Antworten für die Zukunft finden

Die Stadt Füssen schreibt ihr "Seniorenpolitisches Konzept" fort – Landkreis erhebt Zahlen

+
Symbolbild

Füssen – Die Stadt Füssen will ihr „Seniorenpoltisches Konzept“ fortschreiben. Grünes Licht hat dafür einstimmig der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung gegeben, nachdem sich bereits der Seniorenbeirat dafür ausgesprochen hatte. Denn der Zeitpunkt ist günstig: Im Landkreis läuft derzeit eine Umfrage zum Wohnraumangebot und Pflege.

„Wir könnten jetzt darauf aufbauen“, erklärte Ilona Deckwerth (SPD), Vorsitzende des Seniorenbeirats. Wenn die Stadt selbst die Zahlen erheben müsste, würde das die Stadt gleich 20.000 Euro mehr kosten, ist Deckwerth überzeugt.

Das Konzept wurde zwischen 2008 bis 2011 erstellt und dient seitdem dem Seniorenbeirat und der Stadt als Grundlage für die Seniorenarbeit. Da sich seitdem vieles verändert habe, sei nun die Fortschreibung angebracht, meinte Deckwerth. Zudem könnte die Stadt auf eine eigene Befragung verzichten, da sie auf die Zahlen der Pflegebedarfsermittlung des Landkreises und allgemeine Statistikzahlen zurückgreifen könne. So würde die Fortschreibung „nur“ noch ca. 10.000 Euro (ohne Umsatzsteuer) kosten. Dabei würden Experten überprüfen, was bereits umgesetzt wurde und welche neuen Themen hinzugekommen sind. Dafür müssten sie die demographische Entwicklung darstellen, die Zahl der Pflegebedürftigen und Menschen mit Demenz berechnen. Das soll dann die Grundlage für die pflegerische Versorgung, dem Wohnangebot und andere Infrastruktureinrichtungen bilden. Daneben würden sie die Ergebnisse von 2011 und 2020 miteinander vergleichen und Rückschlüsse zur bisherigen Entwicklung ziehen.

Außerdem würde ein eintägiger Workshop mit Fachexperten anstehen, die bewerten, was bereits umgesetzt wurde, neue Entwicklungen aufzeigen und Vorschläge zur Weiterentwicklung der Seniorenpolitik in Füssen machen.

Gerüstet für Herausforderungen

Zudem würde eine halbtägige Bürgerwerkstatt stattfinden. Dabei können Füssener sagen, was sie fürs Wohnen im Alter benötigen, und Visionen für die Zukunft entwickeln. Diese Ergebnisse sollen dann mit den Ergebnissen der Expertenrunde verglichen werden. Alle Erkenntnisse werden anschließend in einem Bericht zusammengefasst. Entsprechend der Handlungsfelder mit Empfehlungen von 2011 wird die Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung die Situation in Füssen einschätzen und bewerten.

„Wir könnten jetzt darauf zurückgreifen, was der Landkreis macht“, sagte Deckwerth. Untersuchungen zeigen, dass bis 2030 40 Prozent der Füssener über 60 Jahre alt sein wird. Altersmäßig sei die Stadt „zehn Jahre vor dem, wo andere sind.“ Zudem gebe es im Süden einen höheren Pflegenotstand als anderswo. „Da muss man darauf reagieren“, so die Seniorenbeiratsvorsitzende. Mit der Fortschreibung des Konzepts würden die Aufgaben, die auf Füssen zukommen, aufgezeigt. „Wir müssen Antworten auf das finden, was auf uns zukommt.“ Wenn der Stadtrat das heute absegne und die entsprechenden Haushaltsmittel dafür freigebe, dann könnte die Fortschreibung 2021 ins Laufen kommen.

„Keiner zweifelt den Sinn an. Nur der Zeitpunkt ist fraglich“, meinte Niko Schulte (CSU) dazu, der in Abwesenheit von Rathauschef Paul Iacob (SPD) als zweiter Bürgermeister die Sitzung leitete. „Das Konzept ist grundsätzlich sinnvoll“, meinte auch Ursula Lax (CSU). „Aber wir sollten erst abwarten, was beim Landkreis herauskommt.“

Sinnvolle Investition für die Füssener

Es jetzt sofort zu machen, dafür sprach sich Jürgen Doser (FWF) aus. Schließlich komme es einem großen Teil der Bevölkerung zugute. Da sei eine Investition von ca. 10.000 Euro sinnvoll.

Die Mittel dafür seien schon im Haushalt eingestellt, informierte Kämmerer Marcus Eckert. So sprachen sich die Räte einstimmig dafür aus, das Konzept weiterzuführen, wenn die Zahlen des Landkreis vorliegen.


Katharina Knoll

Auch interessant

Meistgelesen

Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Füssen: Betrunkener Hotelgast schreit unbegründet nach Hilfe und leistet Widerstand gegen die Polizei
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Landkreis Ostallgäu will Begeisterung für Denkmalschutz wecken
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Arbeitsunfall: 59-jähriger Mann in Füssen-West schwer verletzt
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee
Schwangau: Badegast findet Handgranate im Schwanensee

Kommentare