anierung der Filialkirche St. Leonhard ist abgeschlossen

Ein neues Schmuckstück

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Kirchenpfleger Marin Haf – mit leichtem Handicap nach einem Unfall und OP – ist auch stolz auf den sanierten Beichtstuhl in St. Leonhard in Pfronten-Heitlern.

Pfronten – Doppelten Grund zur Freude hat derzeit die Pfarreiengemeinschaft Pfronten-Nesselwang: Zum einen wird mit Werner Haas aus Straubing im November der neue Pfarrer erwartet.

Zum anderen sind die Pforten der Filialkirche St. Leonhard südlich der Vilsbrücke nach einer umfassenden Renovierung nach über einem Jahr wieder geöffnet. Für die Gläubigen in Pfronten-Heitlern sei es von großer Bedeutung, dass ihr Gotteshaus erneut zu einem „Schmuckstück geworden ist“, sagt Kirchenpfleger Martin Haf. 

Er informiert unsere Zeitung bei einer Besichtigung auch darüber, wie die Gesamtkosten von 740.000 Euro aufgebracht werden. Großes Lob zollt Haf „unseren vielen ehrenamtlichen Einsatzkräften, deren Leistung einfach vorbildlich war.“

Er sei zuversichtlich, dass die noch fehlenden 45.000 Euro durch Spenden zusammen kommen werden“, betonte Haf. Selbst aufzubringen sind 120.000 Euro. „Bisher haben wir schon 75.000 Euro an Spenden bekommen.“ Den Großteil der Gesamtkosten übernahm die bischöfliche Finanzkammer. Mit einem Sonderzuschuss stieg der Betrag, der zu Verfügung gestellt wurde, nach Angaben von Haf auf 500.000 Euro. „Hinzu kamen Fördermittel aus unterschiedlichen Quellen.“ 

Dadurch gilt der größte Teil des zunächst auf 650.000 Euro geschätzten Projekts, das im Frühjahr 2016 begonnen wurde, frühzeitig als finanziell abgesichert, weiß der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Allgäu zu berichten. Allerdings konnte das Vorhaben nicht wie geplant bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. „Die Balken waren alle marode“, so Haf. 

Gottesdienste finden statt

Mit einem festlichen Gottesdienst konnte mittlerweile der Abschluss der Renovierung dieser Filialkirche der Pfarrkirche St. Nikolaus in Pfronten-Berg gefeiert werden. „Unsere Kirche in Heitlern, in der ich 1968 getraut wurde, steht damit wieder regelmäßig für Gottesdienste, spirituelle Veranstaltungen und natürlich auch die Besichtigungen offen“, so Haf. „Jetzt können auch wieder die Schulgottesdienste gefeiert werden. Schule und Kindergarten sind ganz in der Nähe.“ 

Um Besucher vor Gefahren zu schützen, war nach umfassenden statischen Untersuchungen zunächst die Empore mit der kleinen Orgel und nach der Teilsperrung später sogar die gesamte Kirche für den Publikumsverkehr nicht mehr zugänglich. „Wir mussten etwas tun, zuletzt war vor über 30 Jahren saniert worden“, blickt Haf zurück. Der Dachstuhl wurde fachmännisch erneuert und das Dach neu eingedeckt. Der Turmaufsatz konnte unter denkmalschutzrechtlichen Aspekten renoviert werden, wie Haf weiter berichtete. „Der Turm ist von außen mit neuen Schindeln eingedeckt worden. Das schützt vor jedem Wetter“, erklärt der Kirchenpfleger.

Im Innenraum des Gebäudes, erläuterte der ehemalige Sparkassen-Vorstand, fielen ebenfalls umfassende Sanierungsarbeiten an. Gleich am Eingang steht der restaurierte Opferstock. „Das verdanken wir Pfrontener Schmiedemeistern in Gemeinschaftsarbeit“, freut sich Haf. Nicht zu vergessen sei: „Den historischen Beichtstuhl aus Nesselwang hat für uns Hans Leitenmaier renoviert.“ 

Im Anschluss an den feierlichen, musikalisch und gesanglich von der Pfronener Stubenmusik gestalteten Gottesdienst in der voll besetzten Filialkirche zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der Bayrischen Landesstiftung und frühere Staatsminister Josef Miller (CSU) hocherfreut, bei der Feier dabei sein zu können.

Pfrontener Besonderheit

Miller hob die Besonderheit in Pfronten mit der Hauptkirche und den beiden Filialkirchen sowie den zahlreiche Kapellen hervor, „die alle in einem guten Zustand sind oder gebracht werden“. 

Es freue ihn, dass die Landesstiftung für die Renovierung zu den anfänglich 15.000 Euro Fördermitteln noch weitere 40.500 Euro nach Pfronten weiterleiten konnte. Miller betonte: nicht allein die beantragten und genehmigten finanziellen Mittel machten diese Renovierung möglich. In Pfronten stütze man sich auf „viele Helfer, die mit einer besonderen Währung bezahlt werden, mit einem Vergelt’s Gott.“ 

Insbesondere auch den „Ortsrechtlern“ aus der landwirtschaftlichen Tradition dankte Pfrontens Bürgermeisterin Michaela Waldmann nach Abschuss der Renovierungsarbeiten, die nach dem Gottesdienst noch ausgiebig begutachtet wurden. Wer Fragen hatte, konnte sich vor Ort an die beauftragten Handwerker aus der Region wenden. Diese gaben Auskunft über ihre erbrachten Leistungen. 

Bereits im Vorfeld war man sich aber einig: Die Kirche in Heitlern mit dem Hochaltar von 1738 dient der Identität von Generationen und sollte daher durch gemeinsame Hilfe wieder im neuen Glanz erstrahlen können. Das Patrozinium wird hier am 6. November gefeiert.

Chris Friedrich

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