Mehr Platz für Restaurantgäste

Stadt Füssen will Gastronomiebetrieben in der Krise helfen

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Eng beieinander stehen normalerweise die Tische der Gastrobetriebe auf ihren Freischankflächen in der Reichenstraße. Während der Corona-Krise ist das jedoch nicht möglich. Die Stadtverwaltung will deshalb ihre Gastronomiebetriebe unterstützen, indem sie eine Erweiterung der Freischankflächen zulässt und darüber hinaus die Gebühren dafür erlässt.

Füssen – Nach einer langen Durststrecke dürfen Restaurants ab Montag, 25. Mai, wieder ihre Innenräume aufschließen. Die Stadt Füssen möchte ihrer Gastronomie dabei unter die Arme greifen. Deshalb ermöglicht sie eine kostenfreie Vergrößerung der Freischankflächen, wie sie jetzt bekannt gibt.

Coronabedingt waren die vergangenen Wochen alle Gastronomiebetriebe für Gäste geschlossen. Seit 18. Mai dürfen die Außen- und ab kommenden Montag, 25. Mai, auch die Innengastronomie wieder öffnen. „Diese Lockerung ist für unsere Gastronomen aber auch für unsere Tourismusregion immens wichtig, da sie in den letzten Wochen enorme Umsatzeinbußen erlitten haben”, sagt Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). „Unsere Gasthäuser, Restaurants und Cafés sind für das Lebensgefühl der Menschen im Füssener Land wichtig und prägen unser Bild nach außen. Wir wollen gerade auch diese besonders von der Corona-Krise gebeutelte Branche gezielt und unbürokratisch unterstützen.“ 

Kostenfreie Vergrößerung 

Deshalb will die Stadt Füssen dort, wo es möglich ist, den Gastronomiebetrieben eine kostenfreie Vergrößerung der Freischankfläche ermöglichen. „Mit dieser Maßnahmen wollen wir den Gastronomen helfen, da weiterhin die Abstandsregeln gelten und deshalb Tische und Stühle weiter auseinander gerückt werden müssen”, so Eichstetter. Mit einer erweiterten Freischankfläche könnten Cafés und Restaurants in Füssen trotz der Abstandsregeln eine größere Zahl an Gästen bewirten als dies auf der aktuellen Fläche möglich wäre. 

Voraussetzung dafür ist aber unter anderem, dass bereits eine genehmigte Freischankfläche existiert und dass die Rettungs-, Geh- und Radwege freigehalten werden. Deshalb muss sich jeder Betrieb zunächst an die örtliche Verkehrsbehörde bei der Stadt Füssen unter der Telefonnummer 08362/90 31 80 wenden. Diese prüft dann laut Stadtverwaltung möglichst schnell jeden einzelnen Fall und beantwortet diesen kostenfrei. Die Erweiterung der Freischankfläche bringt für die Gastronomen keine zusätzlichen Gebühren mit sich. 

Im Gegenteil: Um die Einschränkungen, die durch die Corona-Krise entstanden sind, abzumildern, wird die Stadt heuer allen Gastronomiebetrieben mit genehmigten Freischankflächen die Sondernutzungsgebühren für diese erlassen. Das gilt für alle betroffenen Gastronomiebetriebe – und zwar ohne gesonderten Antrag. 

Einmalige Ausnahmen 

Komplett anarchisch soll es am Straßenrand aber trotzdem nicht zugehen. Nicht in Frage kommt für Bürgermeister Eichstetter etwa eine weitere Verschmälerung der Bürgersteige. Die heute übliche Restgehwegbreite von 1,50 Meter zwischen Tischen und Bordstein bzw. Fußgängerbereich stelle ein absolutes Mindestmaß dar, auch Rollstühle und Kinderwägen müssten schließlich durchkommen. Es müsse vermieden werden, dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen. 

Deshalb schlägt die Stadtverwaltung eher eine Verlängerung der Freischankbereiche statt eine Verbreiterung vor. Derzeit darf jeder Wirt nur direkt vor dem eigenen Lokal Tische und Stühle platzieren. Künftig soll er auch Flächen vor den Nachbarhäusern mitnutzen dürfen – unter der Voraussetzung, dass sich dort keine Einfahrt, kein Geschäft und keine Wohnung befindet. Denn die Interessen der Nicht-Gäste will der Bürgermeister auch in Corona-Zeiten weiter berücksichtigt wissen. 

Sowohl die Erweiterung der Freischankflächen als auch der Erlass der Sondernutzungsgebühren gelten jedoch nur für dieses Jahr. Ab 2021 gelten wieder die üblichen Regelungen nach den städtischen Satzungen. „Es handelt sich also um eine einmalige Ausnahme, um unsere Betriebe beim Überleben zu unterstützen“, betonte Eichstetter.

kb

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