Neubau statt Flickwerk: SPD Schwangau kritisiert Vorgehen der Gemeinde und fordert neuen Kindergarten

SPD Schwangau fordert neuen Kindergarten

Kindergarten Tosso in Schwangau
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Der Kindergarten St. Tosso ist in die Jahre gekommen.

Schwangau – Eine neue Kindertagesstätte soll in Schwangau gebaut werden. Das fordert jetzt der SPD-Ortsverein Schwangau. Das neue Gebäude soll alle Angebote an einem Ort zusammenführen und mit moderner Ausstattung den heutigen Anforderungen entsprechen. „Wir können doch nicht jahrelang mit Notlösungen und Flickwerk arbeiten“, ist man sich im SPD-Ortsverein einig. 

„Dass die Gemeinde Schwangau eine Kinderkrippe eröffnet und dafür 230.000 Euro in die Hand nimmt, ist ja erst einmal gut“, sagt der Schwangauer SPD-Ortsvorsitzende und Gemeinderat Simon Loderer. Dennoch kritisiert der SPD-Ortsverein deutlich die Vorgehensweise der Gemeinde bei diesem Thema.

Denn es könne keine Rede davon sein, dass die Gemeinde „kurzfristig“ Plätze schaffen musste. Seit Jahren sei bekannt, wie hoch der Bedarf in Schwangau ist, moniert die SPD. Zahlen dazu lassen sich sowohl der „Fortschreibung Kinderbetreuung“ des Landratsamtes Ostallgäu wie auch der Gemeindestatistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik entnehmen. Laut Stefan Walz wurde das auch immer wieder im Gemeinderat angesprochen. Aber passiert sei nichts, kritisiert er. Schon längst hätte sich die Gemeinde mit einem Neubau beschäftigen und sich um die entsprechenden Fördermittel kümmern müssen.

Großer Handlungsbedarf

Nach einer Ortsbesichtigung war für Stefan Walz klar, dass der Kindergarten St. Tosso schon deutlich in die Jahre gekommen ist. Überall sei Handlungsbedarf nötig: ob an Böden, den Sanitäranlagen oder am Mobiliar. Durch die hohe Belegung sei es jetzt schon eng in den Räumen der Schwangauer KiTa. Eine weitere Verdichtung sei alles andere als kinderfreundlich, moniert er. Betreuungsqualität sei hier nur durch die engagierten Mitarbeiterinnen möglich, aber jeden Tag eine neue Herausforderung.

Simon Loderer fordert, sich gut zu überlegen, ob ein Neubau nicht die bessere Lösung sei, als hohe Investitionen in ein altes Gebäude. „Unsere Kinder haben es doch verdient, die beste Betreuung zu bekommen, die es gibt“, sagt Karin Walz. Entsetzt sei sie darüber, dass es wohl Stimmen gebe, die kritisieren, dass die Mütter ihre Kinder abgeben, um ihren Freizeitaktivitäten nachzugehen. Das sei inakzeptabel, so Karin Walz.

Es gebe viele Mütter und Väter, die Geld verdienen müssen. Und selbst wenn sie das nur „wollen“, sei das kein Grund für Kritik. Viele Frauen seien gut ausgebildet und würden auf dem Arbeitsmarkt dringend gebraucht. Gerade in Corona-Zeiten sollten die Menschen zudem verstanden haben, dass viele Frauen systemrelevante Jobs in Krankenhäusern, Arztpraxen, Kliniken oder Lebensmittelläden haben.

Der SPD-Ortsverein Schwangau fordert daher den Neubau einer Kindertagesstätte mit moderner Ausstattung, der alle Angebote an einem Ort zusammenführt.

kb

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