Firma Schanner will Wohnraum für Mitarbeiter schaffen

Füssen: Keine Wohnungen im Gewerbegebiet

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Das Areal an der Kemptener Straße ist als Gewerbegebiet ausgewiesen. Wohnungen werden hier nur im Ausnahmefall und unter engen Vorgaben zugelassen.

Füssen – Um Wohnungen für ihre Mitarbeiter zu schaffen, möchte die Firma Schanner Eishockeyartikel in der Kemptener Straße ein Gebäude erwerben und die Gewerbefläche dort in Wohnfläche umwandeln, erklärte Füssens Bürgermeister Paul Iacob (SPD) in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses.

Die Stadtverwaltung und auch die Stadträte standen dem zwar aufgeschlossen gegenüber, doch aus rechtlicher Sicht sei das nicht möglich. „Die Firma braucht das, weil ihre Mitarbeiter auf dem Wohnungsmarkt keinen Wohnraum zu vernünftigen Konditionen kriegen“, erklärte der Rathauschef. Doch das Projekt der Firma scheitert derzeit an den rechtlichen Vorgaben. „Das Landratsamt Ostallgäu ist strikt dagegen, weil es im Gewerbegebiet liegt.“ 

Und dort seien Wohnungen nur im Ausnahmefall erlaubt, erklärte Bauamtsleiter Armin Angeringer. Sie müssten in einem „unmittelbaren betrieblichen Zusammenhang“ mit dem Gewerbe auf dem betroffenen Areal stehen und „zwingend notwendig“ sein. Der Nachweis hier sei aber „relativ schwierig.“ Das gelte aus städtebaulicher Sicht auch für eine Änderung des Bebauungsplans, da man hier ein Inselchen herausschneiden müsste. 

Und auch eine Befreiung vom Bebauungsplan sei nach Auskunft des Landratsamtes Ostallgäu nicht machbar, erklärte Angeringer. Da auch ein Bezug auf das einzige Wohnhaus in dem Gebiet nicht möglich sei, weil es sich hier um einen Altbestand handele, sehe die Füssener Stadtverwaltung „keine Möglichkeit ein Einvernehmen vorschlagen zu können.“ 

Kompromiss finden

 „Helfen sollte man“, meinte zwar Uschi Lax (CSU). Aber: „Dem Landratsamt sind die Hände auch gebunden“, zeigte die CSU-Stadträtin Verständnis und verwies auf das Baugesetzbuch. Allerdings gehe sie fest davon aus, dass es in den kommenden Jahren in diesem Bereich Änderungen geben werde – auch was die Regel für Bauernhöfe mit Austragshäusern angeht. 

Wie wichtig es sei, Wohnungen für Angestellte zu schaffen, sehe man im Tannheimer Tal, meinte Michael Jakob (CSU). Dort bauen derzeit drei Hotels ein Haus nur für ihre Angestellten. Auch Füssen müsse diesen Weg gehen. „Vielleicht finden wir Möglichkeiten einen Kompromiss zu finden“, meinte Iacob und schlug ein Gespräch zwischen Stadtverwaltung und Eigentümer vor. Da es derzeit rechtlich aber keine Möglichkeit gebe für eine Nutzungsänderung, lehnte das Gremium einstimmig den Antrag ab.

kk

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