Der Bauausschuss gibt grünes Licht für Wohnanlage in der Kemptener Straße

Wohnhäuser statt Sporthotel in Füssen

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Hier wo früher eine Tankstelle in der Kemptener Straße stand sollen jetzt zwei Wohnhäuser entstehen. Den Antrag segnete der Bauausschuss am Dienstag ab.

Füssen – Kein Sporthotel, dafür Wohnungen sollen auf das ehemalige Areal einer Tankstelle in der Kemptener Straße gebaut werden.

Grünes Licht dafür hat einstimmig der Bauausschuss am Dienstag gegeben. Obwohl nach Auskunft von Bauamtsleiter Armin Angeringer keine Gründe gegen eine Zulassung sprechen, hatten einige Räte trotzdem Bedenken. 

Neben der Jet-Tankstelle in der Kemptener Straße liegt derzeit nur eine brache Fläche. Dort sollte einst ein Sporthotel für Eishockeymannschaften entstehen. Nachdem die Stadträte allerdings erhebliche Zweifel an dem Vorhaben geäußert hatten, da ein Gebäude mit drei Geschossen plus Dachgeschoss für diesen Bereich zu massiv sei, zog der Bauherr seinen Antrag zurück (der Kreisbote berichtete). 

Nun landete ein neuer Bauantrag auf dem Tisch der Stadtverwaltung. Hier soll jetzt eine Wohnanlage mit 24 Wohnungen und einer Tiefgarage entstehen. Die Größe der zwei Gebäude habe der Bauherr bereits mit dem Landratsamt Ostallgäu abgestimmt, erklärte Angeringer. Sie sollen zwei Geschosse und ein Dachgeschoss umfassen. Die Gebäude fügen sich auch insgesamt „ohne Probleme in die umliegende Bebauung ein.“ Und auch bei den Stellplätze gebe es keine Bedenken. Sie seien in ausreichender Zahl sowohl in der Tiefgarage als auch oberirdisch vorhanden. 

Eine „erfreuliche” Entwicklung

 Hier habe sich aus einem Vorhaben, das man durchpeitschen wollte, etwas „Erfreuliches entwickelt“, kommentierte Magnus Peresson (UBL). Dennoch erkundigte er sich, wie es bei dem jetzigen Projekt mit den Abstandsflächen ausschaue, da die östlichen Nachbarn „relativ weit drin liegen.“ „Die Abstandsflächen werden von uns nie geprüft“, erwiderte jedoch Angeringer. Das sei weder die Aufgabe der Füssener Stadtverwaltung noch die des Landratsamtes Ostallgäu. 

Das befasse sich nur mit den Abstandsflächen, wenn es eine „auffällige Nichteinhaltung“ gebe. „Im Plan selbst sind sie auf dem eigenen Grundstück dargestellt.“ Und auch Veränderungen im Gelände seien zwar vorhanden, diese seien „aber nicht als auffällig einzustufen.“ „Ich bin höchst überrascht, dass Abstandsflächen gar nicht mehr kontrolliert werden. Da ist ja dem Unrecht Tür und Tor geöffnet. Ich kann das gar nicht glauben“, erwiderte Peresson. 

Sorge wegen Ferienwohnung

 Eine andere Sache bewegte Dr. Anni Derday (FWF). Die geplanten Wohnungen seien mit 30 bis 40 Quadratmetern relativ klein. Deshalb befürchtete sie, dass sie für touristische Zwecke – für Airbnb oder Ferienwohnungen – genutzt werden könnten. „Wir haben keine Auskunft darüber“, meinte jedoch Angeringer. Wenn hier jemand seine Wohnung an Touristen vermieten möchte, müsste er eine Nutzungsänderung beantragen – die wohl durchgehen würde. Denn das Areal liege nach Angaben des Bauamtsleiters in einem Mischgebiet, wo sich Ferienwohnungen theoretisch einfügen würden. Die Stadtverwaltung könne das „ohne Bebauungsplan grundsätzlich nicht verhindern.“ 

Zu wenig günstige Mietwohnungen 

Derzeit gehe er jedoch davon aus, dass hier vermietbare Wohnungen entstehen, meinte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD). Dafür sprechen die Stellplätze in der Tiefgarage. Ferienwohnungen bräuchten schließlich oberirdische Parkplätze. Daneben sei der Bedarf für kleine Wohnungen in Füssen da, so der Rathauschef, und nannte ein Beispiel. „Soldaten finden in Füssen keine Wohnung.“ Da ihr Hauptwohnsitz meist woanders liege, bräuchten sie in der Lechstadt keine „Riesenwohnung“. Aber: „Wir haben in Füssen viel zu wenig Wohnraum, der für 8,50 bis neun Euro pro Quadratmeter vermietet wird“, so der Rathauschef. „Gott sei Dank gibt es die Altstadt“.

kk

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