Stadt will "Hippy" behalten

Projektleiterin Melanie-Siegel mit Mama Stephanie Sutor und Tochter Joy: Das Programm „Hippy“ soll auch weiterhin Kinder ab vier Jahren fit für die Schule machen. Foto: Archiv

Mit 9:3 Stimmen hat sich der Hauptverwaltungs-, Finanz- und Personalausschuss am Dienstag für die Weiterführung des Vorschul- und Sprachförderprogramms „Hippy“ bis zum 31. August 2014 ausgesprochen. Auf die Stadtkasse kommen damit maximale Kosten von 30.000 Euro zu. Allerdings stellte Bürgermeister Paul Iacob (SPD) klar, dass die Stadt Füssen nur die Förderung der Füssener Kinder bezahlen werde.

„Jeder Euro in die Frühförderung zahlt sich aus“, bekräftigte Hannelore Semmlin-Leix (SPD) aufgrund ihrer eigenen Erfahrung als Förderlehrerin. Das zweijährige Programm, das auch weiterhin im AWO-Kinderhort stattfinden soll, stellten die Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Brigitte Protschka und Hippy-Projektleiterin Melanie Siegl dem Ausschuss vor. Ziel sei es Kinder ab vier Jahren, die in ihrer sprachlichen Entwicklung hinterherhinken, durch Übungen zu fördern und so einen erfolgreichen Schulstart zu ermöglichen. Insgesamt war sich der Ausschuss einig, dass das Programm wichtig für benachteiligte Vorschulkinder sei. Nur gab es bezüglich der Finanzierung von Füssener Seite Meinungsverschiedenheiten. „Die Bürger sind nicht dazu da fehlende Eigeninitiative der Eltern zu ersetzten“ erklärte Michael Wollnitza (FW). Das Projekt sei wünschenswert, aber nicht notwendig. Wenn die Stadt wirklich sparen wolle, müsse sie auf das Wünschenswerte verzichten. Schließlich habe der Stadtrat eine Verantwortung gegenüber allen Bürgern und da sei circa 180 Euro Förderungsgeld pro Kind im Monat ungerecht. Damit Kinder bildungsfähig und somit arbeitsfähig werden, sei eine frühe Unterstützung wichtig, meinte Heinz Hipp (CSU). Allerdings müssten die anderen Gemeinden die Plätze ihrer jüngsten Bürger selbst bezahlen. Daraufhin erklärte die Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Brigitte Protschka, dass zwar die Stadt Füssen dem Projekt von 2009 bis 2011 8000 Euro zur Verfügung gestellt habe und sich keine anderen Gemeinden finanziell daran beteiligt haben, diese aber bei einer Verlängerung die Plätze ihre Kinder selbst finanzieren müssen. 50.000 Euro wird „Hippy“ in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich kosten, von denen 40 Prozent der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt stemmen wird. Im Füssener Haushalt werden nach dem Antrag maximale Kosten von 30.000 Euro veranschlagt, wenn alle zwölf Projektteilnehmer aus Füssen kommen sollten. Allerdings stehen die noch nicht fest. Außerdem verhandle Protschka momentan mit dem Jugendamt über eine Finanzspritze für das Projekt. Frei nach dem Motto: Hilfe zur Selbsthilfe, versucht „Hippy” auch den Eltern zu zeigen, wie sie ihren Kindern dabei helfen können. In regelmäßigen Abständen bringt eine „Hippy“-Hausbesucherin die Arbeitsmaterialien vorbei und betreut Eltern und Kinder bei den Übungen, die sie täglich zusammen machen sollen. Letztendlich stimmte der Ausschuss mehrheitlich für die Verlängerung des Programms.

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