Gemeindeverwaltung muss eingreifen

Springkraut in der Pöllatschlucht: Wahnsinnig schnelle Ausbreitung

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Schaut hübsch aus, verdrängt aber schnell die heimischen Pflanzenarten: Das Drüsige Springkraut.

Schwangau – „Eine Sisyphusarbeit“ hat Schwangaus Bürgermeister Stefan Rinke (CSU) jetzt die Bekämpfung des Drüsigen Springkrauts bezeichnet.

Da sich die Pflanze auch im Schwangauer Gemeindegebiet „schon weit ausgebreitet“ habe, wurde die Gemeinde jetzt aktiv, wie der Rathauschef in der jüngsten Schwangauer Gemeinderatssitzung mitteilte. Die Pflanze, die ursprünglich aus Indien stammt und bis zu zwei Meter hoch werden kann, sei mittlerweile auch schon in die Pöllatschlucht vorgedrungen. 

Deshalb arbeitet die Schwangauer Gemeindeverwaltung nun mit dem Gebietsbetreuer des Ostallgäuer Alpenrandes, Tom Hennemann, Hand in Hand, um die ursprünglichen Schluchtwälder unterhalb von Schloss Neuschwanstein zu erhalten. „Die invasive Pflanze ist gerade auf feuchten Standorten, wie sie in der Pöllatschlucht vorliegen, besonders konkurrenzfähig“, unterstrich Hennemann und ergänzte: „Die Pöllatschlucht beherbergt neben Felsspaltengesellschaften und Blockschuttwäldern auch typische Schluchtwälder mit den Baumarten Bergulme, Bergahorn, Esche und Sommerlinde.“ Breite sich das Drüsige Springkraut in der Pöllatschlucht aus, könnte sie die standortheimischen Blütenpflanzen wie Silberblatt, Wolliger Hahnenfuß oder Rundblättriger Steinbrech verdrängen. 

Daher hat die Gemeinde Schwangau, die für den Unterhalt der Pöllatschlucht zuständig ist, jetzt reagiert. So hätten die Mitarbeiter der Gemeinde unter Leitung von Hannes Bruckdorfer zusammen mit dem Gebietsbetreuer alle Pflanzen des Drüsigen Springkrauts entfernt und aus der Schlucht transportiert sowie ordnungsgemäß entsorgt, erklärte Rinke, was Lothar Poltmann (Freie Dorfgemeinschaft) „sehr gut“ fand. Schließlich sei es „Wahnsinn, wie schnell das in anderen Tälern bereits vordringt.“ 

Nicht nur Poltmann dürfte denn auch gefallen haben, was Bürgermeister Rinke deshalb bekanntgab. Der Rathauschef erklärte, dass die Gemeinde Schwangau zum Schutz der heimischen Pflanzenwelt künftig mit Unterstützung des Gebietsbetreuers intensiver gegen das Drüsige Springkraut vorgehen werde. Könne damit doch ein wesentlicher Beitrag zur Biodiversität vor Ort geleistet werden, auch wenn das Drüsige Springkraut sehr schnell wieder nachwachse.

kb

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