"Gut gerüstet"

Sparkasse Allgäu ist mit dem Geschäftsjahr 2019 zufrieden

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Obwohl sie derzeit mit schwierigen Marktbedingungen zu kämpfen hat, ist die Sparkasse Allgäu mit dem Geschäftsjahr 2019 zufrieden.

Allgäu – Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 hat jetzt die Sparkasse Allgäu zurückgeblickt. Trotz schwieriger Marktbedingungen aufgrund der Niedrigzinsphase, regulatorischen Auflagen und technologischem Wettbewerb gelang es der Sparkasse nach eigenen Angaben erfreuliche Ergebnisse zu erzielen.

Da der Zinsüberschuss – die Hauptertragsquelle der Sparkasse – in der aktuellen Zinssituation weiter geschrumpft ist, schlug sich das Wachstum im Kundengeschäft nicht in der Ertragsentwicklung der Sparkasse Allgäu nieder. Trotzdem sei es der Bank gelungen, durch Effizienzsteigerung, Kostenoptimierung und einem wachsenden Vertriebserfolg das Eigenkapital um 19,4 Millionen Euro aus dem Jahresüberschuss zu erhöhen. Es beträgt nun 444 Millionen Euro, womit die Sparkasse Allgäu nach eigenen Angaben wirtschaftlich stabil da steht. Ihre Bilanzsumme erhöhte sie um 5,5 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. 

„Doch weil sich das Niedrigzinsumfeld weiter verschärft, müssen wir tiefer eingreifen, um den Abwärtstrend abzupuffern und neue Ertragsfelder erschließen“, sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Hegedüs. Die Sparkasse baute auch im Geschäftsjahr 2019 ihr Kundengeschäft deutlich aus. Sowohl bei Privat- als auch bei Unternehmenskunden sind Kredit- und Einlagenvolumen gestiegen. Das Kundenkreditvolumen nahm um fast vier Prozent auf 2,98 Milliarden Euro zu. Der hohe Einlagenzufluss von 128 Millionen Euro auf 3,6 Milliarden Euro, ein Plus von 3,7 Prozent, bestätige das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse Allgäu, das sie in Kundenbefragungen zum Ausdruck brachten. 

Privatpersonen bilden die größte Kundengruppe der Sparkasse Allgäu. Sie stehen für 44 Prozent des Kreditvolumens und 87 Prozent aller Einlagen. Das aktuelle Zinsumfeld begünstigt private Kreditnehmer, während die privaten Sparer darunter leiden. 

Immobilien bleiben beliebt 

Fast 80 Prozent der Kredite, die die Sparkasse Allgäu in 2019 an Privatkunden ausgereicht hat, waren Immobilienkredite. Sie umfassen 201,8 Millionen Euro, ein Plus von 36 Prozent. Die positive Entwicklung des Immobilienmarktes im Allgäu habe sich auch 2019 konstant fortgesetzt. Eine hohe Nachfrage steht weiterhin einem knappen Angebot gegenüber. „Die Nachfrage nach Immobilien wird angesichts der langen Zins-Durststrecke nochmals zum Ventil für viele, die den Vermögensaufbau ansonsten über Kapitalmarktanlagen gesucht hätten“, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Heribert Schwarz. Insgesamt vermittelte die Sparkasse 249 Immobilien mit einem Verkehrswert von knapp 76 Millionen Euro, ein Plus von 29 Prozent. Auch verbesserte Förderbedingungen erleichterten die Anschaffung und Modernisierung einer Immobilie. Die Sparkasse Allgäu profitierte überdurchschnittlich von den guten Marktbedingungen und erzielte 2019 das beste Courtageergebnis seit ihrem Bestehen. 

Auch im Bausparen verzeichnete die Sparkasse im vergangenen Jahr eine gute Entwicklung. „Immer mehr Menschen bauen hier sinnvoll Eigenkapital auf und sichern sich gleichzeitig mit einem Bausparvertrag langfristig niedrige Kreditzinsen für die Zukunft“, so Schwarz. Die Sparkasse Allgäu steigerte ihr gutes Vorjahresergebnis um 6,7 Prozent und vermittelte eine Bausparsumme von 168 Millionen Euro. Das Guthaben der Kunden auf Bausparverträgen erhöhte sich um 5,1 Prozent auf knapp 290 Millionen Euro. Schwarz begrüßte mit Blick auf die Zukunft, dass die staatliche Förderung für Bausparer mit der Wohnungsbauprämie ab 2021 angehoben wird. „Das hilft für den Vermögensaufbau in der Breite“. 

Einlagen steigen trotz niedriger Zinsen 

Trotz niedrigster Zinsen sind 2019 die Einlagen der Privatkunden bei der Sparkasse erneut deutlich gestiegen. Sie stiegen um 4,3 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Die Kunden legten ihr Geld vor allem in täglich fällige Gelder- bzw. Sichteinlagen und verzichteten laut Kreditinstitut damit auf die Erträge, die sie bei gutem Risikomanagement über Wertpapiere erzielen könnten. Doch nicht nur für die Kunden erweise sich dieses Anlageverhalten als negativ. 

Für die Sparkasse bedeuten nach eigenen Angaben große Sichteinlagen auf Dauer eine betriebswirtschaftliche Belastung. Ein wesentlicher Teil müsse liquide gehalten werden, wofür die Sparkasse Verwahrentgelte an die Deutsche Bundesbank und an andere Kreditinstitute bezahlen müsse. So können weder die Kunden noch ihre Sparkasse Zinserträge erzielen. „Geldanlagen sollten heute langfristig über Wertpapiere organisiert werden”, erklärte Heribert Schwarz. 

„Auch mit regelmäßig kleinen Anlagebeträgen im Wertpapiersparen kann sinnvoll Vermögen aufgebaut werden. Das ist zu vertretbaren Risiken möglich.” Dass immer mehr Kunden dem aufgeschlossen gegenüber stehen, zeige laut Sparkasse ihr Wertpapiergeschäft 2019. Ihr Kunden-Wertpapierbestand sei um knapp 17 Prozent auf 1.333 Millionen Euro angewachsen. 

Auch im Bereich Kapitalversicherungen suchen die Kunden längerfristige Anlagen. Mit einer Versicherungssumme von 46,8 Millionen Euro steigerte die Bank ihren Absatz 2019 um 34 Prozent. Hierbei gehe der Trend zu Versicherungslösungen, die mit Fonds unterlegt sind. Bei der betrieblichen Altersvorsorge wirke sich die verbesserte Förderung zum 1. Januar 2019 positiv aus. 

20 Prozent mehr Kredite an Unternehmen 

Unternehmen und Selbständige stehen für rund 54 Prozent aller vergebenen Kredite bei der Sparkasse Allgäu. Gleichzeitig halten sie knapp zehn Prozent der Einlagen bei der Sparkasse. 2019 sagte die Bank neue Unternehmenskredite in Höhe von 310,2 Millionen Euro zu. Das sind 20,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei der Vermittlung öffentlicher Darlehen baute die Sparkasse Allgäu im abgelaufenen Jahr ihre Spitzenposition als Mittelstandspartner weiter aus. Fast 90 Millionen Euro an Fördergeldern beschaffte sie für ihre Kunden von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder der LfA Förderbank Bayern. Mit diesem Bestandszuwachs liegt die Sparkasse Allgäu nach eigenen Angaben sowohl in Schwaben als auch in Bayern auf Platz eins im relativen Vergleich mit allen Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

kb

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