Geld für Hausbesitzer

Stadt will Förderprogramm für Hausbesitzer auflegen

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In Sanierungsgebieten wie der Lechvorstadt (oben) sollen Hausbesitzer Fördergelder erhalten können, wenn sie ihre Häuser sanieren.

Füssen – Gute Nachrichten für Haus- und Ladenbesitzer: Die Stadtverwaltung will ein Programm auflegen, mit dem die Sanierung von Gebäuden mit bis zu 30 Prozent gefördert werden soll – sofern diese in einem der ISEK-Sanierungsgebiete „Innere Kernstadt“, „Hanfwerkeareal“ und „Lechvorstadt“ liegt. 

Einem entsprechendem Vorschlag der Verwaltung folgten die Mitglieder des Haupt-, Finanz-, Sozial- und Kulturausschusses (HFSKA) an Dienstag einstimmig. Die endgültige Entscheidung und Gestaltung des Förderprogramms liegt allerdings beim Stadtrat.

Bau- und kulturhistorisch haben alle der drei im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK) als „Sanierungsgebiet“ ausgewiesenen Bereiche einiges zu bieten. So steht etwa die Lechvorstadt entlang der Schwangauer- und Tiroler Straße unter Ensembleschutz. Das führt aber auch dazu, dass an vielen Stellen der Zahn der Zeit Spuren hinterlassen hat. 

Um die Anreize für Haus- und Ladenbesitzer zu erhöhen, Geld in die Reparatur ihrer Gebäude zu stecken, will die Stadt private Sanierungsarbeiten künftig fördern. So sollen private Investitionen in die Gebäude-Sanierung mit bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden, wenn der jeweilige Besitzer dies beantragt und alle Voraussetzungen dafür erfüllt.

„Die Höhe der Förderung unterliegt der Einzelfallprüfung und wird auf einen Höchstbetrag gedeckelt“, heißt es dazu vonseiten der Verwaltung. Die Stadt wiederum bekommt für ihr Förderprogramm einen Zuschuss in Höhe von bis zu 60 Prozent aus Städtebaufördermitteln. Wie Hauptamtsleiter Peter Hartl berichtete, sei die Verwaltung deswegen bereits bei der Regierung von Schwaben vorstellig geworden und habe durchaus positive Signale bekommen. 

Wer für welche Arbeiten künftig eine Förderung erhält, muss jedoch im Detail noch vom Stadtrat ausgearbeitet werden. Klar ist aber, dass nur Maßnahmen gefördert werden, die „die Beseitigung städtebaulicher Mängel und Missstände“ zum Ziel haben. Dazu gehören unter anderem „Maßnahmen an der Außenhülle von Gebäuden“, „Verbesserung, Inwertsetzung und Pflege des Stadtbildes“, der „Erhalt charakteristischer und ortsbildprägender Merkmale“ oder „Verbesserungen hinsichtlich barrierefreier Zugänge“. 

Als Leitfaden soll deshalb mit Hilfe des Landratsamtes und des Landesamtes für Denkmalpflege eine „Gestaltungsfibel“ oder „Gestaltungshandbuch“ ausgearbeitet werden, in der auch die Altstadtsatzung berücksichtigt wird. Nach dieser haben sich die Immobilienbesitzer bei der Sanierung zu richten. Infrage kommende Hausbesitzer, die auf eine Förderung verzichten wollen, können unter bestimmten Voraussetzungen im Gegenzug aber eine höhere steuerliche Abschreibung ihrer Investition geltend machen. „Es kann jeder Hauseigentümer entscheiden, ob er einen Zuschuss haben will oder eine steuerliche Abschreibung“, sagte Hartl. 

Kosten noch unklar 

Da es bereits mehrere Anfragen von interessierten Bürgern gegeben habe, soll das Förderprogramm bis zum Herbst aufgestellt werden. Wie hoch die Kosten sein werden, ist derzeit noch unklar. Laut Hartl soll das Volumen jährlich in den Haushaltsberatungen neu festgelegt werden. „Das wird bei jeder Haushalts-Aufstellung neu festgelegt“, betonte er. Ohnehin werde das Programm nicht ewig laufen, kündigte er an. Derzeit gehe er von einer Dauer von etwa 15 Jahren aus. 

Bei den Mitgliedern des Ausschusses stieß der Vorschlag der Verwaltung auf breite Zustimmung. „Wir sollten dieses Förderprogramm auf jeden Fall beantragen und anbieten“, sagte etwa Dr. Anni Derday (FWF). „Durch diese Anreize können wir vielleicht besser unsere Vorstellungen vom Stadtbild umsetzen.“ 

Lob gab es auch von SPD-Stadträtin Ilona Deckwerth: „Ein guter Gedanke, den wir gerne unterstützen“, sagte sie. Gleichwohl regte sie an, bei der Festlegung der Förderkriterien Tastlinien für Blinde an den Fassaden mit einzuarbeiten. „Das werden wir auf jeden Fall berücksichtigen“, sicherte ihr Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) zu. 

Neben einer Empfehlung an den Stadtrat, das Förderprogramm aufzulegen, beschloss der Ausschuss gleichfalls einstimmig, eine „städtebaulichen Beratung“ durch ein Stadtplanungsbüro auszuschreiben. Diese Beratung im Rahmen des Förderprogramms soll zunächst für drei Jahre erfolgen. Die Kosten werden ebenfalls mit bis zu 60 Prozent durch das Städtebauförderprogramm der Regierung von Schwaben bezuschusst.

mm

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