Neuer Treffpunkt in der Füssener Altstadt

Stadt und Heimatwerk wollen Füssener Lorch-Haus beleben

Füssener Lorch-Haus
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Das Füssener Lorchhaus soll saniert werden.
  • Katharina Knoll
    VonKatharina Knoll
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Füssen – Neues Leben einhauchen will das „Allgäuer Heimatwerk“ zusammen mit der Stadt dem denkmalgeschützten „Lorch-Haus“ in der Altstadt. Für die Stadt könnte das ein Leuchtturmprojekt für die Restauration anderer Altstadthäuser werden, erklärte Initiator Richard Hartmann, der das Projekt jetzt dem Stadtrat vorstellte. Bevor es aber soweit ist, muss erst einmal untersucht werden, was genau an dem Haus gemacht werden muss. Und dafür gab das Kommunalparlament nun einstimmig grünes Licht. 

Das Lorch-Haus in der Floßergasse blickt auf eine lange Geschichte zurück. Weit über 400 Jahre alt soll es laut Hartmann sein. Im Juli 1929 kam dort der Künstler, Restaurator und Heimatpfleger Josef „Sepp“ Lorch auf die Welt – und lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1999. Lorch restaurierte beispielsweise die Illusionsmalerei am Hohen Schloss, arbeitete im Kaisersaal und an der Spitalkirche. Darüber hinaus war er aber auch von Konstanz bis München tätig. Für seine Verdienste zeichnete ihn der Freistaat Bayern mit der Denkmalschutzmedaille aus.

Sein Elternhaus bezeichnete Hartmann als „absolutes Schmuckkästchen“, das in den vergangenen Jahren jedoch in einen „extremen Dornröschenschlaf“ gefallen sei. Derzeit stehe das Gebäude, das im Besitz der Heilig-Geist-Stiftung ist, leer und sei komplett vermüllt. Deshalb möchte es das „Allgäuer Heimatwerk“ zusammen mit der Stadt sanieren und wieder in Wert setzen. Anschließend soll es Sitz des „Heimatwerks“ werden, was laut Verwaltung dem Stiftungssinn entspreche.

Die derzeitigen Pläne sehen vor, im Erdgeschoss ein Kultur-Café für alle Generationen einzurichten, das zum neuen Treffpunkt für Nachbarn, Einheimische, Vereine und Gäste in der Altstadt werden soll. Außerdem soll hier ein Ladengeschäft für Trachtenberatung einziehen, wo in einer Galerie Künstler aus der Region ihre Werke ausstellen können. Im ersten Stock könnten Büroräume und Ateliers für Handwerker Platz finden und im zweiten Stock Wohnungen.

Auf diese Weise könnte die Stadt nicht nur einen hochkarätigen Künstler würdigen, sondern auch eines „ihrer eigenen Gebäude sinnvoll neu beleben“ und darüber hinaus zum Vorbild für andere Altstadthäuser machen. Gleichzeitig könnte es auch Signal für eine positive Stadtentwicklung sein, um einer „Venezialisierung“ (immer weniger Einwohner wohnen dort, immer mehr Touristen und entsprechende Dienstleister kommen) der Altstadt entgegenzuwirken, so Hartmann.

Um diese Pläne konkretisieren zu können, muss aber zunächst einmal das Haus genauer unter die Lupe genommen werden. Das bedeutet, ein Statik-Gutachten zur Bausubstanz, ein Verformungsgerechtes Aufmaß und ein Baualtersplan müssen erstellt, die Außenwände, der Zustand der Innenräume und Fassadenmalereien untersucht sowie die Substanz erforscht werden. Ob das „Heimatwerk“ die Räume überhaupt so nutzen kann wie geplant, soll schließlich eine Architektonische Vorplanung klären.

Das alles wird schätzungsweise 50.000 Euro kosten. Die Stadt kann jedoch mit Mitteln aus der Denkmalpflege und des Städtebauförderprogramms „Sonderfonds Innenstädte beleben“ rechnen. Die genaue Förderhöhe ist zwar noch offen. Doch im besten Fall müsste die Stadt nur zehn Prozent der Kosten übernehmen, so Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). Das wären also ca. 5000 Euro. „Egal, wer das Haus beziehen wird. Die Voruntersuchungen sind nötig!“, betonte er.

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