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Stadtrat Jakob: "Ja, wir wollen!"

In Füssen soll ein "Wissenstransferzentrum für Tourismus" entstehen

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In Füssen soll ein Wissenstransferzentrum entstehen, dass Strategien für den Tourismus im Allgäu entwickelt.

Füssen/Allgäu – Der Tourismus im Allgäu boomt. Doch was für Hoteliers und Gastronomen eine Art Goldgrube ist, birgt auch Konfliktpotenzial.

Wie diese Konflikte gelöst werden können, könnte künftig wie zahlreiche andere Facetten, Trends und Strategien des Tourismus im Allgäu in Füssen erforscht werden. Denn hier soll womöglich ein „Wissenstransferzentrum für innovative und nachhaltige Tourismusentwicklung“ entstehen. 

Die Stadträte zumindest sind begeistert von den Aussichten, wie sie am vergangenen Dienstagabend in ihrer jüngsten Sitzung deutlich machten. Dort erläuterte Prof. Alfred Bauer, Dekan der Fakultät Tourismus an der Hochschule Kempten und verantwortlich für das Konzept des Wissenstransferzentrums für Tourismus, die Hintergründe des Projekts. Ziel sei es, den Tourismus im Allgäu strategisch weiter zu entwickeln. 

Dabei sollen touristische Zukunftstrends ebenso erforscht werden wie die negativen Auswirkungen und Konflikte zwischen Einheimischen und Touristen. „Es geht darum: Was braucht der Faktor Mensch“, so Bauer. „Man wird sich künftig stärker damit beschäftigen müssen.“ 

Freistaat zahlt

Betrieben werden soll das „Wissenstransferzentrum“ von der Kemptener Hochschule, die Finanzierung in Höhe von geschätzten rund 2,7 Millionen Euro übernimmt für die ersten fünf Jahre der Freistaat Bayern. Dieses Geld muss allerdings vom Landtag erst noch bewilligt werden. Vorgesehen sind eine Forschungsprofessur und vier Mitarbeiter. Von solchen Wissenstransferzentren profitieren sollen laut Bauer vor allem Regionen oder Städte ohne Universitäten oder Hochschulen. „Das heißt, Institute auslagern in die Fläche“, sagte der Kemptener Professor. Die Stadt Füssen sei aus naheliegenden Gründen (beispielsweise über 2,5 Millionen Tagesbesucher im Jahr) geradezu prädestiniert dafür, eines solches Zentrum aufzunehmen. 

Obwohl das Projekt erst noch beantragt werden muss und seine Umsetzung somit noch ungewiss ist – die Stadt Füssen wird für ein Scheitern kaum verantwortlich gemacht werden können. Denn einstimmig sprachen sich die Ratsmitglieder am Dienstagabend dafür aus, dem Zentrum Räume für fünf Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen. 

Diese Bedingung hatte das Bayerische Wissenschaftsministerium im Vorfeld gestellt. „Wir brauchen für fünf Jahre Anlaufzeit Räumlichkeiten für die Mitarbeiter von der Kommune“, erklärte Bauer.

Euphorische Stadträte

Dass Füssen als Standort vorgesehen ist, begeisterte den ein oder anderen Stadtrat förmlich. „Das ist großartig!“, sagte Uschi Lax von der CSU. Ihr Fraktionskollege Michael Jakob ergänzte: „Ja, wir wollen und deshalb suchen wir!“ 

Zustimmung gab es auch von der SPD. „Wir müssen schauen, dass wir das nach Füssen holen“, sagte deren Fraktionsvorsitzender Lothar Schaffrath. „Denn andere Städte haben auch Interesse daran.“ Bürgermeister Paul Iacob (SPD) wies außerdem darauf hin, dass auch Landrätin Maria Rita Zinnecker (CSU) das Projekt unterstütze. Füssens Tourismuschef Stefan Fredlmeier sagte auf Anfrage: „FTM begrüßt die Idee eines Wissenstransferzentrums mit der Ausrichtung‚ Innovative und nachhaltige Tourismusentwicklung‘ sehr. Noch mehr würden wir uns freuen, wenn als Standort unsere Stadt Füssen gewählt wird.“ 

Er sei überzeugt, dass für viele Fragen, die in der Wissenschaft theoretisch behandelt werden, Füssen als tourismusintensive Stadt sehr gute Anwendungsbeispiele liefern könne. „Generell gehen wir natürlich von einer überregionalen Bedeutung solch einer Einrichtung aus, deren Wissen für möglichst viele Orte und Regionen relevant sein kann“, so der Tourismuschef weiter. „Im Idealfall profitiert Füssen aber auch direkt durch die Erarbeitung konkreter Lösungsvorschläge und die Schaffung von noch besseren Grundlagen für unsere strategischen Entscheidungen.“

mm

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