Ein Hit-Gigant im Haus Hopfensee

Günther Sigl im Haus Hopfensee. Foto: cf

Hopfen am See – Günther Sigl und seine Begleitband erwiesen sich als ein Glücksgriff, um den 50. Geburtstag der „Lebenshilfe Ostallgäu“ zu feiern. 300 Konzertbesucher im „Haus Hopfensee“ waren begeistert vom Auftritt des als Frontmann der Gruppe „Spider Murphy Gang“ bekannt gewordenen Musikers.

Vor vier Jahren spielte er sein erstes Soloalbum ein, das zweite steht vor dem Abschluss. Dass der gute, alte Rock`n Roll nie stirbt, beweisen die Rolling Stones, aber auch „Jungspund“ Sigl, der anders als Mick Jagger seinen 70. Geburtstag noch nicht gefeiert hat. „Der Günther“, bekanntlich mit der noch regelmäßig auftretenden Spider Murphy Gang ein echter Hit-Gigant, gestaltete in Hopfen nur insofern einen nostalgischen Abend, weil er vom bei Jugendlichen in den 60er Jahren populär werdenden Ami-Sender AFN erzählte, von Musiktruhen und der Schallplatte mit A- und B-Seite. 

Das Publikum dufte den aus Beat Clubs aufsteigenden Sigl bis zu seiner jetzigen kreativen Phase begleiten, in der er sich zum Liedermacher entwickelt hat, der in Kürze sein zweites Solo-Projekt zu Ende bringen wird. Für die daraus servierte Kostprobe hat er ebenfalls stürmischen Beifall geerntet. Sigl ist selbstverständlich weiterhin der herausragenden Rolle verbunden, die er als Frontmann der Spider Murphy Gang ausfüllt. Ein 162 Zentimeter „mit Absatz“, wie er selber sagt, zählender Topmusiker, dem echt gute Texte über den jeweiligen Zeitgeist zu danken sind und der betont locker zeigt, dass ein bayerischer Poet nicht unbedingt so barock sein muss wie der Kollege Wecker. 

An das zweistündige Konzert mit Pause schlossen sich 30 Minuten Zugabe an. Party in familiärer Atmosphäre war angesagt, es tanzte sogar Juniorchef Florian Pickl beim Servieren der Getränke. Erfolgstitel wie „Skandal im Sperrbezirk“ oder „Schickeria“ wurden vom Gitarristen Willie Duncan, vom singenden Drummer Dieter Radig und Wolfgang Götz, der als Multinstrumentalist auf der Bühne glänzt, gemeinsam mit Chef Sigl so fetzig frisch gespielt, als wären diese erst in der Nacht zuvor irgendwo in Schwabing einstudiert worden und nicht um 1980.

Erinnerungen werden wach

„Für mich war es ein Erlebnis die Spider Murphy Gang 1977 in einer kleinen Kneipe in München zu hören. Da waren nur 30 Musikfans dabei und jeder war begeistert“, erinnerte sich Angelika Hofer. Sie verfolgte die Sigl-Show mit Musikfans vom Balkon im „Haus Hopfensee“ und geizte nicht mit Applaus. Später an diesem „supertollen Abend“, wie sich drei Besucherinnen aus Prem ausdrückten, durfte der Modetanz Twist beim ausverkauften Fest „50 Jahre Lebenshilfe“ im „Haus Hopfensee“ eine Auferstehung feiern. 

Sigl demonstrierte den vielen Jüngeren im Publikum, wie sehr auch noch heute ein Chubby-Checker-Klassiker dem Mann am Bass in die Beine geht. Dagmar Rothemund und Wolfgang Neumayer von der Lebenshilfe Ostallgäu erinnerten bei ihrer Ansprache daran, dass im Jahr 1964 „ein gutes Dutzend Männer und Frauen unsere Lebenshilfe gegründet hatten, um dadurch die Chancen für Menschen mit Handicap zu verbessern“. Der Kontakt zu Sigl kam über dessen Tochter zustande, die in Marktoberdorf im Betreuten Wohnen lebt. Infos zu den weiteren Terminen im Jubiläumsjahr gibt es unter www.lebenshilfe-ostallgaeu.de. cf

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