"Die Politik ist auch ein Hobby"

Ilona Deckwerth. Foto: privat

Füssen – Die Füssener Stadträtin Ilona Deckwerth kandidiert zum ersten Mal um den Landratsposten. Wie sie als Landrätin agieren würde, davon hat sie eine klare Vorstellung. Klappt es nicht, so will sie in den Kreistag einziehen – und im Sommer vielleicht wieder einmal mit dem Rad über die Alpen.

Es waren nur rund 300 Stimmen, die Ilona Deckwerth fehlten, dann wäre sie als zweite Füssenerin neben Dr. Paul Wengert in den neu gewählten Landtag eingezogen. „Ich hätte schon zugegriffen“, sagt die Förderschullehrerin, die Landespolitik hätte sie durchaus interessiert. Erneut kandidiert sie für den Füssener Stadtrat und nun zum 1. Mal auf Kreisebene. Daneben ist sie unter anderem bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft engagiert. „Die Politik ist auch ein Hobby“, sagt die gebürtige Treuchtlingerin.

Auch wenn für die überzeugte Sozialdemokratin und Gewerkschafterin im politischen Leben eher rot angesagt ist, beim Fußball schlägt ihr Herz für schwarz-gelb. „Ich bin BVB-Fan“, gibt sie zu. Entspannung finden Deckwerth bei der Pflege ihres Gartens, und freut sich jedes Jahr auf die Beerenernte. Wenn die Zeit es zulässt, dann will sie im Sommer wieder auf eine ausgedehnte Radtour, zum Beispiel über die Alpen, die es ihr angetan haben, seit sie 1988 an der Füssener Förderschule als Lehrerin anfing.

Das Ostallgäu sei für sie „eine wunderbare Heimat geworden“. In den zehn Jahren, in denen sie politisch tätig ist, habe sie die Region auch über Füssen hinaus kennengelernt. Sie kenne den nördlichen Landkreis, der sich schon an den Großraum München schmiegt, die Mitte mit ihren international bekannten Industriebetrieben und den touristisch geprägten Süden. 

Wichtig für die Region sei der konsequente Ausbau der B12, aber auch durchgängige Fahrrad-Trassen und vor allem ein guter ÖPNV. Dazu gehöre auch ein Bahn-Konzept. Für den Erhalt der alpenländischen Natur tritt sie unter anderem in ihrer Forderung nach einem Nationalpark Ammergebirge ein. Mit Windkraftanlagen hat sie kein großes Problem, „es gibt nördlich von Marktoberdorf Standorte, mit denen auch die Bevölkerung einverstanden ist“, ist sie sich sicher. 

Ein zentraler Punkt ihrer Stadtratsarbeit ist die Seniorenpolitik und damit einhergehend auch das Thema Gesundheit. Für die Zukunft der geschlossenen Häuser des Klinikums hat sie denn auch eine klare Vorstellung. „Ich werde als Landrätin darauf bestehen, dass der Landkreis die medizinische Nachnutzung nicht aus der Hand gibt“, sagt sie. Entsprechend befürwortet sie die Kooperation mit dem Bezirk für eine psychosomatische Einrichtung in Obergünzburg. Wenn in Marktoberdorf eine Institution für Senioren entsteht, dann nur mit breit aufgestellter Infrastruktur, „dort muss ein ganzes Viertel entstehen“, sagt Deckwerth. Beim Thema Jugend würde sie gerne der Stadt Kempten etwas abschauen, wo das Förderprogramm „Zukunft bringt’s“ erfolgreich Jugendliche auf den Start ins Berufsleben vorbereitet. ps

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