Schmid und Coordes spenden 3500 Euro für Schädelhirntrauma-Patienten

Auf dem Rad durch Deutschland

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„Mit unserer neuen Kollektion Glücksbringer by ebos unterstützen wir die Hannelore-Kohl-Stiftung“, so Stefan Schmid aus Füssen (links). Zu den Spendern gehört auch der Fotograf Rainer Coordes (Mitte), den Füssens Zweiter Bürgermeister Niko Schulte nach seiner Radl-Tour durch Deutschland ebenfalls im Klosterhof in Empfang nimmt.

Füssen – Menschen mit Schädelhirntrauma zu unterstützen, liegt Stefan Schmid und Rainer Coordes am Herzen.

Deshalb haben sie nun insgesamt 3500 Euro auf das Spendenkonto der ZNS Hannelore-Kohl-Stiftung überwiesen. Das Geld sammelten beide auf ungewöhnliche Weise. Während Schmid Glücksbringer verkaufte und ein Teil des Erlöses spendete, fuhr Coordes mit dem Fahrrad von Flensburg nach Füssen. 

Am 20. Mai machte sich Coordes auf die 1300 Kilometer lange Strecke. Von Flensburg aus radelte er über Schleswig, Kiel, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster, Dortmund, Köln, Bonn, Koblenz, Bingen und Stuttgart bis nach Füssen. Auf einer solchen Tour möchte er darauf aufmerksam machen, dass das Tragen von Fahrradhelmen schwere Hirnverletzungen verhindern könne.

Darüber hinaus wolle er für „mehr Rücksicht im Straßenverkehr werben“. „Schon 2014 habe ich für die ZNS Hannelore-Kohl-Stiftung meine Tour absolviert“, erzählte Coordes kurz nach seiner Ankunft im Klosterhof. „Damals bin ich in fünf Tagen von Flensburg nach Füssen gefahren.“ Heuer erreichte er sein Ziel auf der abschließenden Etappe von Memmingen aus. 

Da sie selbst schwere Kopfverletzungen erlitten haben, spenden Stefan Schmid und Rainer Coordes regelmäßig Geld an die Hannelore-Kohl-Stiftung (Internet: www.hannelore-kohl-stiftung.de). Diese wurde 1993 gegründet und unterstützt Menschen mit Schädelhirntrauma. In Füssen trafen sich beide Spender im Klosterhof des ehemaligen Benediktinerklosters St. Mang. 

Glück im Unglück

Niko Schulte, der ebenfalls mit dem Rad angekommen war, begrüßte als Zweiter Bürgermeister der Stadt die Gruppe, die sich bei einem Sektempfang eingefunden hatte. Der Auslöser für die Spendenübergabe – wie der Füssener Schmid auch im Namen von Coordes unterstrich – sei die eigene Erfahrung, „Glück im Unglück gehabt zu haben“.

 Denn beide wurden bei Unfällen schwer verletzt. Doch beide sind wieder genesen. Bei einer Mountainbike-Tour vor vier Jahren mit Freunden stürzte Schmid und erlitt „ein schweres Schädelhirntrauma“, wie er erzählte. „Mein Leben wurde in Bruchteilen von Sekunden verändert.“ 

Doch wie durch ein Wunder habe damals eine Verkettung von glücklichen Umständen eingesetzt: wenige Augenblicke später war eine Notärztin zur Stelle. Der Rettungshubschrauber transportierte Schmid in die Neurochirurgische Abteilung einer Klinik, „wo die erforderliche OP gut verlaufen ist“.

Langer Weg zurück

Coordes Unfall liegt etwas länger zurück: 1989 radelte der damals 24-Jährige gerade zur Arbeit, als eine Autofahrerin die Kontrolle über ihren Wagen verlor, auf den Radweg raste und gegen Coordes prallte. Dieser wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Doch nach mehrere Monaten im Krankenhaus und der anschließenden Reha gelang ihm der Schritt „zurück in die Arbeitswelt“.

„Besonders liegen mir diejenigen Menschen am Herzen, die ein ähnliches Schicksal ereilt haben, aber weniger Glück hatten als ich.“, sagte Schmid, Inhaber eines Geschäfts in Kempten. Als kreativer Unternehmer hatte er die Idee, Glücksbringer zu verkaufen: Pro verkauften Artikel, so Schmid, „geht ein Anteil an die ZNS Hannelore-Kohl Stiftung für Menschen mit Schädelhirntrauma.“ Die neuerliche Spende von Schmid beträgt 3000 Euro. 500 Euro sammelte Rainer Coordes auf seiner mehrtägigen Fahrrad-Tour ein.

Chris Friedrich

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