ausgezeichnet worden und erhält für das Projekt Fördergelder vom Ministerium.

Nach nur einer Stunde regulärem Unterricht verließ ein quirliger Haufen Kinder in Gummistiefeln sein Klassenzimmer und versammelte sich am Ufer der nahen Vils. Statt dem Schreibtisch hatten sie nun Klemmbretter für ihre Notizen dabei und statt an die Tafel zu schauen, begutachteten die Kinder zunächst die Vils und ihre Ufer. Der Fluss fließt schnell, große Steine ragen aus dem Wasser heraus und sie ist sehr kalt. Letzteres konnten einige der zu euphorischen Wasserforscher, trotz ihrer Gummistiefel, spüren, als sie zu weit ins Wasser gelaufen waren.

Spannende Suche

 Biologin Monika Schirutschke vom LBV ging es aber auch genau um solche Erfahrungen: „Die Kinder sollen den Lebensraum Fließgewässer selbst erleben und ihn wie Forscher erkunden. Dabei lernen sie die Vielfalt an Lebewesen in und am Gewässer am besten kennen“, erklärte sie. Nachdem sie auf den achtsamen Umgang mit anderen Lebewesen hingewiesen hatte, machten sich die Kinder auf die Suche nach Insektenlarven und ähnlichen Kleintieren. Kleine Kescher, Pinsel und mit Wasser gefüllte Wannen dienten ihnen dazu, die Tiere zu fangen und zu begutachten. Mit Hilfe vereinfachter Bestimmungsliteratur konnten die Schüler dann selbst herausfinden, was sie da eigentlich gefangen hatten.

Viele Diskussionen

 Besonders spannend fanden die Kinder die an das sauerstoffreiche Gebirgswasser angepasste Eintagsfliegenlarve, die als erwachsenes Tier nur wenige Stunden an Land lebt. Mit ihren drei langen Schwanzanhängen war sie gut von anderen kleinen Larven zu unterschieden. Nicht immer waren sich die Schüler, die in Kleingruppen arbeiteten, untereinander einig, was für Tiere sie in ihren Wannen hatten. Es wurde heftig diskutiert. Aber auch das gehört mit zum Lernprozess. Werte wie Teamfähigkeit, Respekt vor der Meinung anderer oder den achtsamen Umgang mit der Natur sollen den Kindern beim praxisnahen Unterricht im Freien ebenfalls vermittelt werden und seien ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Vorhabens.

Das Projekt „Klassenzimmer Alpen“ besteht aus insgesamt acht Projekttagen. Bei den noch folgenden Veranstaltungen werden die Kinder auch noch am Halblech und an einem stehenden Gewässer forschen. Dabei werden sich die Kinder im Laufe des Projekts neben der Biodiversität auch noch mit Themen wie Hochwasserschutz und naturverträglicher Freizeitnutzung beschäftigen und dabei noch einige Stunden in ihrem „Klassenzimmer Alpen“ verbringen.

kb

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