Gute Stimmung, trübere Aussichten

Stabile Inlandsnachfrage: Stimmung der Ostallgäuer Unternehmen bleibt gut

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Symbolbild: Die Bauunternehmen im Ostallgäu zeigen laut der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage nach wie vor die höchste Zufriedenheit.

Landkreis – Die Stimmung der Unternehmen im Landkreis Ostallgäu und der Stadt Kaufbeuren ist gut. Selbst die etwas trüberen Aussichten in die Zukunft können die positive Entwicklung des IHK-Konjunkturindexes nicht beeinträchtigen.

Das ist das Ergebnis einer aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für den Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren sowie das gesamte Allgäu.

Um zwölf Prozentpunkte wächst der Anteil der Unternehmen, die ihre Geschäftslage als gut einstufen, demnach auf jetzt 64 Prozent. Der Index, der sich aus den Beurteilungen zur aktuellen und erwarteten Geschäftslage ergibt, steigt zum ersten Mal wieder seit mehr als einem Jahr, von 127 auf 131 Punkte. Ein Grund dafür ist die stabile Entwicklung der Inlandsnachfrage und die weiterhin gute Auslastungssituation. Im Ausland sind die Auftragsvolumen aber weiterhin rückläufig. „Die Schwierigkeiten auf den Auslandsmärkten treffen vor allem exportorientierte Unternehmen, andere Branchen, wie zum Beispiel Bau, Handel oder Tourismus, profitieren hingegen von dem weiterhin guten Konsumklima und einer stabilen Inlandsnachfrage“, sagt Peter Leo Dobler, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kaufbeuren/Ostallgäu.

Prognosen sind verhalten

Die Prognosen für die kommenden Monate sind laut IHK verhalten, die Unternehmen erwarten eine gleichbleibende Entwicklung. Im Inland bleibt die Wachstumserwartung positiv, wenn auch leicht abgeschwächt gegenüber dem Frühjahr. Fürs Ausland ist der Saldo dagegen nach wie vor negativ, obwohl es einige optimistische Einschätzungen mehr gab als im Frühjahr.

Die Allgäuer Wirtschaft ist mit der aktuellen Geschäftslage weiterhin zufrieden, 55 Prozent der Unternehmen bewerten sie mit gut. Für die kommenden Monate wird aber keine weitere Verbesserung erwartet. Der IHK-Konjunkturindex entwickelt sich rückläufig. Er fällt um sieben Zähler auf 122 Punkte.

Die Aufträge aus dem Inland bleiben auf dem bisherigen Niveau, dem Anteil an Unternehmen mit steigendem Auftragsvolumen steht aber ein fast ebenso hoher Anteil an Unternehmen mit negativer Entwicklung gegenüber. Die Nachfrage aus dem Ausland ist weiterhin rückläufig. Der Anteil der Unternehmen mit gesunkenen Auftragsvolumen hat sich sogar leicht erhöht und liegt nun bei 34 Prozent. Auf die Auslastung der Allgäuer Wirtschaft hat diese Entwicklung noch keinen Einfluss, sie ist weiterhin gut.

Die Wirtschaft im Allgäu erwartet insgesamt für die kommenden Monate keine Veränderung der aktuellen Geschäftslage. Um gut acht Prozentpunkte steigt der Anteil der Unternehmen, die von einer Verschlechterung ausgehen und gleich die optimistischen Einschätzungen aus. Ursache dafür ist das prognostizierte fehlende Wachstum der Inlandsnachfrage und die kritischen Einschätzungen zu der weiteren Entwicklung der Auslandsmärkte.

Sorgenkind China

Leicht weniger Aufträge verzeichnen die Unternehmen aus der Euro-Zone ebenso wie aus den sonstigen EU-Ländern. Auch die Nachfrage aus Südosteuropa, Russland und der Türkei bleibt rückläufig. Ein Sorgenkind ist China, der Anteil der Unternehmen mit einer negativen Auftragsentwicklung übersteigt die positiven Nennungen sehr deutlich. Ein anderes Bild zeigt hingegen der Handel mit Nordamerika. Entgegen dem allgemeinen Trend sind hier die Aufträge wieder gestiegen. Zu diesem Bild passen die Prognosen: Rückgänge werden für ganz Europa erwartet, ebenso in China. Ein Lichtblick ist der nordamerikanische Markt: Unter den dort tätigen Unternehmen überwiegt deutlicher Optimismus.

Baubranche zufrieden

Für die Allgäuer Industrie sind die positiven Bewertungen etwas zurückgegangen, nur noch 50 Prozent der Unternehmen beurteilen mittlerweile die Geschäftslage mit gut. Im schwäbischen Vergleich jedoch ein recht guter Wert. Die Bauunternehmen zeigen weiterhin die höchste Zufriedenheit. Positiv auch die Stimmung unter den Tourismus-, Handel- und Dienstleistungsunternehmen. Die unternehmensnahen Dienstleister spüren jedoch bereits erste Auswirkungen der Industrieschwäche und urteilen etwas zurückhaltender als im Frühjahr aber weiterhin auf hohem Niveau.

Die Prognosen für die kommenden Monate fallen unterschiedlich aus. Im Handel überwiegen die optimistischen Einschätzungen, ebenso bei den unternehmensnahen Dienstleistungsunternehmen oder dem Bau. Das Verkehrsgewerbe blickt pessimistischer in die Zukunft. Eine allerhöchstens gleichbleibende Entwicklung erwarten die Industrieunternehmen.

kb

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