Teure Umplanung

Stadt Füssen muss Baseballplatz im Weidach für 200.000 Euro neu planen

+
Der neue Baseballplatz der „Royal Bavarians“ wird nun doch etwas anders gebaut als zunächst geplant. Für die Baseballer ist das aber kein Problem.

Füssen – Die Arbeiten am neuen Baseballplatz der „Royal Bavarians“ im Weidach liefen bereits auf Hochtouren, da hieß es Anfang Februar plötzlich: Baustopp. Erst zwei Wochen später konnten die Arbeiten wieder fortgesetzt werden. Allerdings nicht so, wie ursprünglich von den Baseballern geplant.

Auf Anraten des Kemptener Architekturbüros F64 und nichtöffentlichen Beschluss des Stadtrates hatte die Füssener Verwaltung noch kurzfristige Umplanungen an der Anordnung des neuen Baseballfeldes vorgenommen. Das bisherige Fehlen eines Gesamtkonzeptes für das Weidach kostet die Stadt nun weitere 200.000 Euro.

Hintergrund der plötzlichen und überraschenden Umplanungen für das Sportgelände im Weidach ist eine Machbarkeitsstudie des Kemptener Architektur F64. Diese hat der Stadtrat laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung vom Dienstag zwar bereits im Oktober vergangenen Jahres beschlossen und beauftragt. Allerdings war seinerzeit der Bau des neuen Baseballplatzes bereits genehmigt und Bauvoranfragen bzw. Bauanträge für ein Gebäude für die Baseballer sowie eine Erweiterung des Skate- und Bikeparks lagen schon vor (der Kreisbote berichtete jeweils).

Sensible Stelle

Wenig überraschend kamen die Fachleute von F64 im Rahmen ihrer Studie Anfang des Jahres zu dem Ergebnis, dass das Gesamtareal eine „städtebaulich sehr sensible Stelle mit hoher Besucherfrequenz“ sei, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Neben den Baseballern der „Royal Bavarians“ nutzen mit dem FC Füssen und Türkgücü Füssen bekanntlich auch zwei Fußballvereinen sowie die Leichtathleten und Turner die Sportplätze. Dazu kommen der Skate- und Bikepark sowie der viel genutzter Kinderspielplatz mit entsprechendem Publikumsverkehr.

Ein Gesamtkonzept für das Sportgelände gab es bis dato allerdings genauso wenig wie für die Anordnung der Wege auf dem Areal, die Anbindung an Parkplätze sowie die allgemeine Erschließung des Geländes und der dort bereits bestehenden sowie noch geplanten Gebäude. Denn auch die „Royal Bavarians“ wollen mittlerweile dort unten ein Clubheim errichten.

200.000 Euro Kosten

Um alle Bauvorhaben sinnvoll unter einen Hut zu bekommen und gleichzeitig die Qualitäten des Sportgeländes zu erhalten, schlugen die Kemptener Architekten im Zuge ihrer Machbarkeitsstudie Verschiebungen sowohl des neuen Baseballfeldes als auch des Jugendspielfeldes des FC Füssen vor. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung in nichtöffentlicher Sitzung und beschloss die Umplanung. Dieses kostet rund 200.000 Euro.

Ziel ist es, so die Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung vom Dienstag , im Bereich der B16-Unterführung am Lech eine offenere und übersichtlichere Kreuzungssituation zu schaffen. Außerdem könnten so größere Sicherheitsabstände zu den Geh- und Radwegen sowie größere Funktionsabstände zwischen den Spielfeldern des FC Füssen und der „Royal Bavarians“ geschaffen werden. „Es geht um die optimale Abgrenzung“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) im Gespräch mit dem Kreisbote.

Michael Stephan, Vorsitzender der „Royal Bavarians“, ist jedenfalls zufrieden mit der jetzt gefundenen Lösung. Der unerwartete Baustopp im Februar sei zwar zunächst ein Schock gewesen. Doch jetzt habe der Club mehr Platz. „Für uns ist das sehr gut gelaufen“, sagte er.

Platz für Jugendhaus

Ein weiterer Pluspunkt der neuen Planung: Es entsteht im Weidach mehr Platz für den möglichen Bau eines neuen Jugendhauses. Wie bereits berichtet, gibt es im Rathaus und im Stadtrat Überlegungen, ein solches einmal neu in der Nähe der Sportanlagen zu bauen. Ob und wann diese Idee umgesetzt wird, ist jedoch noch offen. Bürgermeister Iacob geht aus finanziellen Gründen jedenfalls nicht davon aus, dass dies in den kommenden fünf bis sechs Jahren geschehen wird – es sei denn, es gebe eine Förderung in Höhe von 70 Prozent, wie er gegenüber unserer Zeitung sagte.

Die komplette Machbarkeitsstudie der Kemptener soll übrigens bis Juli vorliegen und beschlossen werden. Im Zuge dessen sollen auch weitere Gespräche über die geplante Erweiterung des Skate- und Bikeparks geführt werden, die im Herbst umgesetzt werden soll.

Landratsamt reagiert

Darüber hinaus soll die Studie auch als Grundlage für einen noch aufzustellenden Bebauungsplan dienen. Denn mittlerweile fordert das Landratsamt für das Gelände eine Bauleitplanung. „Da mit den geplanten Umkleiden und Duschen des Baseballvereins und dem geplanten Jugendhaus der Stadt Füssen nun auch Gebäude errichtet werden sollen, wurde der Stadt Füssen mitgeteilt, dass aus Sicht des Landratsamts Ostallgäu hierfür ein Bebauungsplan aufgestellt werden muss“, teilte Thomas Brandl, Sprecher des Landratsamtes in Marktoberdorf, auf Nachfrage des Kreisbote mit. Außerdem fordert die Kreisbehörde ein schalltechnische Untersuchung für die geplante Erweiterung des Skate- und Bikeparks.

Matthias Matz

Auch interessant

Meistgelesen

Freiwilligenaktion im Außerfern gegen schädliche Pflanzen
Freiwilligenaktion im Außerfern gegen schädliche Pflanzen
Architekt Peter Netzer präsentiert Entwurf zur Generalsanierung der Füssener Schulen
Architekt Peter Netzer präsentiert Entwurf zur Generalsanierung der Füssener Schulen
Grundschule Lechbruck braucht Aufsichtskräfte
Grundschule Lechbruck braucht Aufsichtskräfte
Abschiebehaft: Falscher Student mit Reisedokument im Schuh
Abschiebehaft: Falscher Student mit Reisedokument im Schuh

Kommentare