Straße nach Schwangau: Freie Wähler beantragen Varianten prüfen zu lassen

Verkehr schneller abfließen lassen

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Auf dem Weg nach Schwangau stehen einige Ampeln, die nach Ansicht der Freien Wähler Füssen den Verkehrsfluss behindern. Um diesen hier zügiger abfließen zu lassen, schlug die Stadtrats-Fraktion unter anderem vor die Theresienstraße (links) zur Einbahnstraße zu machen, damit die Ampel dort entfallen könnte.

Füssen – Damit der Verkehr künftig auch zügig in Richtung Schwangau abfließen kann, wollten die Freien Wähler Füssen in der Sondersitzung des Stadtrates nicht beim beschlossenen Verkehrskonzept aufhören, sondern über den Kaiser-Maximilian-Platz hinaus planen.

Deshalb beantragten sie einige Maßnahmen, die ein Ingenieurbüro bewerten und eine Simulation dazu erstellen soll. Ein Angebot dafür soll jetzt die Stadtverwaltung einholen. „Für mich ist heute ein guter und wichtiger Tag“, erklärte Jürgen Doser (FWF), nachdem der Stadtrat das innerstädtische Verkehrskonzept beschlossen hatte (der Kreisbote berichtete). 

Aber: „Wir haben noch ein Riesenproblem. Wie geht es hinten (am Kaiser-Maximilian-Platz – Anmerk. d. Red.) weiter?“ Doser fügte hinzu: „Wir sind es unseren Mitbürgern, die diesen Verkehr auslösen, schuldig, dass wir eine Lösung schaffen.“ Denn der Verkehr in Richtung Schwangau werde durch einige Ampeln immer wieder stark ausgebremst. „Wie wir von Fachleuten immer wieder gehört haben, ist es entscheidend wichtig, dass eine genügend lange Aufstellfläche vor der Ampel zur Verfügung steht“, heißt es im Antrag. 

Das könnte nach Meinung der Freien Wähler erreicht werden, wenn die Ampel am Hotel Hirsch auf den Kaiser-Maximilian-Platz verlegt werde. Doch das hätte nachteilige Auswirkungen auf den Kaiser-Maximilian Platz, erklärte die Planungsgruppe Kölz in einer Stellungnahme. Dadurch würde sich die Leistungsfähigkeit an dem Platz reduzieren. Auch die Stauräume an dieser Stelle würden dadurch kleiner werden. Daneben würden sich auch Nachteile bei der Erschließung des Theresienhofs und des Hotels Hirsch ergeben, so das Ingenieurbüro. 

Mehr Verkehr? 

Die Theresienstraße zur Einbahnstraße Richtung Norden zu machen, hätte wiederum Auswirkungen auf die Hanfwerkesiedlung, so die Verkehrsplaner weiter. Dieser Schritte würde wohl zu mehr Verkehr am Knotenpunkt B16-Augsburger Straße, Robert-Schmid-Straße, Doktor-Samer-Straße und damit wohl auch am Kaiser-Maximilian-Platz führen. 

Darüber hinaus sei ihrer Meinung nach nicht zweifelsfrei sicher, dass dadurch die Ampel an der Theresienstraße entfallen könnte. Schließlich gebe es noch die Linksabbiegerspur aus Richtung Kaiser-Maximilian-Platz. Außerdem dürfte dadurch der Verkehr in Richtung Schwangau nicht schneller abfließen, da am Knotenpunkt Hochstiftstraße/Blutangerweg kein zusätzliches „Grün“ zur Verfügung stehe, so das Planungsbüro. Das Staatliche Bauamt Kempten wiederum könnte sich einen Wegfall dieser Ampel nur dann vorstellen, wenn ein besseres Verkehrssystem aufgesetzt werde, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. 

Ob eine Einbahnstraße dazu führt, müsste in einem Verkehrsgutachten nachgewiesen und anschließend diskutiert werden. Das größte Problem dürfte dabei jedoch der Emissionsschutz sein, wie Angeringer erklärte. Denn der Abstand von der Straße zu den Häusern sei „extrem kurz“. Die meisten Gebäude auf der westlichen Seite stünden zudem unter Denkmalschutz. „Der Umbau wird nicht so einfach.“ Die Folge: hohe Kosten. 

Chancen für Kreisel? 

Dem Kreisverkehr, den die FW außerdem vorgeschlagen hatten, steht die Stadt dagegen positiv gegenüber. „Insbesondere in städtebaulicher Hinsicht stellt ein Kreisverkehr die deutlich bessere Lösung dar“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Nachteilig seien jedoch der geringe Platz und die höhere Verkehrsbelastung der Augsburger Straße im Vergleich zu den übrigen anliegenden Straßen. Das Staatliche Straßenbauamt hält dagegen die Ampel für die bessere Lösung, erklärte Angeringer. „Von unserer Seite haben wir den Kreisel immer favorisiert“, erklärte Bürgermeister Paul Iacob (SPD).

„Wir geben den nicht ganz auf.“ Von der Einbahnstraße war er dagegen nicht überzeugt. „Das schafft doch mehr Verkehr auf dem Kaiser-Maximilian-Platz. Alle, die zur Sparkasse und zum Theresienhof wollen, müssen dann über den Kaiser-Maximilian-Platz.“ Außerdem: „Durch die Ampeln ergibt sich ein ganz grandioser Effekt nach Osten hin“, sagte der Rathauschef. Durch solche Dinge könne man manchmal „Denkprozesse anstoßen“, meinte der Bürgermeister. Näher wollte er auf das Thema aber nicht eingehen. 

Anderer Meinung war hier jedoch Dr. Anni Derday (FWF). Denn „der Stau betrifft auch die Füssener“, meinte sie. Dabei spiele aber die Ampel an der Theresienstraße keine große Rolle, war sich Heinz Hipp (CSU) sicher. „Wir drehen an Kleinigkeiten herum, mit denen man leben kann“, sagte Hipp. Die Ampel wegzunehmen würde, „nicht all zu viel ändern. Es bringt nichts“, meinte er – und sorgte damit für Gelächter bei einigen Räten. 

Denn vor acht Jahren seien die, die das jetzt beschlossene, innerstädtische Verkehrskonzept vorgeschlagen haben, „zerrissen worden“, so Dr. Martin Metzger (BfF). Um nicht erneut acht Jahre auf eine Veränderung warten zu müssen, schlug er vor, die Stadtverwaltung zu beauftragen, was eine Simulation dieses Szenarios kosten würde. „Dann können wir überlegen, ob wir genervt genug sind das auszuprobieren oder nicht.“ „Wir nehmen den Auftrag an“, erklärte Bürgermeister Iacob.

Katharina Knoll

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