Bürgerversammlung Schwangau: Bürgermeister Rinke ist zufrieden mit der finanziellen Lage

"Der Trend zeigt nach oben"

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Bürgermeister Stefan Rinke (rechts) legt im gut besuchten Schlossbrauhaus Rechenschaft ab.

Schwangau – Zum zweiten Mal durfte Bürgermeister Stefan Rinke seine Bürger über die Entwicklungen in der Gemeinde informieren. Einerseits legte er seinen Rechenschaftsbericht über das Haushaltsjahr 2014 ab und ging auch aktuelle Fragen und Probleme ein.

Stand die Bürgerversammlung vor einem Jahr noch ganz unter dem Eindruck von Rinkes Vorgänger, konnte sich Stephan Rinke diesmal auf sein erstes Haushaltsjahr konzentrieren. Der Bürger könne „ein Stück weit besser verstehen, warum man die eine Maßnahme macht und die andere nicht“, wenn man die Hintergründe, vor allem auch die monetären Umstände, kenne.

Rinke betonte, dass in der Verwaltung auch im Jahr 2014 sehr intensiv gearbeitet wurde, was der Bürgermeister mit einem Abriss der Sitzungen aufzeigte. Vor allem war es Rinke wichtig, die finanzielle Seite der gemeindlichen Aufgaben und Tätigkeiten darzustellen. So betrug der Gesamthaushalt 2014 knapp 14,3 Millionen Euro, bezogen auf gut 3000 Einwohner.

Nach oben gehender Trend

Wobei sich die Gemeinde in erster Linie über Steuern mit 44 Prozent sowie Gebühren und Abgaben finanziert, die in Summe mehr als 70 Prozent der Einnahmen ausmachen. Wobei alle Posten angestiegen seien. „Der Trend geht nach oben“, freute sich Rinke, „die Steuereinnahmen sprudeln“.

 Dabei vergaß er allerdings nicht, das Wort „noch“ zu betonen. Erfreulich sei vor allem die Gewerbesteuerentwicklung, die mit 270.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr deutlich höher ausgefallen ist. Dafür gab es aber ein Minus bei den Schlüsselzuweisungen infolge der guten Haushaltslage der Vorjahre. „Das ist die Kehrseite, wenn es uns steuerlich gut geht.“

Hohe Personalausgaben

Seit fünf Jahren seien die Steuereinnahmen in der Tendenz steigend, betonte Rinke. Die Übernachtungszahlen verharren seit 2011/12 bei etwas über 750.000. An diese sind Kurtaxe und Fremdenverkehrsbeitrag gekoppelt, zwei nicht ganz unwesentliche Einnahmequellen des Tourismusortes. Man könne aber keine weitere Steigerung der Übernachtungen erwarten, so Rinke. Das Niveau sei zufriedenstellen hoch.

Bei den Ausgaben dominieren die Personalausgaben für die 74 Mitarbeiter. An zweiter Stelle stehen die Betriebsaufwendungen, die Kreisumlage und der „Sparstrumpf“, die in Summe Dreiviertel aller Ausgaben ausmachen.

So musste Schwangau 2014 für die Mitarbeiter 2,4 Millionen Euro ausgeben, 2,6 Millionen wurden seinerzeit dem Vermögenshaushalt zugeführt, aus dem dann wiederum Investitionen getätigt wurden. Auch wenn der Prozentanteil am Gesamthaushalt bei den Personalkosten immer weiter sinkt, ist die Gesamtsumme aber in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen.

Steigende Kreisumlage

 Die Kreisumlage liege derzeit im Ostallgäu bei 47,5 Prozent. Von jedem Euro, den eine Gemeinde wie Schwangau einnimmt, muss sie 47,5 Cent an den Landkreis abgeben. Im kommenden Jahr werde daher die Kreisumlage für Schwangau um weitere 200.000 Euro steigen. 2014 betrug sie knapp 1,4 Millionen Euro.

Der Sparstrumpf der Gemeinde sind die Zuführungen aus dem Verwaltungshaushalt,erläuterte der Bürgermeister, über den auch 2014 zahlreiche Investitionen getätigt wurden. Allerdings habe man im vergangenen Jahr nur etwa 600.000 der an sich veranschlagten zwei Millionen Euro für Investitionen verbraucht und Projekte geschoben. Im Wesentlichen floss das Geld in den Grunderwerb für das neue Feuerwehrhaus und den Geolehrpfad sowie in die Sanierung der Rohrkopfhütte.

Quasi schuldenfrei

Die Verschuldung lag 2014 bei 5,28 Millionen Euro, pro Kopf eine Summe von 1657,60 Euro. Nimmt man die Schulden, die die Gemeinde beim Abwasserzweckverband und dem Zweckverband Allgäuer Land sowie die Beteiligung an der Tegelbergbahngesellschaft in Höhe von 2,6 Millionen Euro hinzu, steigen beide Summen auf 7,88 Millionen Euro respektive 2473,33 Euro. 2014 konnte der Schuldenstand um 183.000 Euro reduzieren werden, Ende 2015 sinken die Verbindlichkeiten unter die Fünf-Millionen-Marke.

Wichtige Privatisierungen

In dieser Schuldentilgung sind zwei wesentliche Posten enthalten – die Privatisierung des alten Freibades, heute Kristalltherme, sowie des alten „Kurhauses“, heute das Schlossbrauhaus. Durch den Verkauf, vor allem des Kurhauses, wurden bis dahin gebundene knapp zwei Millionen Euro freigesetzt. Rechnet man die Rücklagen auf, sei Schwangau quasi schuldenfrei.

Dennoch benötige man das Geld, müssen doch schon für das neue Feuerwehrhaus 2,5 Millionen Euro ausgegeben werden. Dazu kommen Fahrzeugneubeschaffungen und die Kanalsanierung, die die Rücklagen aufzehren werden. Weitere Berichte folgen.

Oliver Sommer

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