Zuschüsse werden gekürzt

Sparprogramm: Füssener Vereine erhalten künftig weniger Geld von der Stadt

Stadtolympiade Füssen
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Gespart wird künftig auch beim Budget für die „Stadtolympiade“.
  • Matthias Matz
    VonMatthias Matz
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Füssen – Die Stadt wird ihre Zuschüsse an zahlreiche Füssener Vereine ab dem kommenden Jahr um die Hälfte kürzen.

Das hat der Stadtrat in seiner Sondersitzung am Montagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Andere Einrichtungen wie etwa die „Kleiderkiste“ müssen ihre städtischen Zuschüsse dagegen künftig beantragen und begründen. Dagegen stimmte Ilona Deckwerth von der SPD.

Betroffen von der ab dem neuen Jahr geltenden Regelung sind von den Feuerwehr-Vereinen über die verschiedenen Sportvereine bis zum Montessori-Trägerverein alle Füssener Vereine. So wird die Förderung der drei Feuerwehr-Vereine von derzeit insgesamt 2000 Euro – davon entfallen 1000 Euro auf die Kernstadtwehr und jeweils 500 Euro auf die Wehren aus Hopfen und Weißensee – auf 1000 Euro zusammengestrichen.

Weitere 3000 Euro sollen ab dem kommenden Jahr eingespart werden, indem die Zuschüsse für den Trägerverein der Montessori-Schule (derzeit 650 Euro pro Schüler/13.650 Euro für 2021 insgesamt), den Caritas-Verband (1000 Euro), den Historischen Verein „Säuling“ (2020: 600 Euro), die Wasserwacht (1350 Euro) sowie die „Harmoniemusik“ (2000 Euro) reduziert werden. Hier sollen die jedoch einzelnen Beiträge künftig genau betrachtet und dann entschieden werden.

Ferner soll der Zuschuss der Stadt an die Sportvereine für die Jugend- und Vereinsförderung in diesem Jahr ebenfalls um die Hälfte gekürzt werden. Statt der geplanten 40.000 Euro würden dann heuer nur noch 20.000 Euro an die Clubs ausgeschüttet werden. Für das kommenden Jahr sollen schließlich die Förderrichtlinien angepasst und die Förderung anlassbezogen auf die Jugendförderung beschränkt werden. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht“, stellte Stadtrat Martin Dopfer (Füssen-Land) dazu fest. „Es wird nicht pauschal gekürzt, sondern wir schauen uns das genau an!“

Zunächst aber sollte das Thema nochmals in der Stadtratssitzung am gestrigen Dienstagabend nach Redaktionsschluss dieser Kreisboten-Ausgabe, diskutiert werden. „Die Frage ist, wie viel Budget stellt der Stadtrat zur Verfügung“, erklärte der zuständige Amtsleiter Markus Gmeiner.

Finanziell kleinere Brötchen werden künftig auch bei der traditionellen „Stadtolympiade“ sowie den alljährlichen Sportlerehrungen gebacken. So darf das städtische Budget für die „Stadtolympiade“ künftig nicht über 5000 Euro liegen. Der Etat für die Sportlerehrung wird auf 1000 Euro zusammen gestrichen.

Kritik von der SPD

Kritik an den Einsparungen bei den Vereinen kam von SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth. Hier müsse genau hingeschaut werden, appellierte sie. „Die Ehrenamtlichen erfahren dadurch ja auch Wertschätzung und Unterstützung.“ Zudem seien die Summen, um die es bei den Vereinen gehe, vergleichsweise gering. „Ich appelliere, eine gute Abwägung zu treffen, wo wir einsparen und welchen Frust wir erzeugen“, sagte sie.

Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) erwiderte, dass die Entscheidungen keinem der Kommunalpolitiker Spaß machen. „Jedem von uns tuen diese 500 Euro weh“, betonte er mit Blick auf die Zuschuss-Kürzungen bei den Feuerwehr-Vereinen. Allerdings seien die Vorgaben des Landratsamtes und des Finanzministeriums eindeutig. „Wir dürfen die Positionen so nicht stehen lassen!“

Weniger städtische Förderung wird es ferner auch im kulturellen Bereich geben. So sollen etwa die Zuschüsse für die „Musikfestspiele Königswinkel“ und das „Orff-Projekt“ der Bayerischen Philharmonie – beide finden im Festspielhaus statt – von derzeit jeweils 5000 Euro um 50 Prozent reduziert werden. Das Budget für die Schultheaterprojekte im Festspielhaus wird dagegen auf 5000 Euro gedeckelt. Auch andere Veranstaltungen in dem Musiktheater, wie beispielsweise die „MOD-Festivals“, sollen künftig nicht mehr vonseiten der Stadt bezuschusst werden.

Klare Ansage

Gänzlich gestrichen wird dagegen der pauschale Zuschuss für die Musikschule Pfronten in Höhe von jährlich 3500 Euro. Einen entsprechenden Beschluss hatte in der vorvergangenen Woche bereits der Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss gefasst. Stattdessen will die Stadt künftig nur noch einen Beitrag zahlen, wenn ein Kind auf die Musikschule in Pfronten gehen muss, weil an der Musikschule in Füssen der gewünschte Musikunterricht nicht angeboten wird.

Pauschale Auszahlungen wird es künftig auch für die „Kleiderkiste“, die Kriegsgräberfürsorge oder den Hospizverein nicht mehr geben. Dadurch will die Verwaltung weitere 2500 Euro einsparen. Stattdessen können die Einrichtungen Zuschüsse beantragen, müssen diese aber begründen und darüber hinaus ihre Finanzen offenlegen.

Auch hier äußerte Ilona Deckwerth deutliche Kritik. „Die Kleiderkiste wird von Ehrenamtlichen mit ganz viel Aufwand betrieben“, erklärte sie. „Hier zu kürzen, halte ich für kontraproduktiv!“ Bürgermeister Eichstetter betonte indes: „Es geht nicht darum, dass wir das nicht wertschätzen. Es geht darum, dass das pauschale Ausschütten von Geld nicht sein darf!“

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