Wird parken teurer?

Stadt Füssen hofft auf höhere Einnahmen durch die Parkplätze

Die Morisse in Füssen
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Der Morisse-Parkplatz wird von APCOA für die Stadtwerke betrieben und unterhalten. Das soll ab 2027 anders werden.
  • Matthias Matz
    VonMatthias Matz
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Füssen – Angesichts leerer Kassen will die Stadt Füssen den Gewinn ihrer Parkplätzen steigern. Dabei stehen unter anderem höhere Parkgebühren zur Debatte .

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben die städtischen Parkplätze im vergangenen Jahr über eine Million Euro an Einnahmen abgeworfen. Angesichts leerer Kassen und einer hohen Neuverschuldung wollen Stadtverwaltung und Kommunalpolitik künftig den Gewinn der Parkplätzen noch steigern. Dabei steht die Ausweisung zusätzlicher kostenpflichtiger Parkplätze sowie höhere Parkgebühren ebenso zur Debatte wie eine Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Dienstleister APCOA. Einen ersten Schritt machte der Stadtrat bereits kurz vor der Sommerpause.

Mit großer Mehrheit entschied das Gremium Ende Juli in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause, die Parkgebühren am Vilser und Campingplatz Hopfensee zu erhöhen. So kostet die dortige Tagespauschale ab dem morgigen Mittwoch, 1. September, acht statt vier Euro. Die Verwaltung erhofft sich davon Mehreinnahmen in Höhe von 30.000 bis 40.000 Euro für die Stadtkasse. Damit bleiben beide Parkplätze aber immer noch etwas günstiger als der Parkplatz in der Uferstraße, wo die Tagespauschale neun Euro beträgt.

Mit der jüngsten Entscheidung setzte das Stadtparlament den 2019 eingeschlagenen Weg fort, die kommunalen Parkgebühren – mit Ausnahme der Innenstadt – schrittweise anzuheben und weitere Parkflächen kostenpflichtig zu machen. So folgte etwa auf eine allgemeinen Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2020 die Einführung von Parkgebühren für den Parkplatz im Schwedenweg zu Beginn dieses Jahres. Bereits zuvor hatte der Stadtrat die Einführung von Parkgebühren unter anderem für die Parkplätze Gipsbruchweiher und Saloberstraße/Alatsee beschlossen.

Viele offene Fragen

Geht es nach der Stadtverwaltung, sollen weitere Schritte folgen. Unter anderem wird im Rathaus darüber nachgedacht, künftig auch Parkgebühren für den Parkplatz am Festspielhaus zu erheben. Auch das Parken auf dem geplanten neuen Parkplatz westlich von Hopfen soll demnach künftig Geld kosten, ist den Sitzungsunterlagen für die jüngste Sitzung des Kommunalparlaments zu entnehmen.

Nachgedacht werden soll demnach gleichfalls über Parkgebühren für Camper und Wohnmobile. „Generell, aber auch aufgrund der zunehmenden Nachfrage sollte darüber diskutiert werden, ob und wie gegebenenfalls mit dem Parken von Wohnmobilen bzw. dem Abstellen von sogenannten Camping-Bussen umgegangen werden sollen“, ist dort zu lesen. Diskutiert werden müsse ferner auch, ob das Parken auf dem Festplatz in der Kemptener Straße künftig Geld kosten soll. Geschehen soll das in einer der anstehenden Sitzungen des Stadtrates.

Zusammenarbeit mit APCOA beenden

Neben höheren Gebühren und der Ausweisung zusätzlicher kostenpflichtiger Parkplätze will die Verwaltung auch die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister APCOA beenden. Dieser hatte 1999 Betrieb und Unterhalt der drei von den Stadtwerken bewirtschafteten Parkplätzen Morisse, Achmühle und Sparkassen-Tiefgarage übernommen. Dafür wird das Unternehmen am Umsatz der Parkflächen beteiligt. Wie hoch dieser Betrag ist, dazu wollten sich weder Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) noch Hauptamtsleiter Peter Hartl äußern. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich aber um einen hohen sechsstelligen Betrag pro Jahr handeln. Pikant: allein diese drei Parkplätze belasten die Bilanz der Stadtwerke mit einem Defizit von rund vier Millionen Euro (Stand 2020).

Ändern soll sich die Situation ab 2027. „Nach Ablauf der vertraglichen Bindung an die APCOA will die Stadt die Bewirtschaftung wieder selbst übernehmen – und so eine Menge Geld sparen“, kündigte Hauptamtsleiter Hartl gegenüber dem Kreisboten an. „Wenn die Fremdbewirtschaftung dieser drei Parkplätze endet, können nochmals mehrere hundert tausend Euro erwirtschaftet werden.“

Verkehr wird gesteuert

Bei den anstehenden Entscheidungen über die künftigen Parkgebühren geht es aber nicht nur um den finanziellen Aspekt. „Die Stadt will mit der Parkraumbewirtschaftung nicht nur Einnahmen generieren, sondern vor allem eine Verkehrs- und Parkraumsteuerung erreichen“, erläutert der Hauptamtsleiter. Neben dem im Aufbau befindlichen digitalen Parkraummanagement (der Kreisbote berichtete), gehöre dazu eben auch die Höhe der Gebühren. „Denn auch damit kann eine bewusste Steuerung des Parkverhaltens erreicht werden“, so Hartl.

Tatsächlich hatte sich der Stadtrat schon bei der Entscheidung über die Erhöhung der Parkgebühren für die Stellflächen Vilser und Campingplatz in Hopfen bewusst für eine niedrigere Tagespauschale als in der Uferstraße entschieden. So sollen die Parkmöglichkeiten am Ortsrand gezielt attraktiver für Autofahrer gemacht werden als die in der Ortsmitte. Davon erhoffen sich die Ratsmitglieder eine Verkehrsentlastung des Stadtteils.

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