»Das perfekte Labor«

Füssener Wissenstransferzentrum startet im November

Vorstellung Wissentransferzentrum in Füssen
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Bei der Besichtigung der Räume für das neue WTZ sind Professor Dr. Wolfgang Hauke (vorne v.l.) von der Hochschule Kempten, Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, Landrätin Maria Rita Zinnecker und Bürgermeister Maximilian Eichstetter sowie Professor Guido Sommer (hinten v.l.), Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke, Tourismuschef Stefan Fredlmeier und Professor Dr. Alfred Bauer mit dabei.

Füssen/Allgäu – 118 Quadratmeter umfassen die derzeit noch leeren Räumlichkeiten, die im dritten Stock des Alten Landratsamts in der Augsburgerstraße künftig wissenschaftlicher Arbeit dienen werden. Dass hier im neu gegründeten Wissenstransferzentrum (WTZ) ab November anwendungsorientiert in Sachen Tourismus und Mobilität geforscht wird, verkündeten im kleinen Kreis vor Vertretern aus der Kommunalpolitik am Montagvormittag drei Repräsentanten der Hochschule Kempten, die damit einen weiteren Standort gewinnt.

Die Stadt und Touristenhochburg Füssen erhält mit dem beim Start staatlich geförderten Wissenstransferzentrum (WTZ) „Innovative und nachhaltige Tourismusentwicklung“ ein Hochschulinstitut, das mit 2,7 Millionen Euro ausgestattet wird. Dies gilt zunächst für eine Laufzeit von fünf Jahren. Nachwuchswissenschaftler, die Rede war beim Pressetermin von vier bis fünf Arbeitsplätzen, werden sich in Füssen mit Themen rund um den Tourismus und damit eng verbunden Fragen zur Mobilität der Zukunft befassen. Ein Institutsraum bietet dem Team, wie Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) während der Besichtigung feststellte, „sogar einen schönen Schlossblick“.

Es sei naheliegend gewesen, in Füssen den Hochschulforschungsschwerpunkt Tourismus anzusiedeln, betonten die Teilnehmer des Gesprächs unisono. Als „das ideale Labor“ für Forschungsarbeiten rund um den Tourismus bezeichnete Prof. Dr. Alfred Bauer, Leiter des Zentrums für Tourismus an der Kemptener Hochschule, die Gegend,Die jungen Wissenschaftler sollen sich ab November mit der zentralen Frage beschäftigen, wie sich der Tourismus innovativ und nachhaltig entwickeln lassen könnte. Es geht dabei aber nicht allein um Füssen und Schwangau. Geforscht werden soll mit Blick aufs gesamte Allgäu. Wobei die nähere Umgebung des Füssener Lands ebenfalls zum Gegenstand der Untersuchungen werden soll.

Partner der Forschung

Die geplante Forschung soll sich auf aktuelle Themen wie Besucherlenkung und Digitalisierung konzentrieren. Füssens Tourismusdirektor Stefan Fredlmeier sah in seiner Stellungnahme „eine besondere Herausforderung“ darin, die einzelnen Aktivitäten „untereinander zu verstricken“. Objektbezogene Themen, so die einhellige Meinung der acht Teilnehmer in der Runde mit dem Kemptener Hochschulpräsidenten Professor Dr. Wolfgang Hauke, „gehen uns nicht aus“.

Das neue Institut soll darüber hinaus bundesweiter Forschung als Partner dienen, wie Professor Dr. Guido Sommer mitteilte. Er ist an der Fakultät für Tourismus-Management der Hochschule in Kempten tätig. Sommers Forschung und Lehre konzentriert sich auf die Fachgebiete Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Marketing im Tourismus. In Füssen ein längst bekanntes Gesicht ist Professor Dr. Alfred Bauer. Mit Studentengruppen war er in der Vergangenheit bereits vor Ort, um Projekte vorzubereiten.

Bei der Ankündigung der Institutsgründung, die im Treppenhaus stattfand, weil der Schlüssel zu den Räumlichkeiten noch vorbei gebracht werden musste, gab es allerdings eine kleine Unstimmigkeit: während Landrätin Zinnecker den Begriff „Overtourism“ am liebsten aus dem Allgäuer Wortschatz streichen würde, hält die Wissenschaft – vertreten durch Professor Bauer – offenbar mit Bezug auf erhobenes Zahlenmaterial daran fest.

Langfristiges Ziel des WTZ in Füssen ist es, eine dauerhafte Selbstfinanzierung über Aufträge seitens der Wirtschaft zu erreichen. Das Institut tatkräftig zu unterstützen, kündigten die Ostallgäuer Landtagsabgeordnete Angelika Schorer und ihr Kaufbeurer CSU-Parteikollege im Bundestag, Stephan Stracke, an.

Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) hielt irgendwann dann doch noch den Schlüssel in der Hand. Voller Stolz und Freude, dass die Stadt Füssen – nach hartnäckigem Ringen – ein Hochschulaußenstandort wird, sagte er: „Jetzt gehts los.

cf

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