"Springen Sie!"

Der renommierte Sportmediziner und Trainingswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Jürgen Weineck war kürzlich auf Einladung der Fachschaft Sport zu Gast im Gymnasium Hohenschwangau. Vor knapp 140 interessierten Zuhörern – Schülern mit Abiturfach Sport, Sportlehrern und Trainern umliegender Vereine – referierte er über „Kinder- und Jugendtraining“.

Die Schüler aus Hohenschwangau und Füssen hatten die einmalige Gelegenheit, den Autor zahlreicher sportwissenschaftlicher Grundlagenwerke einmal live zu erleben. Mit einer Mischung aus Statistiken, Fallbeispielen aus der Praxis und Videoeinblendungen gelang es dem Referenten, die Zuhörer bis zur letzten Minute zu fesseln. Angefangen bei den biologischen Unterschieden zwischen Kindern und Erwachsenen ging Weineck auf die verschiedenen Dimensionen sportlichen Trainings ein und zeigte die Möglichkeiten auf, durch altersangepasste Bewegungsreize die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig positiv zu beeinflussen. Dabei ließ er es sich nicht nehmen, Fehlentwicklungen im schulischen, politischen und gesellschaftlichen Bereich zu benennen und scharf zu kritisieren: „Die Kürzung des Sportunterrichts ist ein Verbrechen an den Kindern“, urteilte er mit Blick auf die regelmäßig aufkeimenden Diskussionen über den Stellenwert des Fachs Sport an den Schulen und untermauerte seine Aussage mit drastischen Zahlen. In Anbetracht des Bewegungsmangels bei Kindern, der nicht nur Fettleibigkeit und Osteoporose sondern auch eine ungenügende Ausbildung wichtiger Gehirnstrukturen zur Folge habe, komme dem Sportunterricht eine wichtige Ausgleichsfunktion zu. Bewegung beeinflusst Doch trotz der Fülle an Informationen hatte der Referent, dessen Bücher weltweit in über 30 Sprachen übersetzt wurden, stets ein Gespür dafür, sein Auditorium nicht zu überfordern. Durch zahlreiche, oft erheiternde Mitmachaktionen – „Springen Sie! Sie gewinnen dadurch an Muskelmasse!“ – verknüpfte er Theorie und Praxis. Weineck wurde nicht müde, die Schülerinnen und Schüler zum lebenslangen Sporttreiben zu animieren und erinnerte immer wieder an die „Ein-Prozent-Regel“, wonach jeder Mensch jährlich ein Prozent seiner Leistungsfähigkeit verliere und zugleich das Risiko eines Herzinfarkts um ein Prozent zunehme. Nach über zwei Stunden zog der Referent ein klares Fazit: „Es gibt kein Organsystem, dass sich selbst bis ins hohe Alter durch Bewegung nicht positiv beeinflussen lässt“.

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