Baubeginn für Kindergarten nicht vor Herbst

"So schnell wie möglich!"

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So könnte der neue Kindergarten in der Dr.-Enzinger-Straße einmal aussehen. Baubeginn ist aber wohl frühestens im September.

Füssen – Der geplante neue Kindergarten in der Dr.-Enzinger-Straße wird tatsächlich Räume für eine dritte Gruppe bekommen.

Das kündigte Architektin Dorothea Babel-Rampp am Dienstagabend im Stadtrat an. Landratsamt und Regierung von Schwaben hätten dem bereits zugestimmt. Und noch eine gute Nachricht hatte die Planerin für die Stadträte im Gepäck: Weil die Förderquote zum 1. Januar erhöht wurde, wird die Stadt voraussichtlich nur 390.000 der insgesamt 1,8 Millionen Euro Baukosten stemmen müssen.

Die nun zusätzlich in die Planungen für den neuen Kindergarten eingearbeiteten Räume für eine dritte Gruppe könnten sowohl für eine Kindergarten- als auch im Bedarfsfall für eine Krippengruppe genutzt werden, erläuterte Babel-Rampp den Ratsmitgliedern. 

Damit soll der neue Kindergarten insgesamt 75 Kindern Platz bieten. Möglich gemacht haben die zusätzlichen Räume eine seit Anfang des Jahres deutlich erhöhte Förderung auf nunmehr 70 Prozent der Bausumme. „Die Fördersätze für Kindergartengruppen haben sich extrem verbessert“, sagte sie. 

Hohe Förderung

Dazu komme ein Förderung von 2000 Euro pro Kind (insgesamt: 150.000 Euro). Die Kosten für die Kommune könnten sogar noch weiter sinken, wenn es der Stadtverwaltung gelingt, wegen ihrer schlechten finanziellen Situation weitere Zuschüsse zu ergattern, erklärte Markus Gmeiner von der Verwaltung. Die 500.000 Euro für das im Ostteil des Gebäudes geplante AWO-Familienzentrum wird dagegen die AWO übernehmen (der Kreisbote berichtete mehrfach). 

Der Kindergarten soll nach Angaben von Babel-Rampp unter anderem eine kleine Mensa, eine Küche – die auch von der AWO mitgenutzt werden könne – sowie Räume zur Aufbewahrung von Spielzeug bekommen. Im Eingangsbereich soll außerdem Platz für einen Warte- und Sprechplatz für Eltern eingerichtet werden. „Wir halten das Raumprogramm ein und haben dafür die Freigabe der Regierung von Schwaben“, sagte die Pfrontener Architektin. 

Keine zwei Geschosse 

Ansonsten sieht die Planung, wie bereits berichtet, ein L-förmiges, eingeschossiges Gebäude in Holzständerbauweise vor. Ein Teil der Fassade soll aus Holz bestehen, das Dach wird leicht geneigt. Auf dem Dach soll eine Photovoltaikanlage installiert werden. 

Ein zweigeschossiges Gebäude ist Babel-Rampp von den Genehmigungsbehörden bereits in der Vergangenheit abgelehnt worden. Auf Nachfrage von CSU-Stadtrat Michael Schmück zum Zeitplan appellierte die Planerin an die Ratsmitglieder auf`s Tempo zu drücken. 

Aber selbst bei optimalem Verlauf des Planungs- und Genehmigungsverfahrens könne wohl frühestens im September mit dem Bau begonnen werden. „Wir sollten so schnell wie möglich den Antrag für die Regierung machen!“, empfahl sie dem Gremium. Von einer Unterbringung der Kinder in Containern als Übergangslösung riet sie indes ab. „Die Container sind extrem teuer“, warnte sie vor Kosten in Höhe von 200.000 Euro. 

Allerdings sei bereits eine andere Lösung in Aussicht, gab Zweiter Bürgermeister Niko Schulte (CSU) Entwarnung. Jedoch könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genaueren Angaben machen. „Aber das Problem ist bekannt“, betonte er. 

Zweifel an Mensa 

Uschi Lax (CSU) lobte unterdessen zwar die Gesamtplanung („Das schaut ja ganz schön und licht aus.“), äußerte aber gleichzeitig genau wie ihr Fraktionskollege Peter Hartung Zweifel an der Größe der Mensa, da künftig wohl immer mehr Kinder das Mensaangebot in Anspruch nehmen werden. „Die Kinder werden über kurz oder lang alle dort mittags essen“, war sich Hartung sicher. Da stelle sich die Frage, ob AWO und Kindergarten sich da nicht in die Quere kommen werden. SPD-Stadtrat Georg Waldmann versicherte, dass die AWO bereits ein Konzept habe und die Kinder nacheinander essen sollen. 

Ilona Deckwerth (SPD) lobte die Planung dagegen ausnahmslos. „Wir leisten uns diesen Luxus für unsere Kinder“, sagte sie. „Die Eingeschossigkeit kommt der Pädagogik zugute.“ Ganz anders UBL-Stadtrat Magnus Peresson, der wegen der Eingeschossigkeit des geplanten Gebäudes als einziger gegen den überarbeiteten Entwurf stimmte. „Das fügt sich städtebaulich nicht ein!“

Matthias Matz

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